Sonntag, 30. August 2015

Mit euren Worten #4 - Schöne Momente

Nachdem ich euch in meinem Post Was gut war nach euren letzten schönen Momenten gefragt habe, möchte ich euch auch endlich wieder einmal zu Wort kommen lassen.
Hier kommen eure glitzernden Worte:


"mein letzter schöner moment?
heute abend. einfach schnell für nicht einmal drei stunden zu dem studenten fahren, zusammen etwas essen und die restliche zeit einfach kuscheln. einfach weil sehnsucht und so, obwohl wir uns die letzten drei wochen eigentlich durchgängig gesehen haben."
- von Mademoiselle Verte


"Ich habe gestern neben unserer Unterkunft in Kyoto ein paar Straßenkatzen Futter gebracht und sie haben sich so gefreut ♥ das war mein letzter schöner Moment :) Ach eigentlich erlebe ich im Urlaub ganz viele davon :)" - von Kathiwhatelse


"Hast du schon mal auf einem der schönen Reste des Grenzstreifens gesessen. Dort wo keine Touristen sind und sich die Natur in Form von Wiese/Gräsern/Feld und Bäumen ihren Lebensraum zurückholt? Wo kleine Hummeln durch die Gegend surren und bei Sonnenschein alles herrlich duftet. Ich habe dort vor ein paar Tagen einige Stunden verbracht und es sehr genossen. Absolut empfehlenswert." - von KiBa


Meine Worte an euch und eure Blogs sind momentan mangels Zeit nicht so häufig, das tut mir leid. Aber ich denke ganz fest an euch und schicke euch glitzernde Gedanken. ♥


Freitag, 28. August 2015

Warum Lucia?

Einige von euch haben mich danach gefragt, andere wollten wissen, wie sie mich denn nun nennen sollten. Ich habe meinen Blogger-Namen schon vor einiger Zeit geändert, euch aber nie erzählt, warum. In einem älteren Post habe ich etwas zu meinem vorherigen Namen Lilly gesagt und warum ich mich mit ihm identifiziere. Heute erfahrt ihr, was es mit Lucia auf sich hat:


Mittwoch, 26. August 2015

Pssscht!

Person A: "Bei uns im Ort ist eine vergewaltigt worden. Kam gestern groß raus in der Presse."

Person B: "Hat sie gesagt von wem? Bei sowas frag ich mich ja immer... Also ich meine, wenn die da so schnell mit an die Öffentlichkeit geht..."

Person A (flüstert): "Aber wenn man bei uns mit der Bahn fährt, sieht man nur noch Ausländer... Das ist ganz schlimm bei uns!"

Person B: "Naja, wir haben schon auch ein paar schwarze Schafe..."

Person C: "Schwarzes Schaf ist aber nicht politisch korrekt. Das heißt dann farbiges Schaf."

Gelächter.

Am besten halten wir einfach die Klappe. Denn unserem Schweigen glauben sie. Das ist ganz einfach. Wo niemand was sagt, da kann auch nichts sein. Und wenn wir was sagen, dann ist auch das nichts. Denn wir sind zerbrochen, gestört, unzurechnungsfähig und nicht in der Lage zu leben. Deshalb wissen die anderen auch viel besser, was in uns vorgeht, als wir. Weil wir ja nicht in unserer eigenen Haut stecken. Und unsere Peiniger hätten wir doch an der Nasenspitze erkennen müssen. Da sind wir selber schuld, wenn wir nicht aufpassen. Die sind wie die Tiere. Die kennen es nicht anders -

SARKASMUS OFF !!!


Bösewichte gibt es überall auf der Welt.
Und nur, weil ich ein unabhängiges und eigenständiges Leben führe, verliere ich nicht mein Anrecht darauf, meine Geschichte zu erzählen. 


Montag, 24. August 2015

Was gut war

Wenn dunkle Wolken anrollen, überrollen sie die sonnigen Plätze, die sich über den Boden der Tatsachen verteilen. Heute möchte ich euch die schönen Momente und Menschen der letzten Wochen vorstellen, welche auch wenn sie im Schatten stehen nicht weniger leuchten.



Luft und Liebe

Mein erstes kleines Festival war ein märchenhafter kleiner Traum. Es erinnerte mich an den Herrn der Diebe, Die Schatzinsel und an Zauberwälder. Ich durfte darüber meinen ersten Artikel in dem Online-Magazin verfassen, auch wenn ich bisher zu keinem weiteren gekommen bin. Das war ein schöner Moment.

