Freitag, 28. November 2014

Ankündigung & Weihnachtsgedöns

Nächste Woche ist Dezember und damit beginnt endgültig die Vorweihnachtszeit. Einige von uns blicken ihr sicher mit gemischten Gefühlen entgegen. Ich gehöre auf jeden Fall dazu. Trotzdem habe ich entschieden, dieses Jahr einen Adventskalender auf meinem Blog zu gestalten. Für alle, denen der ganze Weihnachtsglitzerschmuck jetzt schon auf die Nerven geht: Keine Sorge, hier wird es nicht glitzern. Viel mehr möchte ich euch jeden Tag mit einer kleinen positiven Botschaft überraschen, die euch den Wahnsinn vielleicht mit einem Lächeln überstehen lässt. :)
Ich plane, die Adventskalenderposts täglich um 16 Uhr zu veröffentlichen. Es können Posts zu bestimmten Themen, Gedichte, Empfehlungen, Rezepte, kleine Geschichten usw sein. Ein paar Sachen habe ich schon zusammen, aber noch keine 24 Stück! Wenn ihr also noch Ideen und Vorschläge für mich habt, wäre das total lieb von euch, mir die zu schreiben.
Ich weiß, dass einige von euch tolle Gedichte oder Minigeschichten schreiben. Vielleicht habt ihr ja was passendes auf Lager und würdet mir erlauben, sie (natürlich auch mit Name und ggf. Bloglink) zu veröffentlichen. Ich fände es irgendwie schön, wenn das so ein gemeinsames Projekt werden könnte. Schicken könnt ihr mir alles als Kommentar, über das Kontaktformular oder die Nachrichtenfunktion bei Facebook.
So, ihr Kreativen, ich hoffe, es ist okay für euch, dann jeden Tag von mir vollgespamt zu werden.^^

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 Zurück zum Lebensernst. Da ich viel beschäftigt bin, geht es mir ganz gut. Verdrängung funktioniert größtenteils und ich bin seit Montag schnittfrei. Die Woche über hatte ich mit der Belegarbeit zu tun. Ich hab einiges an Aufgaben übernommen, weil die Jungs in meiner Gruppe so ziemlich rechtschreib- und grammatikresistent sind. Mit den beiden zusammen muss ich im Dezember noch eine Hausarbeit schreiben. Am Wochenende werde ich mich hauptsächlich mit dem Adventskalender beschäftigen und ich habe mir eine To-Do-List geschrieben. Damit hat es letztes Wochenende schon ganz gut geklappt.
Ja, da steht einiges mit Weihnachten drauf. Aber so langsam muss ich entscheiden, wie ich die Feiertage verbringen werde. Fest steht, dass ich meinen Eltern dieses Jahr auf gar keinen Fall noch einmal begegnen möchte. Weihnachten ist immer schwer. Und in den letzten Jahren, die ich mit meinen Großeltern gefeiert habe, sind sie jedes Mal unangemeldet aufgetaucht oder eingeladen worden. Ich ertrage das nicht nochmal, wie sie mir mit fiesem Grinsen direkt in die Augen starren, weil sie sich so mächtig fühlen. Weil sie und ich in einem Raum sind und klar ist, dass sie mit mir machen könnten, was sie wollen. Ich hatte jedes Mal einen kompletten Systemabsturz. Ich kann nicht beschreiben, wie angstgeladen diese Situation ist. Ich kann meinen Großeltern nicht vertrauen. Sie würden mir versprechen, dass sie diesmal nicht kommen, und sich wieder nicht daran halten. Ich will auch gar nicht in diese Stadt zurück. Da sind so viele Erinnerungen. An jeder Ecke trifft man irgendjemanden, den man aus dem früheren Leben kennt. Zum Glück erkennen die meisten mich nicht mehr, weil ich mich äußerlich so oft verändere. Aber ich will doch meine Schwester sehen und ihr ein Geschenk überreichen. Leider ist sie schwer einzuschätzen und ich weiß nicht, ob es ihr egal oder wichtig ist, mich zu treffen. Und auch meine Großeltern mag ich irgendwie, obwohl sie ständig mein Vertrauen missbrauchen und mich in keiner Weise so akzeptieren, wie ich bin. Ich würde meiner Oma gern Schneeherzen, ihre Lieblingsplätzchen, backen. Sie bäckt nicht mehr so gern aufwändig. Mit meinem Opa würde ich gern ein Glas Wein trinken, weil er doch sonst niemanden hat, der mal etwas mit ihm trinkt. Doch es ist so schwer, dort zu sein. Überall Erinnerungen, Fotos und Gerüche. Ständig Vorwürfe, Fragen, auf die ich lügen muss, enttäuschte Gesichter. Aber wie enttäuscht wären sie wohl, wenn ich gar nicht käme? Ich glaube, auf eine etwas umständliche Art lieben sie mich schon irgendwie. Vielleicht meinen sie es nur gut. In ihren Augen bin ich komplett falsch und vielleicht wollen sie bloß, dass ich ein anständiger Mensch werde.
Jedenfalls habe ich darüber nachgedacht, am 25. Dezember hinzufahren, sodass ich erst abends dort wäre und wir den zweiten Feiertag gemeinsam verbringen könnten. Dann könnten sie beruhigt mit meinen Eltern und meiner Schwester Heiligabend feiern und sich am ersten Feiertag traditionell zum Gänsebraten (den ich ja sowieso nicht esse) treffen. Bliebe nur noch die Frage, wie ich ihnen verklickern soll, dass ich nicht schon am 24. dabei wäre. Ich hatte sowieso vor, ehrenamtlich irgendwo zu helfen, aber ich weiß nicht, ob meine Großeltern das als Entschuldigung akzeptieren. Die Fahrt müsste ich jedenfalls jetzt buchen, erstens weil es sonst immer teurer wird und zweitens weil ich nur am Monatsanfang Geld auf dem Konto haben werde.
Aber ich weiß nicht. Ich will nicht. Ich kann nicht. Ich muss! Sie haben so viel für mich getan. Sie haben mich in Notlagen finanziell unterstützt. Sie überweisen mir immer noch jeden Monat zwanzig Euro Taschengeld. Sie haben mich 2010 zwei Monate bei sich wohnen lassen. Als ich klein war, hat mein Opa mich immer zur Musikschule und zum Theater und zum Chor und zum Zeichen- und Kommunionsunterricht gefahren. Nach der Schule war ich ganz oft bei ihnen zum Essen, weil meine Eltern ja nie da waren. Ich bin ihnen doch etwas schuldig, oder? Ich bin schuld daran, dass die Heile-Familie-Fassade zerbrochen ist. Ich bin schuld daran, dass sie sich mit meinen Eltern streiten müssen. Ich bin Schuld daran, dass sie sich Sorgen machen und deswegen krank werden. Das sagen sie mir jedenfalls ständig. Sie haben hohe Erwartungen an mich und sind enttäuscht von mir, weil ich sie nicht erfülle. Irgendwie muss ich doch beweisen, dass sie mir nicht egal sind.
Natürlich könnte ich einfach warten, bis es sowieso zu spät ist. Aber ich will lieber eine Entscheidung treffen, die ich danach nicht oder wenigstens nur teilweise bereue. Soll ich egoistisch sein und nur an mich denken? Soll ich selbstlos sein und mich fügen? Soll ich einen Mittelweg einschlagen, auf dem ich selbst bestimme, wie weit ich gehen möchte? Würden sie diesen Mittelweg, meine Grenzen akzeptieren oder sie wie üblich überschreiten? Weiß ich überhaupt, was ich will?
Ich weiß schon, dass ich diese Entscheidung nur allein treffen kann. Könnt ihr mir trotzdem eure Meinung dazu sagen?

