Samstag, 31. Dezember 2016

Jahresrückblick 2016

Januar: Ich beende nach 7 Monaten mein Praktikum bei dem Startup-Unternehmen mit dem Arschloch-Chef und beschließe, mein Studium um ein Semester zu verlängern. Mein Praktikumszeugnis werde ich erst Monate und Überredungskünste später bekommen. Ich mache mich bereit für etwas Neues und schreibe Bewerbungen für ein weiteres Praktikum.

Februar: Ich arbeite von zu Hause aus in meinem Texterinnen-Nebenjob und berichte darüber hier auf dem Blog. Außerdem baue ich mir ein Bett und schreibe über das Leben danach. Das Bewerben geht weiter.

März: Ich finde ein neues Praktikum in einer Online-Redaktion, obwohl ich der Meinung bin, das Vorstellungsgespräch versaut zu haben. In der zweiten Monatshälfte beginnt das Arbeiten dort.

April: Ich bin wieder voll im Arbeits-Modus mit Praktikum + Nebenjob und habe wenig Zeit für etwas anderes. Als ich im Personalbogen meine Konfession angeben muss, fange ich an, mich näher mit Gott zu beschäftigen. Ich färbe meine Haare von Lila zu Orange-Pink-Türkis.

Mai: Das Praktikum geht weiter. Ich sehe und höre zum ersten Mal Nina Hagen im Berliner Ensemble, nachdem ich ihr Buch gelesen und sämtliche Dokus und Interviews auf YouTube gesehen habe. Anlass waren Vergleiche mit ihr nach der Haarfarben-Änderung. Ich schreibe außerdem über Body Positivity. Schließlich werde ich 22 Jahre alt.

Juni: Das Praktikum neigt sich dem Ende. Ich gehe mit Kiwi und D. zu Lilly Lindners Buchpremiere. Nach dem letzten Arbeitstag beginne ich, meinen Praktikumsbericht zu schreiben. Das Zeugnis kommt diesmal halbwegs zeitnah.

Juli: Ich besuche ein weiteres Mal eine Vorstellung von Nina Hagen im BE. Mein Praktikumsbericht wird fertig und abgeschickt. Ich erzähle euch, warum ich euch nicht leid tun will.

August: Ich fahre mit S. für drei Tage an die Ostsee und stelle fest, dass es mit unserer Freundschaft nicht mehr so gut läuft. Viel zu viele Menschen sterben. Ich gehe zum ersten Mal nach drei Jahren zu einer Ärztin, weil mein linkes Ohr verstopft ist.

September: Ich habe neue Freunde, mit denen ich mich wahnsinnig gut verstehe. Ich zünde eine Kerze für Kian an. Ich nehme an einer Aktion zum Welttag der Suizidprävention am Brandenburger Tor teil. Ein brutales Ereignis reißt mich aus dem Leben in ein fieses dunkles Loch. Ich verliere fast alle meine sozialen Kontakte auf einen Schlag.

Oktober: Obwohl es unmöglich scheint, schaffe ich es, ein Thema und einen Professor und eine Zweitbetreuerin zu finden und meine Bachelorarbeit anzumelden. Ich kämpfe mich langsam wieder hoch. Ich treffe mich nach zwei Jahren Kontaktpause wieder mit Sunny.

November: Ich schreibe an meiner Bachelorarbeit. Ausgerechnet jetzt streite ich mich heftig mit Kiwi. Ich schreibe darüber, dass ich kein verlorenes Mädchen bin. Außerdem nehme ich ab jetzt wöchentlich an einem Trickfilmworkshop teil. Unsere Adventsaktion beginnt.

Dezember: Das Schreiben der Bachelorarbeit geht in die intensive Endphase. Ich treffe mich mit Sunny regelmäßig zur Arbeitsgruppe. Kiwi und ich vertragen uns wieder. Unser gemeinsames Gedicht wird fertig. Ich verbringe Weihnachten weitgehend stressfrei mit meinen Mitbewohnern. Was ich an Silvester tun werde, weiß ich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht.

Wie war euer Jahr? Was war schön, was weniger? Was habt ihr erreicht? Wie stellt ihr euch das neue Jahr vor? 