Eure Worte

Ihr habt mich nicht im Regen stehen lassen, als das Gewitter potzblitzend über mich hereinbrach. Ihr habt mir meinen Leichtsinn nicht vorgeworfen. Ich habe mehr Nachrichten bekommen als ich gedacht hätte, sogar von Menschen, mit denen ich zuvor nie Kontakt hatte. Eure Worte geben mir die Kraft zum Weitermachen. Das tun sie schon seit fast zwei Jahren. Das ist ein schönes Gefühl.

Kiwi

Kiwi, die ich hier in dieser Blogger-Welt gefunden habe, war einige Zeit in der Stadt. Zweimal hatten wir Gelegenheit, uns zu treffen. Kiwi und ihr Freund, ein lustiges Duo, das so viel Kraft hat. Manchmal lacht sie ein bisschen zu viel, ein feiner, doch spürbarer Unterschied. Aber meistens lachen wir herzlich über das heilige Käsebrot-Orakel und andere Sachen. Nun ist mein Schöne-Momente-Heftchen auch wieder bei mir und es stehen zwei neue schöne Seiten drin. Vielleicht sammle ich noch weitere schöne Momente von schönen Menschen ein. Kiwi jedenfalls ist zu einem ganz nahen Menschen geworden, schon nach so wenigen Treffen. Vertrautheit. ♥

Z

Z  ist die gute Fee in dieser Geschichte. Z  versteht anders als die anderen Beratungsmenschen. Dank ihr hab ich das Vertrauen in diese noch nicht ganz verloren. Z  hat immer einen Plan Z. Sie schenkt mir all diese Notizhefte - für Regentage und für Glitzertage und für alles andere. Und sie liest meine E-Mails, obwohl sich darin neben Gestörtheit und überspitzten Witzen machmal auch ein Melonen-Spinnen-Foto findet. Die erste Beratung, nach der es mir fast immer besser geht als vorher. Schön, das Zufälle manchmal so treffend fallen.


Und Dein schöner Moment? 

Wie sah euer letzter schöner Moment aus? Und sagt bloß nicht, es gibt keinen!
Glitzer für eure Herzen ♥



Sonntag, 23. August 2015

Ich lebe noch

Ich blogge weniger als ich will. Dabei hätte ich so viel zu erzählen. Erinnert ihr euch noch an meine kleine Umfrage, kurz bevor alles anders wurde? Ich habe eine ganze Liste an Themen und Ideen, über die ich schreiben könnte. Weiterlesen...

 

Dienstag, 18. August 2015

Zwingen, Kontrollieren, Zerstören

Wenn man über 40 Stunden die Woche im Büro sitzt und der Nebenjob den Rest der Zeit einnimmt. Wenn der Chef in einem Anflug von Kontroll-Freakigkeit in die frisch aufgerissenen Wunden greift. Unwissend, doch auch nicht sehr empathisch. Dann kommt es zum Stress-Overkill. Und alle bekommen es mit. Weiterlesen...

[Gebt mir gerne ein Feedback darüber, ob das mit dem Passwort funktioniert und wie ihr mit dem System zurecht kommt.] 

 

Sonntag, 16. August 2015

Essstörung. Endstation?

In der U-Bahn sah ich ein Mädchen mit Bulimie. Zuerst dachte ich, sie wäre eine Drogenabhängige. Ihr Körper wirkte wie der einer alten Frau. Nur ihr Gesicht verriet, dass sie wahrscheinlich bloß ein paar Jahre älter war als ich. Ihre Speicheldrüsen waren so stark angeschwollen, dass es aussah, wie ein verbeulter Fußball. Die Haut war grau und wie zerknülltes Papier, das man wieder glatt gestrichen hatte. Zarte weiße Narben überzogen ihre Arme. Das kurze schwarze Haar klebte stumpf und glanzlos an ihrem Kopf. Sie zog unentwegt belegte Brötchen aus ihrem Rucksack und aß und aß. In ihren Mundwinkeln hing Mayonnaise. Was um sie herum geschah, schien sie gar nicht zu registrieren. Auch nicht die Frau, die direkt neben ihr saß und sie mit einer Mischung aus Erschütterung und Ekel anstarrte. Dicht an die Wand gedrängt blieb ihr Blick an den Brötchen haften. Nur wenn wir in einen Bahnhof einfuhren, sah sie sich kurz um. Ihre hellen blauen Augen wirkten wachsam. Eine angstgetriebene Wachsamkeit.