Danke und bleibt stark! ♥♥♥

Dienstag, 25. November 2014

Eine Tüte Lebkuchenherzen

Dem nicht besonders erfreulichen Post von gestern möchte ich noch ein paar Worte hinterher schieben. Damit ihr euch nicht etwa Sorgen macht.
Einzugestehen, dass eben nicht alles in Ordnung ist, - und das habe ich gestern - ist doch immer der erste Schritt zur Besserung, nicht? Es ist zwar nichts neues. Trotzdem ist es immer wieder frustrierend, festzustellen, dass man nicht nur eine selbstzerstörerische Methode losgeworden ist, sondern gleichzeitig eine neue entwickelt hat, vielleicht ohne es zu merken. Und wenn es dann noch dieselbe ist, die eigentlich schon seit mehr als drei Jahren als überwunden gilt... Ich meine, was würde ich jemandem sagen, der mich danach fragt?
"Also mit 15 hab ich angefangen, mich zu ritzen, das war zwei Jahre später dann vorbei. Aber mit 16 habe ich angefangen, mir Deo reinzuziehen. Als ich mit 17 dann eine Essstörung entwickelt habe, war das auch vorbei. Erst mit 19 hat das Deo die Essstörung wieder abgelöst. Jetzt rate mal, wo ich inzwischen wieder angekommen bin!"
Es kotzt mich an. Ich will endlich sagen können: Ach das, ja das hab ich alles durch, aber jetzt ist alles in Ordnung! Schöner ferner Traum. Immerhin war ich zwei Jahre und acht Monate in Therapie, hat das denn gar nichts gebracht?

Aber: Gestern hab ich es "ohne" geschafft. Ich bin zwar fast wahnsinnig geworden, aber dann schlafe ich eben nicht, immer noch besser als ... ja.
Heute ist schon mal besser als gestern. Kann natürlich auch am Verdrängungs-Eiszapfen-Modus liegen. Ni hat gerade, als ich nach Hause kam, die Wohnung verlassen. Ich hatte einen Brief in der Hand.
"Ist der für mich?" hat sie gefragt.
"Nein, der ist für mich."
"Boah, scheiße man! Die blöde Scheißbahn. Das ist so gemein!", hat sie gekreischt und dabei mit dem Fuß aufgestampft. Ist ja schon irgendwie süß, wie sie sich benimmt, als wäre sie vier Jahre alt.

Jedenfalls hatte ich dann Zeit, mich ein Stündchen ans Klavier zu setzen. Ich liebe es. Auch wenn damit so viele Erinnerungen verbunden sind. Ich habe angefangen zu spielen, als ich auf das Internat gewechselt bin. In der neunten Klasse. Klavier war Pflichtinstrument in den ersten beiden Jahren. Meine Lehrerin war toll. Ich hab sehr schnell gelernt bei ihr. Fast genauso schnell musste ich aber wieder aufhören. Als ich im Dezember 2010 in die Weihnachtsferien reiste, wusste ich nicht, dass ich nie wieder zurück dürfte. Es war der Tag, an dem ich zum Jugendamt gegangen bin. Damals war ich noch fest davon überzeugt, dass ich später Musik studieren würde. Ja, ich war so naiv zu glauben, dass ich gut genug für die Aufnahmeprüfung werden könnte.^^
Schulwechsel - Wohngruppe - Aus der Traum.
Ich habe mich natürlich längst damit abgefunden. Ein bisschen neidisch bin ich trotzdem, wenn ich die Facebookposts meiner ehemaligen Mitschüler lese, von denen doch einige in die Musikrichtung gegangen sind.


Sie inspiriert mich irgendwie dazu, selbst mal wieder meine Geige in die Hand zu nehmen, die in ihrer Ecke verstaubt. Geigenunterricht hatte ich immerhin elf Jahre lang. Aber das geht leider nicht, selbst wenn niemand da wäre. Das Haus ist hellhörig und meine Nachbarn würden mich wahrscheinlich erwürgen. Ich will es auch wirklich niemandem antun. Außerdem brauche ich eine neue E-Seite, die scheppert und knarzt bloß noch.
Oh, das interessiert euch sicher alles herzlich wenig. Meine Gedanken sind nur gerade etwas abgeschweift. Konzentration ist auch nicht gerade einfach, wenn im Nebenzimmer irgendeine Musik mitgejault wird. Auf wen nehme ich hier eigentlich Rücksicht?!

Um den Bezug zum Titel herzustellen: Vorhin auf dem Weg nach Hause ist mir etwas seltsames passiert: Ich hatte plötzlich irgendwas im Schuh, ich dachte, es wäre ein Stein. Als ich den Schuh dann ausgezogen habe, lag ein 20-Cent-Stück drin. Also, ein 20-Euro-Schein wäre auch nicht verkehrt gewesen.^^ Ich hab dann alles Kleingeld, das ich noch irgendwo gefunden habe, zusammengesucht und gegen 10-Cent-Stücke aus der Tüte mit den Schulden an Ni getauscht. Und dann bin ich in den Laden und habe mir eine Tüte Lebkuchenherzen gekauft. Die hab ich ganz fest an mich gedrückt, damit sie mir ja keiner wegessen kann. Ich glaube, ich hab mich noch nie in meinem Leben so sehr über eine Tüte Lebkuchenherzen gefreut, wie in diesem Moment. Und deshalb schicke ich euch jetzt ganz viele Herzen durch die dunkelgraue Novemberwelt bis vor eure Nase.
Nächste Woche ist ja schon Dezember. Dann decke ich mich erstmal mit einem Jahresvorrat Schokolade und Apfel-Zimt-Tee ein und backe Plätzchen.^^
Seid wunderwarm umarmt, ihr Lieben. ♥♥♥

Freitag, 21. November 2014

Kleingeldklingelkasse & Tag von Effy

[Argh schon wieder das Hintergrundfarbenproblem, kommt vom Kopieren der Fragen, sorry ♥]

 Eigentlich habe ich einen anderen Post im Kopf. Einen, der davon erzählt, was unter der Oberfläche schlummert. Davon, wie es mir wirklich gerade geht. Oder wie es mir gehen sollte? 
Die Worte kommen und gehen. Mal sind sie zum Greifen nah. Dann, wenn ich sie aufschreiben will, lösen sie sich in Nebel auf. Ich versuche, sie am Wochenende endlich einzufangen.