Ich jedenfalls bedanke mich für euer Dasein, euer stilles Lesen, euer Glitzer-Button-Klicken und natürlich für eure überwiegend lieben, hilfreichen, einfühlsamen und witzigen Kommentare! Hier ein Best-Of mit euren Worten:

"Ich muss gerade weinen, du bist so eine Motivation für mich, ich kämpfe jetzt seit 5 Jahren, habe zwar Normalgewicht (endlich) aber ich kann trotzdem nicht an was anderes denken... ich wollte jetzt eigentlich wieder tiefer in Ana rein, habe deswegen nach solchen Blogs gesucht... aber du motivierst mich gerade zum Gegenteil." - Anonym

"Gestern hatte ich einen glitzer- Moment. ich saß mit einer lieben Freundin in einem Café und habe Kakao mit ihr getrunken, und dann hat sich ein älteres Pärchen zu uns gesetzt, und sie haben ihre Pizza mit uns geteilt." - Neva

"Irgendwie werden wir alle gesehen." - Emaschi

"Die Welt ist nicht heil. Sie hat ganz viele Wunden und Narben, das kommt davon, wenn man so alt ist und so lange schon. Aber es gibt heile Orte und Flecken und es gibt Menschen, die machen einen wieder ein bisschen heil." - Anima

"Irgendwie haben mich deine Worte ein bisschen aus dem Nebel geholt. Scheint, als wäre doch noch ein bisschen Sonnenlicht in mir, das den Nebel durchbricht." - mademoiselleverte

"Ich bin da." - Davina

"Dann sind wir eben Dramaqueens, mit Krönchen und Zepter. Wir regieren die Welt (zumindest die in unserem Kopf)." - Jay

"Vorsichtiges Chancen geben ist manchmal gut." - Fee

"Dein Glitzer ist übrigens angekommen. Gerade beim Mittagessen oben meinte eine Betreuerin, dass irgendwo in den Bastelvorräten eine Tüte Glitzer aufgegangen ist und sich jetzt graduell im Haus verteilt, auf dem Esstisch, in den Gesichtern der Mitarbeiter..." - Liv

"Für mich ist alles leicht, weil ich gewählt habe, im Jetzt zu sein. Mit allen Schwierigkeiten kann ich umgehen." - Feli

"Es ist wirklich so schön an der Bloggerwelt, dass alle so respektvoll miteinander umgehen und man immer wieder willkommen ist, egal wie lange man weg war." - Lia

"Ich war früher zu still, zu ernst, dann zu arrogant, dann zu punkig, dann zu gothic, dann zu tussig, zu extrovertiert, zu albern, zu sensibel, zu robust... Ich wollte mich auch irgendwo dazuzählen können. Heute muss ich das nicht mehr. Heute bin ich irgendwie alles, aber nicht gezwungen und fühle mich damit sehr wohl und mag mich lieber, als ich es früher tat." - Carina

"Denken ist der absolute Schlafkiller. Mach das nicht." - Aryadne

Kommt alle gut und sicher ins neue Jahr! Glitzerglitzer ♥♥♥



Kommentare:

  1. Och, Nina Hagen zum ersten Mal 2016 gehört. Die " Punk - Queen " der 1980er Jahre. Na, schön, ich möchte ehrlich sein: Ich habe meiner Tochter die CDs erspart. Warum eigentlich? Ich drücke Dir fest die Daumen, was Deine berufliche Zukunft betrifft.
    Wie war das noch gleich? " Wer nicht kämpft, hat schon verloren! "

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  2. Liebe Lilly,
    danke für deine Worte und deine Ansichten... es ist so gut zu erfahren, dass ich nicht alleine bin mit solchen Gedanken.
    Dein Jahr klingt nach Erlebnissen und Leben und Lachen und ganz viel Glitzer - das wünsche ich dir für das kommende Jahr ebenso!
    Anna <3

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  3. Oje, das kam falsch rüber... Ich wollte damit ausdrücken, dass ich bewundere, wie sehr du trotz all der schwierigen Erlebnisse einen so großen Teil deines Jahresrückblicks mit schönen und hoffnungsvollen Momenten füllen könntest. Sodass zu dem Traurigen und Belastenden auch Glitzer kommen dürfte.
    Hoffentlich habe ich mich jetzt besser ausgedrückt!
    <3

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