Wie wenig wir darüber nachdenken, wenn wir 17 Jahre alt sind und beschließen, zehn Kilo herunter zu hungern oder nach dem Essen die Finger in den Hals zu stecken. Wie einfach es doch ist, denken wir, warum sind wir nicht früher darauf gekommen?! Wie wenig wir die mahnenden, warnenden Worte verstehen. Wie stark wir uns fühlen, so stark - bis wir umfallen und wieder umfallen und wieder und wieder ... Entweder kriegen wir die Kurve oder wir werden irgendwann selbst in der U-Bahn beobachtet. Wir - dazu gehöre ich eigentlich nicht mehr. Ich bin raus aus dem Gefahrenkreisverkehr. Doch zu sehen, wie es hätte enden können - und für viele tatsächlich endet - das ist schwer, schwer zu ertragen.


Samstag, 15. August 2015

ElfenTraum(a) lebt!

Es hat mich Nerven gekostet, zur Verzweiflung gebracht und mir den knapp bemessenen Rest meiner Zeit geraubt, die ich vielleicht lieber hätte zum Schlafen nutzen sollen. Aber so leicht lasse ich mich nicht zu Fall bringen! Fragt mich nicht, wie lange es gedauert hat, bis ich vom kompliziertesten auf den naheliegendsten Gedanken gekommen bin... Aber dieser Blog lebt! Ich hätte ja nicht gedacht, dass er mir einmal so wichtig werden würde.

Deshalb kommt hier auch nichts weg: Keine Privatisierung, keine Namensänderung, kein Umzug, vielleicht drehe ich noch ein paar Schrauben am Design und ihr habt möglicherweise schon mitbekommen, dass das blogspot aus der URL verschwunden ist - wir befinden uns nämlich jetzt auf www.elfentrauma.de! Damit hier aber nicht mehr jeder alles lesen kann, werde ich einige Posts mit einem Passwort verschlüsseln. Das funktioniert dann wie folgt: Passwortgeschützte Posts bestehen nur aus ein oder zwei Anfangssätzen und einem "Weiterlesen..."- Link. Wenn ihr da drauf klickt, erscheint ein Feld, in das ihr ein Passwort eingeben müsst. Voraugesetzt ihr kennt das Passwort, werdet ihr nun auf den eigentlichen Post weitergeleitet.


Wenn ihr das Passwort haben möchtet, schreibt ihr mir bitte eine E-Mail an elfentrauma@web.de oder nutzt das Kontaktformular. Ich entscheide, wer das Passwort bekommt und wer nicht. In meinen geschützten Posts schreibe ich sehr persönlich und gebe viel von mir preis. Ich würde mir also wünschen, dass ihr mir - wenn ich euch nicht sowieso schon von euren Blogs oder aus den Kommentaren kenne - in zwei, drei Sätzen kurz erzählt, wer ihr seid, was euch hierherführt und warum ihr das Passwort haben möchet. Ihr entscheidet natürlich selbst, was ihr erzählen möchtet und was nicht. Im Grunde geht es mir dabei um Vertrauen. Ich kenne euch nicht und muss daher halbwegs blind darauf vertrauen, dass das Passwort bei euch gut aufgehoben sind. Und drei Sätze gegen mein halbes Leben sind doch nur fair oder? ;-)

Diejenigen, die mir ihre E-Mail-Adresse bereits mitgeteilt haben, dürften eine neue Nachricht im Postfach haben. Einige haben mir auch geschrieben, dass sie weiterhin alles mitlesen möchten, aber dabei ihre E-Mail-Adresse vergessen. Lasst mich die noch wissen und ihr bekommt das Passwort zusammen mit einer kleinen Schritt-für-Schritt-Anleitung für die Nutzung der geschützten Bereiche. Eure Daten behandle ich natürlich vertraulich.

Die alten Posts werden nach und nach wieder online kommen. Ich muss sie nur erst noch nach Öffentlich, Privat und Müll sortieren. Und leider habe ich ja noch einen riesigen Berg an anderen Dingen zu tun. Ich werde versuchen, öffentliche und passwortgeschützte Posts möglichst abwechselnd zu verfassen. Privat sollen ja auch nur diejenigen werden, die ich mit gewissen Personen da draußen auf keinen Fall teilen möchte.