Gruselblick nach schlafloser Nacht?
Heute erzähle ich euch etwas, das ihr vielleicht albern findet. Vielleicht könnt ihr sogar ein bisschen darüber lachen, so wie die liebe Davina
Am Mittwoch ist mir eingefallen, dass ich noch drei Teedosen und zwei kleine Beutel voll Kupfergeld besitze, die ich nie zum Wechseln zur Bank bringe. Ich konnte es kaum erwarten, nach Hause zu kommen, um das Kleingeld zu zählen. Dafür bin ich sogar in den Keller gegangen, obwohl ich es hasse, in den Keller zu gehen, weil es dort in einer Umzugskiste lag. Nach etwa einer halben Stunde hatte ich zwanzig Euro zusammen gezählt. Ich weiß, es ist unheimlich provokant, aber ich konnte nicht anders, also füllte ich das Geld in einen Gefrierbeutel, band eine goldene Schleife drum und legte es Ni auf den Schreibtisch. 
Kurze Zeit später kam sie von der Uni und natürlich ist sie ausgerastet. Mutig, wie ich an diesem Tag gewesen bin, habe ich endlich nach einem Kassenzettel verlangt, um zu sehen, wofür ich da eigentlich bezahle. Dann ging es erst richtig los. Auch wenn ich mit der Aktion natürlich provoziert habe, muss ich mich doch aber nicht anschreien lassen. Ich bin doch kein Kleinkind! Und weil ich Schreien absolut nicht ertragen kann, musste ich dann in mein Zimmer flüchten, weil mir die Tränen kamen. Immer diese dummen Tränen! 
Jedenfalls hat sie das Geld natürlich nicht genommen, sondern verlangt, dass ich es bei der Bank wechseln lassen soll. Als ob ich mich mit einem Sack Kleingeld zur Bank traue.^^
Seitdem ist sie allerdings irgendwie so stinkenett zu mir. Gestern, Donnerstag, stand ich gerade in der Küche, als Ni auch schon angehüpft kam. Wie so ein kleines Mädchen, nur die Zöpfe haben gefehlt. 
"Guck mal, Lilly, guck mal, ich hab mir ne neue Brille gekauft!" 
Ich hab mich umgedreht, ihr freches Grinsen gesehen und ganz nüchtern "Toll." gesagt. Seitdem hab ich schlechte Laune. Diese Person macht mich so SO aggressiv! Ich stehe wie unter Strom. Bis halb eins nachts waren Ni und Li wieder so laut, dass sie das Hörspiel aus meinen Kopfhörern übertönen konnten, und ich musste heute um sechs Uhr aufstehen. In der Uni habe ich sogar S. und Disney angeschnauzt. Disney hat mich fast verängstigt angeschaut. Mit der Zeit wurde es aber besser, bis ich wieder nach Hause musste. Hier warte ich nur darauf, dass Ni wieder gleichzeitig mit dem Anklopfen die Tür aufreißt und Geld sehen will. Ich habe es ihr ja gegeben, wenn sie nicht es nicht will...^^
Uni ist dagegen geradezu entspannt. Ich meine, es ist anstrengend, aber momentan brauche ich das, etwas Forderndes zu tun haben, wenn ich nicht in tiefste Depressionen verfallen will. Dazu im nächsten Post vielleicht mehr. *verdrängung an* Zum Glück muss ich übers Wochenende ein 150seitiges Drehbuch lesen. Nächste Woche müssen wir als Belegarbeit einen Drehplan entwerfen. Ich freue mich sogar darauf, solche Organisationsaufgaben lenken gut ab. 
Drückt mir bitte die Daumen, dass ich dieses blöde Wochenende überlebe. ♥



Zum Schluss gibt es noch ein paar Antworten auf die Fragen von Effy, die mich getaggt hat. Danke dir! ♥ 
Weitergeben werde ich den Tag nicht, weil ich vor Kurzem erst getaggt habe.


1. Ist das Glas halb voll oder halb leer (Optimist oder Pessimist) ? - Zur einen Hälfte voll, zur anderen Hälfte leer.
2. Was ist für dich am Winter das Beste? - Ich mag den Winter eigentlich ja nicht so gern. Aber ich liebe Apfel-Zimt-Tee oder Orange-Zimt-Tee, Lebkuchen, Vanillekipferl, die ganzen Weihnachtssüßigkeiten und alles, was nach Zimt schmeckt. Und Glühwein natürlich!
3. Was hältst du von Lügen? - Lügen sind scheiße, das sagen ja die meisten. Dabei lügt jeder von uns. Ob es nun ein falsches Lächeln ist, oder eine gefälschte Altersangabe, oder eben dieses ganze Sich-Verkaufen, was jeder tun muss, der einen Job haben bzw in der Gesellschaft akzeptiert werden will. Diese Mentalität finde ich viel eher scheiße. Warum müssen wir uns verstellen, um jemand zu sein, etwas zu gelten?! Darüber könnte ich mich hundert Jahre lang aufregen. Wenn jeder einfach so sein dürfte, wie er ist, dann wäre die ganze Lügerei gar nicht nötig. Insofern kann ich, auch wenn ich im Grunde darum bemüht bin, ehrlich zu sein, nicht sagen, dass ich selbst nicht lügen würde.
4. Hast du einen Lieblingsort? Wenn ja, welchen und warum? - Lieblingsort... Hm, ich glaube, der fehlt noch. Irgendwie so ein Ort, an dem man sich zu Hause fühlen kann, das wäre schön. Ich mag Parks ganz gerne (solange es nicht dunkel ist). In dem Park auf dem Internatsgelände damals hatte ich eine Lieblingsbank, ganz hinten in der Ecke, wo der Park in den Wald überging und man die Sonne zwischen den Bäumen hindurch blitzen sehen konnte. So ganz kitschig, ja.
5. Was würdest du gerne mal jemanden sagen, wozu du dich nie überwinden kannst? - Ach, so vieles. Aber eigentlich nichts, wo ich denke, dass ich es niemals aussprechen würde (okay, vllt doch fällt mir im Nachhinein ein). Ich will irgendwann mal alles sagen können, was ich will. Die große Klappe ist in Arbeit.^^
6. Was ist für dich der Sinn des Lebens? - Oha, das ist eine schwere Frage. Ehrlich gesagt, ich weiß es nicht. Noch nicht. Ich habe mir darüber schon sehr viele Gedanken gemacht. Vor allem als Kind und Teenager habe ich geglaubt, das Leben hätte keinen Sinn, weil wir am Ende eh sterben müssen. "Der Tod macht das Leben sinnlos." habe ich irgendwann mal in mein Tagebuch geschrieben. Das Thema hat mich so sehr beschäftigt, dass ich in eine Art Dauertodesangst gefallen bin. Als kleines Kind habe ich wirklich gedacht, ich könnte im Schlaf sterben, vielleicht hab ich deswegen schon seit ich denken kann Schlafstörungen oder umgekehrt, was weiß ich. Heute würde ich sagen, dass mich die ganze Sinnfrage weniger beschäftigt. Ich muss nicht unbedingt jetzt sofort wissen, was der Sinn des Lebens ist. Ich kann mir Zeit lassen damit, es herauszufinden. Vielleicht sollte ich den Sinn des Lebens einfach mal nicht so sehr im Zusammenhang mit dem Tod betrachten.
7. Glaubst du an Liebe auf den ersten Blick? - Ich kenn mich nicht so gut aus mit Liebe. Aber es gibt ja Leute, die behaupten, sie hätten sich auf den ersten Blick verliebt, und dann wird das wohl auch so sein. Mehr dazu, wenn ich da mehr Erfahrungen gesammelt habe.^^
8. Hattest du schon mal Angst, jemanden zu verlieren den du liebst? - Nicht nur die Angst. So ziemlich alle, die ich geliebt oder zu lieben geglaubt habe, habe ich verloren. Das liegt aber eher daran, dass es mit mir keiner lange aushält (Freundschaften sind gemeint), dass sich meine Lebensumstände seit ich 14 bin, alle ein bis zwei Jahre komplett verändert haben und ich keinen richigen Lebensmittelpunkt hatte und so. Vielleicht kommt das noch. Familie fällt weg, deswegen gibt es einfach keine beständigen Größen in meinem Leben und somit ist die Angst auch immer da.
9. Was hilft dir bei schlechter Laune/trauriger Stimmung? - Laute, laute Musik, lange Spaziergänge, Klavierspielen, unter Menschen sein, Schreiben, Filme/Serien schauen/Bücher lesen/in Traumwelten flüchten.
10. Hast du dir schon einmal gewünscht 'Frei' zu sein? - Bis vor vier Jahren, mal so familiär/räumlich gesehen. Und bis heute wünsche ich mir, auch frei in Gedanken zu sein, ohne die ganzen Verbote und die Hassstimme in meinem Kopf.
11. Was würdest du dir wünschen, wenn du einen Wunsch frei hast? - Liebe statt Gewalt, und zwar für alle Menschen (und Tiere).

Samstag, 15. November 2014

Ideen, Vorwürfe & Tag

Ich sollte sie sofort aufschreiben, wenn ich eine Idee habe.
Letzte Nacht hatte ich noch tausend Sätze für diesen Post im Kopf. Jetzt ist alles weg.


Passend dazu lag heute diese Karte in meinem Briefkasten. Von meiner Schwester mit folgendem Text: "Auch ich schicke dir eine Antwortkarte, auf der Du am besten gleich deine letzte gute Idee notierst." Vielen Dank!

