Mittwoch, 1. Februar 2017

Wieder geht das Leben weiter - gehe ich mit?

Ich habe mich lange nicht mehr bei euch gemeldet. Nicht einmal die Blogger-Seite habe ich so oft aufgerufen wie sonst. Ich war damit beschäftigt, Bewerbungen zu schreiben - zehn Stück müssten es inzwischen etwa sein - und meinem üblichen Texte-Schreiben-Job nachzugehen. Ein paar Tage war ich auch ein paar Kilometer weit verreist. Vielleicht war ich in letzter Zeit auch etwas genervt, weil mir von vielen Seiten Druck, Häme und "Du-schaffst-es-eh-nicht"s entgegenschlugen. Aber wie das bei mir immer so ist, geht kurz vor dem Rande der Verzweiflung doch alles ganz schnell - und gut!

Vorgestern habe ich mir eine Perücke bestellt - frustriert davon, dass meine unkonventionelle Haarfarbe mir möglicherweise beruflich im Wege steht und Leistung immer erst nach Aussehen kommt. Sie ist noch nicht einmal angekommen, da habe ich schon eine Praktikumsstelle (mit Aussicht auf ein anschließendes Volontariat). Nachdem ich von 90 % der Unternehmen, bei denen ich mich beworben habe, noch keine Antwort bekommen habe, war diesmal direkt am Folgetag (heute) ein Mail in meinem Postfach und ich soll nun morgen anfangen. Ich versuche gerade, mich nicht zu früh zu freuen, für den Fall eines Hakens an dieser kleinen großen Überraschung. Erst Montag war ich bei einem Gespräch, bei dem sich herausstellte, dass die ausgeschriebene Volontariatsstelle gar nicht vorhanden war, sondern es zunächst nur um ein unbezahltes Praktikum ging - ob danach ein Volontariat möglich sei, das wisse man noch gar nicht. Ich denke doch, dass ich inzwischen genug Erfahrungen gemacht habe, um mich nicht übers Ohr hauen zu lassen...

Es ist ein gutes Gefühl zu spüren, dass ich im Vergleich zu meinem Frische-Abiturientin-Ich so viel sicherer in mir selbst geworden bin. Vor lauter "Ich bin nichts, ich kann nichts, wie soll das bloß alles enden?!"-Gedanken gerät das ja leider schnell in Vergessenheit. Deshalb ist es immer gut, hin und wieder mal einen Schritt Abstand zu nehmen und die gesamte Timeline zu betrachten, um sich zu fragen: Was habe ich in der Vergangenheit schon alles geschafft? Oha, ganz schön viel ganz schön Schwieriges. Schaffe ich das Gegenwärtige dann jetzt auch? Angesichts des Vergangenen - auf jeden Fall! Weil das viele vermutlich wissen wollen: Nein, das glaube ich mir selbst nicht in jedem Moment meines Lebens. Man muss sich wahnsinnig oft daran erinnern. Aber irgendein Teil von mir weiß es eigentlich. Eigentlich!!!

Heute ist ein seltsamer Tag, eben weil ich nicht weiß, was morgen passiert. Das ist ein bisschen unheimlich. Ich habe Lust, wieder etwas Richtiges zutun zu haben. Ich habe keine Lust, früh aufzustehen. Ich habe keine Ahnung, was mich erwartet. Ich freue mich auf Neues. Aber ich bin auch ein bisschen traurig darüber, meine Trickfilmworkshop-Nachmittage wohl aufgeben zu müssen, die zusammen mit meinen Beratungsterminen meine bisherige Wochenstruktur bildeten. Ich kenne diese Melancholie des Tapetenwechsels und weiß, dass sie nach den ersten Arbeitstagen vorbei geht, weil der Kopf dann von anderen Dingen belagert wird. Jetzt gerade bin ich allerdings noch mittendrin. Wundert euch nicht, wenn ich mich weiter sporadisch oder nur mit Aus-meinem-Leben-Berichten melde, denn ich werde die nächsten drei Monate wieder nach der Formel Vollzeitpraktikum plus Nebenjob minus Allesandere leben.

Ich werde mich bemühen, euren Beiträgen hinterherzukommen und die Dinge, die mir Spaß machen, nicht zu sehr zu vernachlässigen. Hoffentlich hattet ihr heute oder in letzter Zeit auch ein schönes Erlebnis, das euch den letzten Wintermonat versüßen kann. Hinterlasst mir doch einen Kommentar mit einer Schöner-Moment-Beschreibung, wenn ihr mögt. Meine Melancholie und ich würden uns sehr darüber freuen. ♥

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