Dann will ich mich mal den langweiligeren, aber bezahlten Texten widmen...

Glitzernde Grüße ♥

Sonntag, 9. August 2015

Endlichkeit und Grenzen

Ein erstes Festival-Bändchen ziert mein linkes Handgelenk.
Es ging um Love...
Die Melancholie der Vergänglichkeit überkommt mich. Dezent.


Und das Ende wirkt entzaubernd.
Jeder Tag, der zu Ende geht, lässt die Vergangenheit in weitere Ferne rücken.
Jede verzauberte Minute löst sich in Luft auf. Verpufft.
Tick tack tack tack. Tick tack tack tack. Tick tack tack tack. Tick tack tack tack.
Das Metronom des Lebens klopft erbarmungslos an eines jeden Tür.

Zwei Zöpfe hängen über meine Schultern und schon werde ich wieder einmal jünger geschätzt. Der Schrank von Türsteher beäugte meinen Ausweis kritisch, weil das Mädchen auf dem Foto mir kaum ähnelt. Dann sagte er, wir sollen aufeinander achten. Sonst müsse er wieder alle hübschen Mädchen besoffen vom Gelände tragen. Ich hob eine Augenbraue und schob mich an ihm vorbei.

Manchmal fühle ich mich älter als ich bin.
Haltet die Gedanken. Haltet sie!
Die unbeschwerte, frei gelebte Zeit. Für mich hat sie gerade erst begonnen und ist so bald wieder vorbei. Statt sie aber zu genießen, lasse ich mich viel zu oft von Gedanken und Zweifeln verfolgen. Ständig muss ich mich rechtfertigen, dafür, dass ich mein Leben anders interpretiere, als all die anderen, die nicht in meinem Körper stecken. Die anderen, die glauben es wäre leicht zu sein. Die anderen, die glauben, mir fiele es zu leicht um wahr zu sein. Diejenigen, die mir meine Stimme nehmen, weil sie glauben, ich hätte keine. Diejenigen, die nur schwarz und weiß sehen wollen. Sie meinen es nicht böse. Das weiß ich doch. Sie hören nur dort auf zu denken, wo die allgemeine Meinung bereits festzustehen scheint. Das gilt für alle möglichen Realitäten. Überall die selbe Denke. Doch wehe denen, die sie alle auf die selbe Stufe stellen!

"Make Love... Habt ihr verstanden? Liebe machen!", sagte der Sänger, als sein Lovesong zu Ende war. Ja, so kann man es auch ausdrücken. Liebe schenken, Liebe teilen. Habt euch lieb! Und hört auf, in den Anderen nach dem Schlechten zu suchen, das euch ihnen überlegen macht!


Mit liebevollen Glitzergrüßen verabschiede ich mich in die Nacht.
Wenn ich mutig genug bin, melde ich mich bald zurück. Wenn nicht, seid versichert, dass es mir gut geht. Ich habe genug zu tun, um so zu tun, als würde ich mir kontinuierlich selbst vertrauen. Außerdem ist Kiwi in der Stadt. ♥

Montag, 3. August 2015

Darf ich mich selber lieben?!

"Ich liebe meinen Körper" zu sagen, scheint in der Gesellschaft fast ein Verbrechen zu sein. Wer diesen Satz einmal ausspricht, kann mit zahlreichen Vorwürfen rechnen. Liebst Du Deinen Körper, bist Du egoistisch, arrogant, selbstverliebt, eitel, überheblich, narzisstisch, aufmerksamkeitssüchtig und noch viel mehr. Du ziehst den Neid der anderen auf Dich - und das ganz bewusst. Das sagen sie zumindest. Sie sind erst zufrieden, wenn Du auf die Frage, was Du an Dir schön findest, unsicher mit Deinen Haaren spielst und "Ach, ich weiß nicht, da gibt es eigentlich gar nichts" sagst.