Heute bin ich vor 14 Uhr aufgestanden. Nachdem mich einige Stunden zuvor das Gekreisch meiner Mitbewohnerinnen geweckt hatte. Irgendwann sind sie zum Shoppen aufgebrochen. (Hatte ich erwähnt, dass Ni "gar kein Geld" mehr hat?) Und dann habe ich mich endlich getraut, meine Großeltern anzurufen. Seit ungefähr zwei Monaten hatten wir nicht mehr telefoniert. Es lief wie erwartet:

"Wie kannst du deine Eltern nur so behandeln? Hast du denn gar kein Herz?" (klick)
"Ich wollte doch nur ..."
"Was war das eigentlich da bei dir? War das nun n Weib oder n Kerl?" (sie meint T. von der Beratungsstelle)
"Sie ist eine Frau."
"Ahja. Mama hat mir nur erzählt, dass du ganz schlechten Umgang hast. Wie kannst du dich nur mit sowas abgeben? Mama wusste ja gar nicht, wie sie es ansprechen soll!"
"Sie hat sich ihr vorgestellt!"
"Du bist so ein hübsches Mädchen. Hast du das denn nötig?"
"Kann nicht jeder aussehen, wie er mag?"
"Aber Lilly! Wie willst du mit dieser Einstellung nur durchs Leben kommen? Du wirst nie einen Mann finden!"
(ich hab mal nur die Kernaussagen des Gespräches zusammengefasst)

Dann hat sie mir noch vorgeworfen, mir wäre ihre entlaufene Katze genauso egal, wie ihre Gesundheit, und ich habe ihr von dem Schreibwettbewerb erzählt, um nicht als völlig nutzlos dazustehen. Dass ich Weihnachten nicht in meine Heimatstadt fahren werde, habe ich lieber noch für mich behalten. Das Telefonat hat mir nur bestätigt, dass ich da nicht hin will. Ich will mir nicht anhören müssen, dass ich ja so viel zugenommen hätte, während sie mir eine Tafel Schokolade nach der anderen vor die Nase legt. Will nicht die immer gleichen Fragen beantworten, warum ich denn noch immer keinen Freund habe, ob mir denn keiner gefiele und warum ich mich nicht auf den netten Kumpel meiner Schwester einlassen würde. Will nicht hören, wie sie über meine mit 40 noch unverheirateten Tante und meinen schwulen Cousin herzieht und mit erhobenem Zeigefinger Wehe, du endest mal so! sagt. Ja, ich weiß, alte Leute reden nunmal so. Aber nicht nur sie, alle meine Verwandten, selbst meine Schwester und ihr Freund reden so. Und ich soll so tun, als wäre ich ganz ihrer Meinung und meiner Oma versprechen, mit 25 zu heiraten und mit meinem gutaussehenden, wohlhabenden Ehemann genau zwei Kinder zu bekommen?! Diese Vorstellungen sind ungefähr eine Millionen Lichtjahre von meinen eigenen entfernt.
Manchmal frage ich mich, wie ich trotz der hinterweltlerischen Ansichten meiner "Familie" so aus dem Rahmen fallen konnte. Und langsam ist mir deren Anerkennung auch egal, denn sie würden mich nur akzeptieren, wenn ich ihnen eine Identität vorlügen würde, die nicht meine ist.

Weil ich gerade wieder wütend werde und euch das ersparen möchte, beantworte ich jetzt noch die Fragen von der lieben Luisa, die mich getaggt hat. Danke, Liebes! Weitergeben werde ich den Tag diesmal nicht, habe ich ja gerade erst gemacht.

1.) Was machst du nur, wenn du alleine bist? - Momentan Klavierspielen und Singen. Das ist mir vor unangenehm vor meinen Mitbewohnerinnen. Außerdem hab ich keine Lust auf Nis Kommentare von wegen "Ich dachte du könntest voll gut Klavierspielen" -.-
2.) Dein Lieblingsmusiker? - Kann ich so nicht sagen. Mein Musikgeschmack geht durch alle möglichen Richtungen, das ist total stimmungsabhängig und ändert sich auch immer mal.
3.) Was würdest du deinem jüngeren Ich sagen? - Liebe Lilly, die du jünger als 16 bist, du musst nicht darüber nachdenken, dich umzubringen, es gibt da in der Musterstraße X eine Inobhutnahmestelle, du musst nur klingeln und sie nehmen dich sofort auf. Das hätte ich meinem jüngeren Ich gesagt, als es ständig abgehauen ist und nicht wusste, wo es hin sollte.
4.) Welcher Mensch hat dich in deinem Leben am meisten geprägt? - Oh, das ist eine schwierige Frage. Du meinst sicher positv geprägt oder? Ehrlich gesagt, keine Ahnung. Ich denke, das sind mehrere, vielleicht sogar viele Menschen, da kann ich mich jetzt nicht für einen entscheiden. Und ich denke auch, dass ich noch ein bisschen zu jung bin, um diese Frage beantworten zu können.

5.) Wenn du einfach alles hinter dir lassen könntest, Neustart: Was würdest du mit deinem Leben anfangen? - Ich würde in Berlin bleiben, denke ich. Vielleicht würde ich etwas anderes studieren und einen ziemlich coolen Nebenjob haben. Und ich würde versuchen, richtig tolle Leute kennenlernen und vielleicht irgendwas auf die Beine stellen oder so. Weiß nicht. Also eigentlich ja genauso wie jetzt auch. Aber wenn ich die ganzen Depressionen und alles und die Geldsorgen wegschmeißen könnte, dann wär das alles viel einfacher.
6.) Du hast 1.000€ und einen Tag Zeit, es auszugeben: Was stellst du an? :D - Ich nehme mir einen lieben Menschen mit und dann gehen wir shoppen und essen und ins Kino oder Theater und danach betrinken wir uns. Den Rest bekommt dann eine Organisation gespendet, die sich für irgendwas mit Kindern und ihren Rechten einsetzt. Oder so. Ich hasse diese Geldfragen! :D
7.) Was sollte man öfter sagen? - Du bist wunderschön und liebenswürdig und genau richtig so, wie du bist und ich mag dich!
8.) Welches Wort gehört abgeschafft? - Ich glaube jedes Wort existiert aus einem bestimmten Grund zu einem bestimmten Zweck. Lasst den Worten doch ihre Existenzberechtigung! :D Naja, gut, so einige demütigende, diskriminierende, verletzende Schimpfwörter könnten abgeschafft werden. Aber das sind dann wie gesagt Wörter, keine Worte. 


So. Fertig. Schlaft schön, wenn ihr schlaft, und übertreibt es nicht, wenn ihr die Nacht zum Tag macht! ♥


Donnerstag, 13. November 2014

Die Gesichter des Todes

Einer unserer Dozenten hat sich umgebracht. Die erste Nachricht des Tages.
Ich hatte nicht viel mit ihm zu tun, aber für die Schauspielstudenten war er der erste Ansprechpartner. Ich weiß noch, wie er das erste Mal in die Klasse kam, um sich vorzustellen. Er erzählte mit einer Begeisterung von seiner Arbeit, die man sonst mehr aus den Augen eines Kindes lesen kann. Sie schien sein Lebenstraum zu sein.Ein anderes Mal trafen wir ihn in der U-Bahn und obwohl er sich mit meinen Kommilitonen über ihre Schauspielsachen unterhielt, gab er mir die Hand und fragte nach meinem Namen. Wenn ich in der Mittagspause mit S. zusammen saß und er vorbei kam, erkundigte er sich jedes Mal nach ihrem Befinden. Und jetzt ist einfach ein Mensch weg. Puff.

Ich kann mit dem Tod allgemein nicht gut umgehen.

Beim Öffnen der Facebookseite springt mir zuerst ein Beitrag mit der Nachricht entgegen, dass ein Ehepaar zufällig tot in seiner Wohnung aufgefunden wurde, in den Kommentaren eine Diskussion darüber, wie einsam die Menschen in der Großstadt werden können. Darunter sucht eine Frau Spenden für ein Kinderhospiz. Und darunter muss jemand sein Kaninchen einschläfern lassen.

