Sonntag, 11. Februar 2018

Du willst? Du kannst? Du schaffst! (?)

Wir haben Februar. Ein Monat, den ich zu den produktivsten des Jahres zähle. Es herrscht Aufbruchstimmung. Der Winter geht zu Ende, die Tage werden länger, ich erhole mich von den manchmal niederschlagenden Ereignissen der vorigen Monate. Neue Kraft mischt sich mit dem Geschmack von Unsicherheit und Zukunftsangst. Ich bringe langersehnte Projekte voran, springe in eisige Frühjahrsgewässer und dringe vor zu meinen kühnsten Wünschen. Oft gehe ich Risiken ein, die mich in Zweifel stürzen ‒ bisher ist noch immer etwas entstanden, das mich weitergebracht hat.

In Februaren war ich auf Wohnungs-, Praktikums- oder Jobsuche, habe ein Bett gebaut und einen Blog eröffnet, habe wichtige Entscheidungen gegen die einen und für die anderen Sachen getroffen. Auch jetzt gehe ich wieder einen Schritt weiter. Nachdem ich das Schreiben zu meinem Beruf gemacht habe, möchte ich es in Zukunft auch selbstständig tun. Meine Gedanken ranken sich um diesen Wunsch schon, seit ich meinen Vollzeitjob gekündigt habe und als Werkstudentin neben dem Master-Studium texte. Jetzt, in einem Februar, soll es richtig losgehen. Die Webseite ist in Arbeit, das Netzwerken hat begonnen, die Akquise steht in den Startlöchern. Ich bin bereit, klein anzufangen, aber mit großen Zielen.

Wer glaubt, es sei leicht, in Februaren und anderen Monaten produktiv zu sein, der irrt. Wer glaubt, jeder Mensch könne seine Träume ohne Weiteres verwirklichen, träumt selbst noch. Doch: Du musst nicht perfekt vorbereitet sein. Du brauchst kein makelloses Leben. Du musst nicht in allen anderen Bereichen gesund und glücklich sein. Warte nicht auf etwas, das vielleicht niemals eintreten wird, bevor du anfängst zu leben oder nach der Erfüllung deiner Wünsche zu streben! Machen heißt das Stichwort, selbst wenn du glaubst, das geht nicht. Probiere es so lange, bis du dir selbst bewiesen hast, dass es wirklich nicht geht!

Ich habe vor jedem Telefonat mit Fremden Panikattacken. Auch vor Terminen, die mir wichtig sind. Ich fange an, zu zittern und zu schwitzen. Meine Hände werden eiskalt. Mein Herz rast. Ich bekomme Bauchschmerzen und Durchfall. Mir wird übel und manchmal schwarz vor Augen. Oft habe ich das Gefühl, ich kippe gleich um. Es ist keinesfalls leicht, diese Symptome zu ignorieren und zu überwinden. Manchmal wähle ich eine Nummer und schaffe es einfach nicht, auf den grünen Hörer zu tippen. Manchmal dauert es eine halbe Stunde, bis endlich das Freizeichen ertönt. Doch immer öfter gelingt es mir, Anrufe und Termine zu erledigen, selbst wenn sie nicht so lebenswichtig oder dringend sind, dass es nicht anders geht. Ich schreibe mir genau auf, was ich zu sagen habe. Und jedes bezwungene Telefonat ist ein solches Erfolgserlebnis, wie es sich andere wohl kaum vorstellen können. Ich finde mich wesentlich mutiger als Personen, denen das gar keine Probleme bereitet.

Mir macht es Spaß, mich selbst herauszufordern; ich gehe meistens auf volle Konfrontation. Das ist nicht für alle die richtige Lösung. Doch wir alle haben die Möglichkeit, unsere eigenen Wege zu finden, uns kleine Schlupflöcher zu bauen, durch die wir besser passen, und uns hier und da auch mal durchzuschummeln. Wir können Dinge anders machen, ohne dabei weniger effektiv zu sein ‒ eben auf unsere ganz persönliche Weise. Nicht überall dürfen wir das. Deshalb lohnt es sich für manche, selbst zu machen. Ich werde mich frei machen, zu meinen wirklich produktivsten Zeiten meine ganze Ideenvielfalt einsetzen, um Probleme nachhaltig zu lösen. Und wenn mir eines Tages die Plattform dazu zur Verfügung stehen wird, werde ich mich dafür einsetzen, dass wir aus unseren Einschränkungen das Beste herausholen können. Das wird mein Weg sein. Welcher ist deiner?

 
Du bist mutig. Du bist stark. Du triffst deine eigene Entscheidung!