Freitag, 31. März 2017

Von Freizeit-Ereignissen und Arbeits-Vorbereitungen

Vorbei gerannt sind nun auch die drei Wochen, über deren Gestaltung ich vor Kurzem noch nachgedacht hatte. Ist es zu glauben, dass ich vier von sechs meiner Ziele für 2017 in nur drei Monaten abhaken konnte? Und in drei Tagen werde ich in einem Bürostuhl sitzen und bestimmt viele neue Menschen kennenlernen (das fünfte Ziel). Ich mag es, wenn Zahlen schön aufgehen. Eigentlich wären sieben Ziele für 2017 noch besser gewesen. Vielleicht kommt bald das ein oder andere hinzu.

Erwartungsgemäß habe ich tatsächlich nichts Besonderes gemacht in den letzten drei Wochen - je nach Definition von "besonders". Ich habe beispielsweise ein paar extravagante Make-up-Sachen ausprobiert. Meine Augenbrauen waren noch einige Tage pink, weil von der Schwierigkeit, den Liquid-to-matte-Lippenstift wieder abzubekommen, in dem Tutorial keine Rede war. Auch Glitzer taucht noch hin und wieder an den ungewöhnlichsten Stellen auf. Das kann aber ruhig so bleiben. Außerdem habe ich viele bunte Scoubidou-Figuren mit Wackelaugen gebastelt und selbst neue Anleitungen erfunden. Ich habe den Kreuzberg bestiegen und fotografiert und Eis gegessen und Teile meines Zimmers in ein No-Budget-Fotostudio verwandelt. Ich habe meine Blog-Projekte mit Excel-Tabellen geordnet und versuche, mein "Freizeit"-Schreiben zu planen.

Berlin, Kreuzberg, Frühling
Blick vom Kreuzberg nach unten. Oder nach vorn.


Ja, auch einige organisatorische Dinge waren in den letzten Wochen zu erledigen. Das fällt mir nie so leicht und doch ist es gelungen. Ich habe eine Krankenversicherung beantragt, meinen Texter-Nebenjob gekündigt und den Personalfragebogen ausgefüllt. "Kontaktperson bei Notfall" - dieses Feld musste ich freilassen und hoffe, dass es nicht von Belang ist. Für mich ist es eine kleine Erinnerung an den Gedanken, den ich in letzter Zeit öfter habe: So langsam bin ich wirklich, endgültig, ganz vollständig erwachsen - und muss akzeptieren, dass es keine Chance auf ein anderes Aufwachsen, eine Ersatzfamilie oder ein "Kind sein" mehr gibt. Auch nach vielen Jahren, die ich das schon weiß, ist das nicht immer leicht.

Es herrscht Auf- und Umbruchstimmung. Einerseits freue ich mich darauf, wieder eine neue Aufgabe zu haben, bin positiv aufgeregt und froh, dass die Warterei jetzt vorbei ist (denn ich hasse Warten). Aber da ist auch viel Angst. Angst vor dem frühen Aufstehen in Zusammenspiel mit den müde machenden Allergiemedikamenten und meinen depressiven Phasen. Angst vor den Menschen, die mich kennenlernen und vielleicht doof finden werden. Angst vor dem Telefon auf dem Schreibtisch. Angst davor, alles falsch zu machen. Angst vor vielleicht einsetzender Trägheit, die mich davon abhält, meine weiteren Pläne zu verfolgen. Eben das volle Programm für einen Menschen wie mich. Aber ich weiß auch, dass es bisher immer irgendwie funktioniert hat. Ich habe einige Praktika und Nebenjobs in großen und kleinen Unternehmen gemacht und das habe ich geschafft. Ich habe im Call Center gearbeitet, ich habe mich mit Menschen angefreundet, ich musste pünktlich sein. Ich bin nirgendwo vorzeitig rausgeflogen. Also. Wird das schon. Ich muss nur. Atmen.

Mauer, Kreuzberg, Berlin, Frühling
Aufbruch, Umbruch, AuSbruch?


Meine Mitbewohner trennen sich. Es ist noch unklar, was mit der Wohnung passiert und inwieweit das auch für mich Konsequenzen haben wird. Zumindest halten sie alles transparent und versuchen, die bestmögliche Lösung für diese Situation zu finden. Trotzdem sorgt das für eine gewisse Unsicherheit bei mir. Aber es bringt auch nichts, sich jetzt schon den Kopf darüber zu zerbrechen, denn ich kann die Entscheidung sowieso nicht beeinflussen.

Viel passiert hier gerade, in mir und um mich herum. Und ich weiß noch nicht, ob ich das gut oder gruselig finden soll. Fürs erste aber werde ich meine letzte Woche, die ich mir völlig frei gehalten habe, mit Basteleien und Sonne und Lippenstift beenden und hoffe, dass auch ihr euer Wochenende frühlingshaft genießen könnt. ♥

Kreuzberg, Berlin, Frühling
Nicht scharf und schief, tja so ist das...

1 Kommentar:

  1. Hey Lilly :)
    Schön, dass deine erste Woche okay war, und du sie gut überstanden hast! :) Die zweite hat ja schon wieder angefangen. Was gefällt dir bisher denn am besten an dem Job?
    Danke für deinen Kommentar, der war wirklich gut, weil du einfach voll recht hast. So ein Fastentag ist echt Quatsch für mich, weil ich früher oft erst am späten Nachmittag gegessen habe, und das hätte mich wahrscheinlich echt daran "erinnert" und son bisschen zurück geworfen.
    Und ich bin mir mitlerweile auch fast sicher, dass mein Körpergefühl eher davon kommt, dass ich mich nicht so super glücklich und frei fühle im Moment. Dass das damit zusammenhängt.
    Aber der freie Tag heute tut mir total gut. :) Ich kann wieder positive Energie sammeln, war schon in der Bücherei, und schreibe gerade an einem Dokument, in dem ich festhalten möchte, was für mich und mein gesund-werden so am wichtigsten ist. und wow. das fühlt sich so gut und richtig an, das aufzuschreiben... Und dann fühle ich mich wieder so gut und gesund. Und außerdem höre ich wieder den ganzen Tag über meinen IPod ruhige Musik und Lacey Sturms gequatsche und ja. das tut echt gut. Sag mal, ich hätte echt lust, im Juli, wenn ich ferien bekomme, dass ich dann direkt nach Berlin abdampfe, damit ich gar nicht erst in das Ferien-fangen-an-Loch fallen kann. Kann ich da einfach hinfahren und mir dann da ein Hostel suchen oder denkst du, dass ist so ausgebucht, das sollte man schon vorher alles klären? Ich weiß jetzt halt noch nicht so genau, wann ich Urlaub bekomme :D

    So, entschuldige, falls viele Rechtschreibfehler in diesem Text sind... hab ihn irgendwie nur so hingeklatscht :D

    Ich mag dich ;) LG,
    die Neva

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