Mir wird schlecht.

Ich war 11, als meine Omarie gestorben ist. Sie war schon eine Weile krank gewesen. Meine Mutter und meine Schwester waren sie besuchen, als es passierte. Meine Mutter beschimpfte mich dafür, dass ich nicht noch einmal bei der Oma gewesen war, denn nun würde ich sie nie wieder sehen und sollte mich schämen. Meinem Vater warf sie vor, nicht um seine Mutter zu trauern. Meine Tante verurteilte sie dafür, dass sie an dem Abend sieben Scheiben Brot aß, denn ihrer Definition nach durfte ein ernsthaft Trauernder weder essen noch schlafen.

Als ich erfuhr, dass die einäugige schwarze Katze meiner Oma eingeschläfert worden war, schloss ich mich im Badezimmer ein, weil mir die Tränen kamen. Ich hatte früh gelernt, dass man nur weinen durfte, wenn man allein war.

Eines Tages kam ich von der Schule nach Hause und mein Kaninchen lag tot in seinem Stall. Ich rüttelte panisch an dem Käfig, doch meine Lili bewegte sich nicht mehr. Ich rief meine Mutter auf der Arbeit an und schluchzte: "Lili ist tot! Lili ist tot!"
Sie schien nicht sonderlich überrascht zu sein: "Schön, dann können wir uns jetzt endlich eine Katze anschaffen!"
"Mama, kann ich bitte die Orchesterprobe heute ausfallen lassen?"
"Nein, Lilly. Du weißt genau, dass du danach noch die Probe mit Frau X hast. Wir treffen uns dort."
Als mich die Geigenlehrerin fragte, warum ich so rotgeweinte Augen hätte, kam meine Mutter mir zuvor und sagte, ich hätte eine Pollenallergie, nichts weiter.

Und mit 15 dachte ich schon über meinen eigenen Tod nach. Ein scharfes Küchenmesser in der Nachttischschublade und eine Blechdose gebunkerte Tabletten. Ich behielt sie gut versteckt in meinem Internatszimmer, bis ich endgültig bei meinen Eltern auszog. Sie blieben meine geheime Hintertür, mein letzter Ausweg. Wenn sie dich wieder nach Hause schicken, hast du immer noch diese eine Möglichkeit., dachte ich.

Der Tod begleitet uns bis zum Ende. Aber was ist dazwischen? Was ist jetzt? Sollten wir nicht jeden Tag nutzen, solange er noch nicht vorbei ist?
Ich kann es nicht.
Die Zeit vergeht wieder einmal ohne mich. Ich schlafe zu viel. Zehn, elf Stunden. Wenn ich aufstehe, geht die Sonne ganz schnell unter. Heute musste ich mich dreimal vergewissern, dass heute Donnerstag ist. Raus gehen ist nicht so einfach. Als mich ein Auto angehupt hat, weil ich nicht mitbekommen habe, dass ich über die Straße gehen kann, hab ich Kehrt gemacht.
Ich verstecke mich unter der Bettdecke vor den Monstern da draußen.

Ach, nächste Woche ist wieder Uni, dann ist das vorbei. Dann will ich wieder in diese Traumwelt zurück. Aushalten, einfach aushalten. Heute, morgen, nächste Woche, nächsten Monat, nächstes Jahr.
Ich überlege, ob ich nicht doch noch einmal versuchen sollte, eine Therapeutin zu finden. Aber ich hab viel zu viel Angst, wieder nur an Idioten zu geraten, die mir irgendwelche Wunderheilungen versprechen wollen für etwas, das keiner Heilung bedarf!! Ich glaube auch nicht, dass eine Therapie Sinn machen würde, solange meine Situation so instabil ist. Mit meiner früheren Therapeutin kam ich auch nur so gut klar, weil sie mich größtenteils mit diesen ganzen Übungen in Ruhe gelassen hat. Ich kann mich nicht darauf einlassen, finde es total bescheuert, mir irgendwelche Tresore oder sichere Orte vorzustellen, das macht es auch nicht besser, glaubts mir, ich habs probiert. Einmal sollte ich so Kärtchen ausschneiden und da was draufschreiben, und dann kam ernsthaft die Frage, warum ich denn die eine Karte größer geschnitten hätte, als die andere. Zufall?!
Nein, ich will nicht reden. Ich tu einfach so, als wäre nichts gewesen. Alles halb so schlimm. Ich lese täglich von Menschen, denen es viel schlechter geht als mir. Brauche nur die Zeitung aufzuschlagen. Da frage ich mich, ob meine Probleme wirklich nicht nur Glitzerweltprobleme sind?
Also, Jammermodus aus. Ich könnte schließlich alles haben, würde ich mir nicht selber Sorgen schaffen, bloß weil ich ein bisschen einsam bin.



Dienstag, 11. November 2014

♥ 70 Menschen ♥

♥♥♥

Ihr Lieben seid nun schon 70! Und mit den Facebook-Menschen sogar 91. Das sind 182 Augen, die regelmäßig meine Gedankenmüllkippe aufsuchen. Danke dafür und danke für jeden einzelnen wundervollen Kommentar! Ohne euch würde ich nie die tiefen dunklen schwarzen Löcher überstehen und ohne euch könnte ich die schönen Momente mit niemandem teilen. Dabei habe ich gedacht, dass ich sowieso nicht lange durchhalten werde, als ich diesen Blog eröffnet habe. Ich hätte nicht erwartet, dass ich auch nur einen Follower haben würde. Schon Wahnsinn, was für ein warmer und geborgener Platz die Bloggerwelt für mich geworden ist. Ich bin immer wieder fasziniert von dem sanften, einfühlsamen Miteinander hier. Warum kann es im Real Life nicht genauso sein?

♥♥♥

Zur Feier des Tages gibt es heute endlich die Aktualisierung der Seite Ana/Mia, die jetzt hoffentlich nicht mehr so große Missverständnisse hervorruft. Ich hab den ganzen Tag daran gesessen, also schaut sie euch gefälligst an.^^ 
Mir geht es so undefinierbar irgendwie. Nicht gut, aber... In Gedanken lebe ich in einer fernen schönen Zukunft und in der Realität gehe ich nicht vor die Tür. Ich träume mich weit weg, weil ich mit der Situation hier gerade nicht mehr klar komme. Ich will nicht an das Minus auf meinem Konto denken oder daran, dass es mit keinem der Jobs etwas wird oder dass es mit dieser Stiftung nicht geklappt hat oder dass der Zauberer mich nicht in Ruhe lässt oder dass ich allen möglichen Leuten Geld schulde. Das kann ich einfach gerade nicht.  Es ist zu viel geworden und da hat mein Kopf sich abgeschaltet. Also ziehe ich mir die ganze Zeit Lieder und Videos rein, die mir sagen, dass ich gut so bin, wie ich bin, und dass ich alles erreichen kann, was ich will. Meine Traumgrundlage. Da will ich auch hin. Den Menschen sagen, dass sie wunderschön sind, auch wenn sie nicht glitzern. 

♥♥♥

Weil ihr mit der Aktualisierung ja einiges an Lesestoff habt, wars das jetzt. Ganz viel Liebe euch! 

♥♥♥

Montag, 10. November 2014

Lovely Tag

(Entschuldigt die komische Schrift und den hässlichen Hintergrund, da ist wohl irgendetwas schief gelaufen)

Meine Lieben, ich wurde getaggt, und zwar von der bezaubernden Lovely!
Für alle, die sie noch nicht kennen, hier noch einmal die Regeln:


1) Verlinke die Person, die dich nominiert hat. Ja, da oben stehst du :) 
2) Beantworte die Fragen.
3) Nominiere weitere 11 Blogger.
4) Stelle weitere 11 selbst ausgedachte Fragen an die von dir Nominierten.
5) Benachrichtige sie.