Aber es besteht ein Unterschied zwischen sich für gut befinden und sich für etwas besseres halten. Als Beispiel möchte ich meine Mutter nennen. Sie definiert ihren Selbstwert darüber, andere zu denunzieren. Alle anderen sind schlechter als sie und sie ist die einzige, die alles richtig macht. Vor allem in meinen musikalischen Aktivitäten schlug sich das nieder. Ihr geheimer Traum war es, erfolgreich Musik zu machen. Wenn ich in ihrem Beisein Geige übte, fing sie manchmal plötzlich an zu schreien, dass ich alles alles falsch machte und es nie, niemals zu etwas bringen würde, obwohl es doch das einfachste von der Welt wäre, was sie von mir verlangte. In Zeiten, in denen ich viele Stunden an meinem elektrischen Klavier saß, ließ sie meinen Vater das Kabel zerschneiden. Als ich eine kleine Rolle in einem Musical bekam, durfte ich sie nicht annehmen, obwohl ich zuvor in einem anderen mitgesungen hatte. Von der Internatsschule, auf die sie mich gegen meinen Willen geschickt hatte, wollte sie mich unbedingt wieder herunternehmen, als es mir dort doch gefiel. Einerseits wollte sie in mir ihre Träume verwirklichen, andererseits konnte sie es nicht ertragen, wenn ich auch nur die kleinste Anerkennung von außen erhielt. Sie konnte nicht zulassen, dass ich etwas erreichte, das ihr verwehrt geblieben war. Dann wäre sie nicht mehr die Bessere gewesen und hätte sich selbst nicht akzeptieren können. Sie brachte mich so weit, dass ich in Tränen ausbrach, wenn ich eine 1,0 bekam, weil ich meine Leistung so unfassbar schlecht fand, dass ich diese Note niemals verdient haben konnte...

Möglicherweise in deutlich weniger krassem Ausmaß handeln viele Menschen ähnlich. Sie machen andere Menschen fertig, um sich besser zu fühlen. Vielleicht tut das jeder von uns das ein oder andere Mal im Laufe seines Lebens. Aber was ist mit den Menschen, die da denunziert werden? Die nehmen sich das in den meisten Fällen viel zu sehr zu Herzen. Sie glauben, dass sie schlecht/dumm/hässlich sind, und trauen sich nicht mehr, sich selbst/ihren Intellekt/ihren Körper zu lieben. Wenn sie dies tun, fürchten sie, egoistisch, arrogant, selbstverliebt, eitel, überheblich, narzisstisch, aufmerksamkeitssüchtig und vieles mehr zu sein. Das Schlimme ist, dass ihnen, wenn sie sich dann doch trauen, genau diese allseits gefürchteten Eigenschaften vorgeworfen werden. Es ist ein Teufelskreis. Dabei ist es ein Unterschied, ob Du Dich selbst für gut befindest und die anderen ihr Leben leben lässt, oder ob Du Dich für etwas Besseres hältst und die anderen das auch zu spüren bekommen. Hier wiederhole ich mich bewusst, weil ich glaube, dass es wichtig ist.

Die Grenze zwischen Selbstakzeptanz und Überheblichkeit ist eine dünne Linie, die dennoch einen harten Schnitt bedeutet. Aber warum eigentlich? Liegt es an den Vokabeln? Ist das Wort Selbstakzeptanz nur ein Zugeständnis? Ist es nur: Ich toleriere mich/meinen Intellekt/meinen Körper. Es ist okay, dass ich da bin, aber mehr auch nicht. ?! - Es ist nicht okay, dass Du da bist. Es ist schön, dass es Dich gibt!

Manchmal verstehe ich diese Welt nicht. Auf der einen Seite heißt es: "Man kann niemanden lieben, der sich selbst nicht liebt". Auf der anderen Seite springen mir täglich Werbungen für Diätprodukte und kurvenkaschierende Kleidung, Schlagzeilen á la "Wie sieht die denn aus?!" und Ratgeber, die einen schöner, klüger, stärker, sexyer und attraktiver für die Männer machen, entgegen. Aber wir müssen nicht erst irgendwie werden, um uns selbst zu lieben. Wir müssen uns so akzeptieren wie wir schon sind. Uns selbst und die anderen. Aber das ist gar nicht so leicht, wenn unsere Umwelt uns ständig das Gefühl gibt, wir wären nicht gut genug. Leider können wir daran fast nichts ändern. Außer uns davon frei zu machen, was die anderen denken. Und darauf zu vertrauen, dass wir so schlecht und dumm und hässlich gar nicht sind. Denn sonst hätten wir es doch nicht bis hierher geschafft. Und ein paar kleine Nuancen der furchtbar gefürchteten Adjektive stehen uns vielleicht sogar ganz gut. Wisst ihr, manchmal schaue ich mein Spiegelbild im Vorbeigehen gern in den Schaufenstern an. Ich veröffentliche gerne meine Texte im Internet. Und hin und wieder erhebe ich mich über die Stimmen, die mir einreden wollen, ich würde es zu nichts bringen, mit meiner Art und meinen Hemmungen und meinen Problemen. Das stimmt so nämlich nicht.

