Sonntag, 24. September 2017

Von Übersetzungsfehlern und Selbstrespekt

Es regnet. Laut. Die Regentropfen rauschen so runter. Und ich sitze hier, nach einem langen Spaziergang, auf meinem Bett. Gedanken in meinem Kopf, die ich so nicht aufschreiben würde, weil sie leicht missverständlich sind. Sie bleiben also im Innen, sind sie doch eher Gefühle, die mein Gehirn etwas seltsam übersetzt – wie der Google-Übersetzer: falsch herum zusammengepuzzelte Worte, die wenig Sinn ergeben; zumindest nicht den ursprünglichen der Originalsprache, obwohl die Worte einzeln schon richtig übersetzt sein können. Schön wäre es, wenn es einen Herz-zu-Hirn-Dolmetscher gäbe. Aber das wäre ja auch zu einfach...

In meinem Leben finden gerade viele Umbrüche statt und es ist normal, dass in dieser Zeit auch im Kopf noch einmal alles drüber und drunter geht. Völlig sinnfreie Handlungsideen entstehen da aus den Gefühl-zu-Gedanken-Übersetzungsfehlern. Aber dann mache ich einen langen Spaziergang und entwirre die Denkstränge, die sich überschlagen haben. Ich erinnere mich dann wieder an das, was ich wirklich tun will, und sortiere aus, was sich nur auf diesen Moment bezieht.

Es ist der Respekt vor mir selbst, der mir manchmal fehlt. Oder oft. Ich weiß das nicht so genau, weil ich meine Respektlosigkeit während ihres Geschehens gar nicht bemerke. Ich bin dann ganz fest überzeugt von meinen absurden, destruktiven Handlungsideen; sie erscheinen mir logisch, obwohl sie keiner sachlichen Argumentation standhalten können. Und das passiert mir, einem so rationalen, eigentlich ja klugen Menschen. Aber Wissen sorgt nicht automatisch dafür, dass wir es auch umsetzen. Immerhin macht es uns bewusst, was wir tun.Wenn auch oft genug erst hinterher.

Ich möchte mehr Respekt vor mir selbst haben, weil ich mit meiner Selbstrespektlosigkeit nicht anderen schaden möchte. Das gehört zu den Voraussetzungen für jede tiefergehende Beziehung zu anderen Menschen. Und irgendwann werde ich darüber hoffentlich zu dem Schluss kommen, dass Selbstrespekt auch mir selbst gut tut. Ich arbeite daran – durch Spaziergänge, Gespräche und Hinterfragen. Letzteres ist wohl so etwas wie mein Lebensinhalt: immer wieder zu überprüfen, was ich tue, warum ich das mache und ob es nicht destruktiver Natur ist oder auf giftigen Überzeugungen beruht. Da meine Eltern es versäumt haben, erziehe ich mich nun selbst – wie Pippi Langstrumpf.

Pippi Langstrumpf (Puppe) im Liegestuhl
Pippi Langstrumpf erinnert mich täglich an meine Pläne!

Was tust Du für mehr Selbstrespekt? 💖

Sonntag, 10. September 2017

Auszeit zwischen den Welten & 4. Blog-Geburtstag

Hier sitze ich in einem Hippie-Himmelbett in Münster und tippe mich durch die Zeit. Sie ist im Theater, arbeiten. Ich warte hier, endlich einen handlichen Laptop in meinem Besitz, und habe endlich einmal Muße. In Berlin komme ich zu nichts, denn selbst wenn nichts zu tun ist, muss ich etwas tun. So nehme ich mir viel zu viel vor und weil ich alles gleichzeitig zu tun versuche, schaffe ich am Ende nichts.

Jetzt sitze ich hier und schreibe über Belanglosigkeiten. Ich strecke die Beine quer über das Bett und genieße den vielen Platz. Die Kissen riechen nach ihr. Es ist alles echt. Wie oft sie wohl von hier aus schrieb, was ich später las? Im Regal steht meine Weihnachtskarte, die aus der letzten Adventsverlosung stammt. Dass sie selbst dieser Bloggerwelt entstammt, ist schwer zusammenzukriegen, dass ich hier bin, in diesem Zimmer, das ich bisher nur aus Worten kannte. Die virtuelle Welt ist echt. Gegenstände, die mir gehören, stehen jetzt hier rum. Noch komischer ist es, wenn ich in Berlin bin und per Skype auf einmal unser Buch im Bildschirm sehe, das vorher wochenlang in meinem Zimmer wohnte.

Aber jetzt ist die Scheibe zwischen uns weg. Ich strecke die Hand aus und sie kommt bei ihr an. Punkycat und Plattschaf liegen friedlich nebeneinander. Vielleicht wisst ihr nicht, wovon ich spreche, aber wenn ihr jemals einen Menschen aus dem Internet getroffen habt, könnt ihr das Gefühl möglicherweise nachvollziehen.

Ich habe den Termin dieses Mal nur knapp verpasst: Seit genau vier Jahren und vier Tagen gibt es diesen Blog. ElfenTraum(a) darf 4. Geburtstag feiern! Ich habe so viele Menschen kennengelernt in dieser Zeit. Ich folge 97 Blogs; wenn auch viele vermutlich nicht mehr aktiv sind. 124 Menschen folgen mir hier auf Blogger, 182 auf Facebook. 41 Personen haben Zugriff auf meine passwortgeschützten Posts. 142 E-Mails habe ich von euch erhalten. Dazu kommen unglaubliche 1.733 Kommentare! Für ElfenTraum(a) schrieb ich insgesamt 527 Blogposts. Das sind so unfassbar viele Worte und Zeichen. Persönlich getroffen habe ich Lia, mit der ich einen wunderschönen Tag verbringen durfte, Kiwi, die zur guten Freundin wurde, und Neva, mit der mich Besonderes verbindet. Dankbar bin ich auch für die Bekanntschaften mit Aryadne, Liv, Mademoiselle Verte, Jay, Emaschi, Lina, Anna, Effy, Gia, Lee, Feli, Fee, Caro, Emma, Kathi, Luca und noch so vielen mehr... eigentlich für alle Leser*innen und jedes Wort, das ihr mit mir geteilt habt. 💖

Nun, das war ein komischer Post, voller Gefühlsduselei und Dankbarkeit. Aber so fühle ich mich eben gerade. Habt noch einen schönen Sonntag! 😊

Geburtstagskuchen mit vier Kerzen