Und hier: Lovelys Fragen & Lillys Antworten:

1) Dein Leben ist ein Buch. Welchen Titel trägt es? - Laut. Und das Cover ist knallbunt und von einer Seite wehen meine roten Haare ins Bild.^^ Das wär dann nämlich genau das Gegenteil von dem, was alle erwartet hätten.
2) Du hast einen Wunsch frei. Was wünscht du dir? - Dass wir aufhören, einander wehzutun.
3) Was schätzen andere an dir? Was schätzt du selbst an dir? (*Nichts* ist keine gültige Antwort)- NICHTS, nein Spaß. Hm, ich schätze, andere schätzen meine Ohren, weil die so gut zuhören können und (im Gegensatz zum Rest von mir) ungeheuer geduldig sind. Und ich? Tja, ich weiß nicht, vielleicht die Ehrlichkeit, die allerdings keinen Anspruch auf Perfektion erheben darf, schließlich ist niemand vollkommen ehrlich in einer Glitzermaskenwelt.
4) Wenn du ein Bild malen würdest, das nicht deine Person, sondern deinen Charakter verdeutlichen soll: Was würdest du malen? - Zuerst mal würde das ein ziemliches Gekrakel sein, weil Malen wirklich nicht zu meinen Stärken zählt. Und dann noch den eigenen Charakter in ein Bild fassen? Allein überhaupt selbst seinen Charakter einzuschätzen, finde ich schon sehr schwer. Ich würde vielleicht etwas aus Wellen und Zacken malen, ein buntes Gewirr aus kurvigen Wegen, denn ich bin kein besonders geradliniger Mensch. Ich denke, ein Charakter passt genauso wenig auf ein Bild, wie ich zum Beispiel in eine Schublade. Das ist alles so vielschichtig, dass man schon einige Kilometer Papier gebrauchen könnte.^^
5) Wenn du dich entscheiden müsstest, eine Ewigkeit zu leben, ohne je sterben zu können, oder nur noch eine Woche - Wofür würdest du dich entscheiden? Warum? - Nur noch eine Woche leben? Das wäre mir viel zu kurz. Ich bin ein neugieriger Mensch, ich muss überall mal gucken, also würde ich doch die Ewigkeit wählen und ausprobieren, was dann passiert.
6) Bist du ein Familienmensch? Möchtest du selbst einmal eine Familie gründen? Oder sind dir andere Dinge wichtiger? - Ich weiß nicht, ob ich ein Familienmensch bin... Ich habe ja noch nicht besonders viel Familienleben erleben dürfen. Die Familiengründung ist für mich einfach noch viel zu weit weg, ich meine, ich habe ja noch mindestens 10 Jahre Zeit. Und ich kann mir im Moment nicht einmal vorstellen, jemals eine Beziehung zu führen. Vielleicht möchte ich später mal ein Kind adoptieren, wenn der Staat dann soweit ist, dass "wir" das auch dürfen. Den Gedanken, einem kleinen Menschen eine bessere Kindheit bieten zu können, als es die bei den leiblichen Eltern oder in Heimen hätte, finde ich irgenwie sehr schön, gerade wenn ich mal meine eigenen Erfahrungen betrachte.
7) Was ist dir wichtig in deinem Leben? Wofür lohnt es sich, aus deiner Perspektive, zu leben? - Für mich ist es zu einem großen Teil die Neugier, die mich antreibt: Was kommt als nächstes? Was ist alles möglich? Wird es irgendwann besser? Und wie fühlt sich das an? Ich möchte das Leben erleben, es kennenlernen und dann schau ich mal, ob ich etwas finde, das mir gefällt. Wenn nicht, kann ich ja immer noch gehen. Aber erst, wenn ich alles ausprobiert habe.
8) Vor dem Sturm flüchten oder im Regen tanzen? - Kommt auf den Sturm an... Wenn es dunkel ist oder riesige Hagelkörner vom Himmel fallen, eher fliehen. Ein erfrischender Sommerregen dagegen lädt förmlich zum Tanzen ein. :)
9) Du hast die Macht, alles, was je passiert ist, auszulöschen. Würdest du es tun? Kommt drauf an, ob ich dann dafür etwas anderes einsetzen könnte. Denn wenn nicht, dann wäre ich ja niemand mehr. Dann würde ich vielleicht nur einen kleinen Teil löschen, die kleinen Spitzen, die zu viel gewesen sind, durch deren Fehlen ich aber nicht weniger vom Leben gelernt hätte. Es ist nun einmal so, dass unsere Vergangenheit uns zu dem gemacht hat, was wir heute sind. Und die Folgen sind immer negativ und positiv. Wir sind ja hier nicht auf dem Ponyhof, man kann sich nicht nur das Schöne, Glitzernde herauspicken. Und hätte, würde, könnte, wir haben diese Macht nicht, also müssen wir lernen, damit zu leben und umzugehen, was uns passiert ist. Also kann ich die Frage, glaube ich, nicht wirklich beantworten...
10) Glaubst du daran, dass du alles erreichen wirst, was du dir für deine Zukunft vorstellst? - Nun, alles sicher nicht. Dafür sind meine Träume dann doch eine Spur zu unrealistisch. Aber ich hoffe doch, dass einiges gelingen wird. Das hängt allein davon ab, wie sehr ich mich bemühe und dafür kämpfe.
11) Du in einem Wort? - unfassbar

Damit sind wir auch schon am Ende. Und kommen nun zu den elf Fragen eurer Elfe:

1.) Wie heißt das Musikstück/Lied/Song, das du zuletzt gehört hast?
2.) Welche_r Blogger_in aus deiner Leseliste hat zuletzt veröffentlicht/steht als erstes in deinem Dashboard?
3.) Welcher ist dein aktueller Lieblingstee zum in die Decke kuscheln an kalten Tagen?
4.) Womit verbringst du deiner Meinung nach viel zu viel Zeit?
5.) Und womit viel zu wenig?
6.) Was würdest du gern an der Welt verändern? (Ein Beispiel reicht)
7.) Was ist deine Lieblingsweihnachtssüßigkeit?
8.) Ist dein Zimmer/deine Wohnung immer aufgeräumt oder bist du genauso chaotisch wie ich?
9.) Welche Farbe passt deiner Meinung nach gut zu deiner Persönlichkeit?
10.) Welcher Film könntest du dir immer wieder ansehen?
11.) Womit kann man dir die größte Freude machen?

Ich tagge diese wundervollen Menschen:

Lia
Mademoiselle Verte
Lina
Davina
Lucy
Emma
Last Blasphemies
Kiwi
Melli
María
Kathi

Ich habs tatsächlich geschafft, 11 Menschen zu finden. Wünsche euch viel Spaß beim Beantworten. Mir ist irgendwie nichts Tiefgründiges eingefallen, also sind die Fragen ein wenig lockerer. Aber ist ja auch mal ganz nett.
Ganz viel Liebe euch! ♥

Freitag, 7. November 2014

Glitzermaskengrinsen

Man sollte mir wirklich den Mund zukleben.
Oder mir die Worte aus dem Hals zerren, die verzweifelt darin stecken bleiben.

Dozent: "Seien Sie doch mal ein bisschen freundlicher, ein bisschen netter."
Lilly: "Das kommt halt immer aufs Gegenüber an."
Klasse: O.O
Lilly ergreift Flucht.

Beratungsstelle. Die Wand anstarren. Schweigen. Eine Belanglosigkeit erzählen. Das Loch in ihrer Strumpfhose anstarren. Schweigen. Blickkontakt suchen. Schnell wieder wegschauen. Ja sagen. Die Decke anstarren.
In ganz seltenen Fällen wäre es doch ganz nützlich, wenn das Gegenüber Gedanken lesen könnte. Kann sie aber nicht.

Ich wollte nicht, dass der Termin zu Ende geht. Ich hätte noch eine viertel Stunde Zeit gehabt. Ich wäre lieber da geblieben. Ich hatte das Gefühl, dass da draußen ein tiefes dunkles Loch auf mich wartet. Das Gesicht des Zauberers vor Augen. Meine "Eltern" im Nacken. Die glätteisenglatte Glitzerwelt um mich herum. Ich bin weg gerannt. Den ganzen Weg von der Beratungsstelle bis nach Hause. Nach Hause. Wo ist das?