Was mögt Ihr an Euch?

Hier noch ein kleiner schöner Artikel zum Thema: http://www.beingcarried.com/blog/2014/ist-es-egoistisch-sich-selbst-zu-lieben

 

Samstag, 1. August 2015

Über das Schreiben (1)

Eineinhalb Stunden sind vergangen. An meinen Fingern klebt Super Alleskleber. Viel mehr als an den Blumenhaarspangen. Ich bin eben keine Bastelfee. Langsam drehe ich eine Flasche Bio Zitronenlimonade hin und her, als wäre sie eine Sanduhr. Die trübe Flüssigkeit schwappt platschend mit. Bis ich sie austrinke. Die leere Flasche kommt zu den anderen. Es sind so viele, dass ich schon darüber stolpere, aber ich darf sie nicht wegbringen, weil die chaotische Kollegin unbedingt mit mir zusammen einen Vorhang daraus basteln will. Zwei Stunden habe ich heute an ihrem blöden Artikel herumformatiert. (So viel zu nur mal kurz gegenlesen...)

Die Flasche ist leer, die Luft ist raus, die Kohlensäure verpufft. Ob meine Finger wohl an den Tasten kleben bleiben? Manchmal. An anderen Tagen schweben sie ruhelos darüber. Sie suchen nach Tasten, die die richtigen Worte formen, die zu den Bildern passen, den Bildern in meinem Kopf. Bunte Bilder und schwarz-graue Bilder. Grelle Bilder. Blitze. Zucken. Mucken. Ducken. Schlucken. Leere. Stille. Kopf-Platz-Angst. Eng-Stirn-Zäune. Stachel-Draht-Räume. Utopische und bittere Träume. Wollen. Viel. Mehr. Noch mehr. Immer mehr. Können. Mal mehr. Mal weniger. Schaffen. Machen. Tun. Festbeißen. Durchbeißen. Das Ruder rumreißen. Aufstehen. Aufgehen. Aufdrehen. Aufsehen. Untergehen. Schwarz sehen. Glitzern. Sprudeln. Springen. Fallen. Gefallen. Verschönern. Verzetteln. Verlassen. Erdrückt. Verrückt. Missglückt. Miss... Miss, was wollen Sie eigentlich? - Das fragen Sie mich?

So schreibe ich mich in den Rausch. Oder auch nicht. Löschen. Steuerung Z. Löschen. So steuere ich mich durch den Ozean der Möglichkeiten. Nur 26 Buchstaben und so viele Orte voller Worte. Wie soll ich da wissen, wo ich hin will? Ich war dort, wo ein Wort Dich foltert und ich war dort, wo ein Wort Deine Rettung ist. Gedanken sind nicht nur Bilder. Gedanken sind Sätze, sind Monologe, sind ganze Bücher. Gedanken sind mächtig. Sie können Dich verzaubern in ein zauberstabgesteuertes Püppchen mit verschmiertem Lippenstift. Sie können Dich halten, wenn Dich nichts anderes mehr hier hält. Sie können Dich mitnehmen auf eine Reise in eine Welt fernab der Realität. Und wenn Deine Gedanken still sind, wenn selbst ihnen die Worte fehlen, dann trösten Dich die Gedanken der anderen, die in Büchern und Filmen und Songtexten zu finden sind. Und deshalb schreibe ich. Weil Worte übersetzte Gedanken und Gedanken so stark sind. Deshalb wollte ich immer schreiben. Schon als ich noch klein war. So klein, dass Gedanken noch nicht mein einziger Halt hätten sein dürfen. Aber doch irgendwie beruhigend, dass Deine Gedanken immer für Dich da sind. Auch wenn das heißt, dass die zermürbenden und erwürgenden Gedanken ebenfalls anwesend bleiben.
"Der Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung ändern kann." - Francis Picabia

 



Welcher Gedanke eines anderen Menschen hat Euch das Leben leichter gemacht?