Schneller. Schneller!
Nein, du gehst nicht in den dunklen Wald. Reiß dich zusammen!
Ich kann aber nicht mehr...
Doch, du kannst!
Nahein, ich will nicht mehr, bitte. Ich geb auf.
Nix da! Du hast die letzten 5 Jahre gekämpft, willst du das einfach wegwerfen?
Aber ich hab doch gar nicht gekämpft. Ich hab bloß gewartet. 
Du hast so viel geschafft, siehst du das denn nicht?
Nein. Ich hab gar nichts geschafft, ich hab auf ganzer Linie versagt.
Unsinn! Nur, weil du ein paar Schwierigkeiten hast...
Ich bin absolut unfähig. Ich kann mich nicht mal um meinen eigenen Unterhalt kümmern!
Das lernst du schon noch, das braucht eben Zeit.
Ich hab aber keine Zeit mehr! Mir fällt alles auf den Kopf, ein Wunder, dass mein Schädel noch nicht gebrochen ist! Ich kann nicht mehr. Ich will nicht mehr!
Schnauze! Ich will, dass du lachst. LACH!

Ja, ich führe Selbstgespräche.

Ich bin meine Kontaktliste durchgegangen. S. hat nicht ständig Zeit für mich. Zu Sunny habe ich keinen Kontakt mehr. Es gibt niemanden, zu dem ich gehen kann.
Nächste Woche ist frei. Leer. Ich hab Angst vor nächster Woche. Und vor übernächster Woche. Und vor nächstem Monat. Und vorm nächsten Jahr. Natürlich auch vor dieser Nacht.

Da rollen sie wieder, die "Krokodilstränen", für die sie mich immer ausgelacht haben. Deshalb darf sie niemand sehen, damit niemand sagen kann, es wären falsche Tränen. Du bist falsch, haben sie so oft zu mir gesagt. Dabei war nie etwas so echt, wie dieses Gefühl zu ersticken.

Tränen trocknen und ein blutrotes Lächeln auf die Lippen malen. Haben alle ihre Glitzermasken auf? Perfekt lassen wir die Vorstellung beginnen!



Mittwoch, 5. November 2014

Blogdesign und andere Sorgen

Wie ihr seht, habe ich ein wenig am Design meines Blogs gebastelt. :)
Ich mag den dunkleren, beerigeren Farbton, weil er irgendwie erwachsener wirkt, denn es ist mir sehr wichtig, ernst genommen zu werden - wehe ihr lacht jetzt! Ich habe auch kurz überlegt, ob ich ganz andere Farben nehme, aber ein Blog mit dem Namen ElfenTraum(a) muss doch auch etwas elfenhaft aussehen. Außerdem steht lila/violett für das Unklare, schwer zu Definierende, schwer Greifbare, für Individualität, Extravaganz und Geist, es wirkt sensibel, einfühlsam, feminin, ungewöhnlich und geheimnisvoll. Passt, oder?
Dann habe ich noch eine neue Seite erstellt, auf der ihr das Kontaktformular findet. So müsst ihr das Ding nicht mehr ewig suchen und könnt mir jederzeit auch privat eine Nachricht schreiben. Die Mails davon lasse ich jetzt auch direkt an die E-Mailadresse weiterleiten, bei der das mit der Benachrichtigung auf dem Handy funktioniert, sodass ich nichts mehr verpassen oder übersehen kann. Die Seite Ana/Mia werde ich demnächst überarbeiten, denn meine Essstörung ist in den letzten Monaten doch sehr in den Hintergrund gerückt. In dem Forum bin ich nicht mehr aktiv und ich lege absolut keinen Wert mehr darauf, Gewicht zu verlieren. Mein Essverhalten ist allerdings immer noch ziemlich chaotisch, gerade, weil ich ja selbst am Essen sparen muss und Schokolade weiterhin eine große Rolle als Seelentröster einnimmt. 
Bei der Reihenfolge der Elemente an der Seite bin ich mir noch nicht ganz sicher. Das ist so unübersichtlich. Was sagt ihr dazu?

Falls ihr euch gerade fragt, ob ich keine anderen Sorgen habe: Doch. Geldsorgen zum Beispiel. Gestern musste ich feststellen, dass meine Eltern mir für Oktober und November jeweils 100 Euro weniger überwiesen haben, als bisher. Leider haben mich genau diese 100 Euro in letzter Zeit immer über den Monat gerettet. Das heißt, ich habe bereits am Anfang des Monats null komma keinen Cent mehr. Die Bank hatte mir auch schon einen Brief geschickt mit der Aufforderung, meinen Kontostand auszugleichen. In der Erwartung, dass das Konto demnnächst gesperrt sein könnte, habe ich mir einen kleinen Vorrat angelegt. Positiv zu verzeichnen ist allerdings, dass meine Eltern die Miete wohl gezahlt haben. Man soll ja positiv denken.
Eine Ausrede gibt es sowieso nicht dafür, dass ich mich selbst in diese Situation gebracht habe. Ich habe mir einen Studiengang ausgesucht, der so viel Geld kostet. Ich habe den Kreditantrag zu lange herausgezögert. Ich habe mich nicht vergewissert, ob meine Adressänderung auch bei der Bank angekommen ist. Ich bin gefeuert worden, weil ich den Pinguinjob nicht gut genug gemacht habe. Ich habe immer noch keinen neuen Job. Ich habe mich nicht den Erwartungen meiner Eltern gefügt, damit sie mir meinen Unterhalt zahlen. Und ob es etwas bringt, mich deswegen fertig zu machen! Wie soll ich jemals lebensfähig werden, wenn ich meine Unfähigkeit nicht kritisiere? Wenn ich also mehr bin als meine Krankheit, dann darf ich der Krankheit auch nicht die Schuld daran geben, dass ich mein Leben nicht auf die Reihe kriege. Es handelt sich bei all den Versäumnissen um solche Dinge, die man "einfach" machen muss. Da hilft kein Heulen und Jammern. Man muss sich seinen Ängsten stellen. Aber wie? WIE?
Mit Druck? Ich muss. Ich muss. Ich muss. Ohne Druck? Morgen. Morgen. Morgen.
Irgendwie. Muss es doch weitergehen.

Ich hab Lust zu schreiben. Den Blog. Ein Buch. Journalistisch? Radio fände ich auch ganz cool. Laut Dozent hab ich ja eine gute Sprecherstimme. Musik sollte auf jeden Fall wieder mehr Raum in meinem Leben einnehmen. Unternehmungen mit Freunden wären toll. Wenn ich mir auch mal ein Bier leisten könnte. Ich hätte soo gerne ein paar neue Klamotten. Zwei, drei Teile nur. Mit den roten Haaren kann ich vieles nicht mehr anziehen, gerade jetzt in den kalten Jahreszeiten. Okay, absolutes Luxusproblem, ich gebs zu. Aber ein bisschen träumen ist erlaubt, oder?
Und Bücher! Ich muss dringend mal wieder etwas Gutes lesen. Außerdem interessieren mich so viele Dinge, über die ich mehr wissen möchte. Morgen habe ich schon wieder frei und keine Ahnung, was ich anstellen soll. Klavier spielen ist ja nicht, wenn meine Mitbewohnerinnen zu Hause sind. Und Li hat gerade ihre Mutter zu Besuch. Natürlich werde ich nach Jobs suchen und nach weiteren Lösungsmöglichkeiten für meine unzähligen Probleme. Aber wenn ich das den ganzen Tag mache, werde ich wahnsinnig. Ich fühle mich irgendwie gleichzeitig unterfordert und überfordert. Ich hab so viel vor, so viele Ideen, ich will so viel, aber dieser ganze Ballast blockiert das alles. Meine Schwester antwortet mir einfach nicht. Meine Eltern kürzen mir das Geld, weil sie ja soo arm sind. Meine Großeltern haben sich ewig nicht gemeldet und ich habe ein total schlechtes Gewissen, weil ich mich nicht traue, sie anzurufen. Ich habe dauernd Schiss, dass irgendjemand stirbt oder was anderes schlimmes passiert. Ich muss mich mit dämlichen Dozenten, komplizierten Kommilitonen, neugierigen Mitbewohnerinnen und anzüglichen Zauberern herumschlagen. Ich kann nicht schlafen. Ich träume, dass ich mich in der Badewanne ertränke. Ich muss Ni meinen Teil für die Ikea-Sachen bezahlen, meine Rate fürs Schwarzfahren überweisen und schulde S. noch sechs Euro. Das macht alles keinen Spaß und ich will nicht schon wieder in die Depression zurück. Hilfe!

Dann werde ich mal weiterlächeln, positiv denken und Schokolade essen! :)
Kennt ihr das, wenn ihr eure Situation irgendwann nur noch auf die Schippe nehmt, weil sie nur mit einer gutgemeinten Portion Humor zu ertragen ist? Gut, ich bin nun weniger witzig als zynisch. Aber ich finde es immer wichtig, dass man auch mal über sich selber lachen kann. Was wären wir komischen Menschen ohne Comedy?

Montag, 3. November 2014

Schlafen - Aufstehen - Weitermachen

... wenn es nur so einfach wäre.

 Wenn ich früh aufstehen muss, ist es mir fast unmöglich, ausreichend Schlaf zu finden. Gegen 21 Uhr ziehe ich mich zurück, zünde Kerzen an und nehme meine Lichterkette in Betrieb. Dann trinke ich einen Tee, lese etwas oder schaue mir noch ein paar Videos an. Spätestens um elf mache ich das Licht aus und der Spaß kann beginnen. Wenn die Gedanken zu laut werden, versuche ich sie mit Musik zu übertönen. Null Uhr. In sechs Stunden klingelt der Wecker. Manchmal bin ich schon fast im Traumland versunken und im nächsten Moment sitze ich kerzengerade im Bett, weil es ein Albtraum gewesen ist. Halb eins. Ich schlage auf mein Kissen ein. Ich muss jetzt schlafen. Ich muss! Meine Füße strampeln die Decke weg. Es ist viel zu warm. Fenster auf. Luft, ich brauche Luft! Mir ist kalt. Ich greife nach der Decke und meinen beiden Stofftieren. Draußen fängt jemand an zu singen. Fenster wieder zu. Manchmal schleiche ich in die Küche und esse irgendwas. Dann schaue ich mir so lange Bilder auf Instagram an, bis meine Augen brennen. Wenn ich Glück habe, bin ich gegen zwei Uhr eingeschlafen. Wenn ich großes Glück habe, wache ich erst mit dem Weckerklingeln wieder auf. Am Morgen brauche ich eine ganze Weile, um von Traum zu Wirklichkeit zu finden, und mindestens eine halbe Stunde, bis ich mich aus dem Bett gequält habe. DAS macht es mir so schwer, zur Uni zu gehen.

Die Klausur ist gut gelaufen. Sie war auch wirklich einfach. Der Unterricht dagegen war nervig. Wenn ein Dozent jemanden auf dem Kieker hat, dann meistens mich. Ich weiß gar nicht warum. Ich bin still, unauffällig, vielleicht etwas abwesend. Aber nur weil ich mal nicht aufgepasst habe, bin ich noch lange nicht dumm.
"Was machen Sie eigentlich hier? Wenn Sie so gar nichts wissen, dann können Sie auch gleich zu Hause bleiben! Beteiligen Sie sich am Unterricht!"
Natürlich weiß ich, dass 8 Bit ein verdammtes Byte sind. Aber wenn man vor der ganzen Klasse bloßgestellt wird, hält man doch lieber den Mund, bevor es noch unangenehmer wird. Die schlagfertigen Antworten sind mir wie immer erst hinterher eingefallen.
Dozent:           "Haben jetzt alle einen neuen Ordner erstellt?"
Kommilitone: "Ja man, das dauert doch keine fünf Stunden!"
Dozent:           "Man kann ja nie wissen. Lilly, haben Sie den Ordner schon?"
                        "Natürlich.", zische ich.
                        "Natürlich?!" Dozent zieht die Augenbrauen hoch.

Am Wochenende hab ich den Zauberer wiedergesehen. War klar, dass ich ihm irgendwann begegnen würde. Der Zauberer ist der, der ... im Juli ... ihr wisst schon.
Ein Mädchen aus der Regieklasse hatte mich zu ihrer Party eingeladen. Die war auch wirklich gut und er ist erst gegen Ende erschienen. Leider hat er nicht wie ich so getan, als würden wir uns nicht kennen. Im Gegenteil, er war sogar ziemlich aufdringlich. Ständig hat er sich neben mich gesetzt, versucht, seinen Arm um mich zu legen oder seine Hände an anderen Stellen zu platzieren. Später hat er mir noch eine sehr anzügliche Nachricht geschrieben, für die er sich immerhin am nächsten Tag entschuldigt hat. Keine Sorge, ich habe das Ereignis inzwischen so weit verdrängt, dass es mir trotzdem gut geht. Aber was mich fast noch mehr gestört hat, war der Kommentar: "Stell dich doch nicht so an. Kannst dich ruhig mal von dem Zauberer anmachen lassen." Wie deutlich muss ich eigentlich noch werden? Ich. Will. Das. Nicht. Und ich hab es so satt, von allen immer nur herumgeschubst zu werden!!!

Dabei bin ich so viel mehr als nur ein kleines stilles Mäuschen. Ich hab mehr zu bieten, als meine angeknackste Seele. Ich bin mehr wert, als ein attraktiver Körper je ausdrücken könnte. Das mag egoistisch klingen. Ist mir egal. Aber ich kann ganz anders sein. Manchmal sind die Verbote in meinem Kopf ganz leise. Gerade wenn es mir so gut geht, wie am Wochenende. Dann bin ich wie ein Flummi. Ich hüpfe rum. Ich ecke an. Ich sage, was ich will. Ich lache lauter als die anderen. Ich stelle Fragen. Ich stibitze mir eine von den Salzstangen, die derjenige neben mir in der Hand hält. Ich diskutiere. Ich tanze. Ich umarme meine Freundinnen. Einfach so. Ohne mir vorher hunderttausend Mal zu überlegen, ob das jetzt richtig ist.
Vielleicht hasse ich mich morgen für jedes einzelne Wort, das ich gerade geschrieben habe. Aber irgendwann werde ich vielleicht zurückblicken und denken: Gut, dass ich damals den Mund aufgemacht habe. Ich würde es bereuen, hätte ich für immer geschwiegen.
In diesem Sinne: Weitermachen!



Samstag, 1. November 2014

Heute vor 5 Jahren

Ich sitze hier in meinem Bett mit einer Tasse Apfel-Zimt-Tee, kinderbueno und dem Zeug, das ich für die Klausur am Montag lernen muss, und blicke wieder einmal zurück. Wie jedes Mal, wenn sich ein besonders markanter Tag aus meinem Leben jährt.
Heute vor 5 Jahren war ein Tag, an dem ich eine schlimme Auseinandersetzungen mit meinen Eltern hatte. Aber es war auch der Tag, an dem mir das erste Mal jemand beigestanden hat. Ich habe vor einem Jahr schon einen Post darüber geschrieben, den ich euch heute noch einmal verlinken möchte, damit ich mich nicht allein erinnern muss. Ihr seid ja doch so einige mehr geworden inzwischen. ♥ Wenn ihr also Lust habt, ein Stück in die Vergangenheit zu reisen, dann klickt doch einfach mal hier drauf:

http://elfentrauma.blogspot.de/2013/11/heute-vor-4-jahren-1112009.html