Dienstag, 13. September 2016

Still, still, still, weil es keiner hören will

Kleiner Nachtrag zum letzten Post: An dem Tag habe ich das geschrieben, es ist nicht unbedingt autobiografisch, eher glaube ich, dass es vielen so oder ähnlich geht mit den Außenstehenden. 

Still

Still still still,
Weil es keiner hören will.
Ich mache meine Augen zu,
Ich mach es einfach so wie Du.
Ich mache sie nie wieder auf,
So nimmt die Sache ihren Lauf.

Du sagst, es ist feige, aus dem Leben zu gehen,
Ich sag, es ist feige, nicht hinzusehen.
Manchmal starrst Du meine Arme an.
Denkst Du, ich mach das nur, weil ich es kann?
Modeerscheinung nennen sie das.
In meiner Sprache heißt es Selbsthass.

Wie man so dumm sein kann?
Tja, ich bin halt arm dran.
Besser Arm ab, das sagt man doch so!
Du magst keinen Sarkasmus? Oh!
Weißt Du, das bleibt dann,
Wenn man es nicht mehr hören kann:

So ein hübsches Mädchen, nein,
Wie kannst Du nicht zufrieden sein?
Du bist vielleicht ein undankbares Stück!
Geh zu Deinen Eltern (Tätern) zurück!
So gehört sich das nunmal,
Für mich ist das doch auch keine Qual.
Du bist echt nicht ganz normal.

Nein danke, ja bitte,
Ich verstoße gegen irgendeine gute Sitte,
Ich missachte das vierte Gebot
Und Du siehst rot.
In der Bibel steht, Du sollst Deine Kinder schlagen,
Andere haben das doch auch gut vertragen.
Außerdem glaubst Du mir nicht
Mit Deiner eingeschränkten Weltsicht.

Warum bist Du immer so still?
Weil sowieso niemand zuhören will. 



Kommentare:

  1. Hmmm ich glaube ich neige auch zur Dramatik ... dann sind wir eben Dramaqueens, mit Krönchen und Zepter. Wir regieren die Welt (zumindest die in unserem Kopf ;) )
    Es ist keine Lösung, sich von Liebe fernzuhalten und das weißt du...
    Danke, du wärst auch herzlich eingeladen ♥
    Lillyfee, ich möchte dir immer zuhören. Jedes Detail ist erwähnenswert. Danke fürs teilhaben lassen. (Einer meiner liebsten Blogs)
    Deine Lovelyfee

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    1. Oh oh Glitzerfee!
      Ich sage doch gar nicht, dass du UNBEDINGT eine Partnerschaft eingehen sollst und dass alles andere verzweifelt ist. Hmmm da scheinst du wohl schon öfter an eine solche Meinung geraten zu sein? Es klingt jedenfalls danach.
      Was ich meine ist, verschließe dich nicht vor Gefühlen wie eben und gerade Liebe, aus Angst, verletzt zu werden. Das wäre zu schade.
      Immer.

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  2. Schön, das Gedicht, Lilly. Und sehr traurig. Du hast also auch einen Konflikt mit deinen Eltern? Vielleicht passt dazu, was ich mir gerade notiert habe. Andreas Weber schreibt: "Die wirklich tiefen Konflikte entstehen erst, wenn ein Akteur einen der auseinanderstrebenden Pole mit Gewalt unterdrücken will. Etwa wenn er die vollkommene Freiheit verlangt, ohne die Notwendigkeit der Bezogenheit zu akzeptieren." Ich finde zwar, die beiden Sätze drücken eher Gegensätzliches aus. Aber sie scheinen auf beide Seiten zu passen. Gibt es nicht doch einen Weg, sich einander wieder anzunähern? Könntest Du nicht versuchen zu vergeben? Lovelyfee hat Recht, es ist keine Lösung ... Ich wünsche Dir sehr, dass Du einen Ausweg findest.
    Mit lieben Grüßen
    Nana

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    1. Liebe Nana,
      stell Dir vor, ein fremder Mensch überfällt Dich, sperrt Dich ein und tut Dir verschiedene Arten von Gewalt an, viele Jahre lang. Glaubst Du, irgendjemand würde von Dir verlangen, dem Täter zu vergeben und sich ihm wieder anzunähern, nachdem Du freigekommen bist?
      Und der Kommentar von Jay war auf etwas ganz anderes bezogen.

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    2. Liebe Lilly,
      ich weiß ja nicht, was Dir wirklich widerfahren ist und welchen Anteil daran das subjektive Empfinden hat. (Das ist ja auch nicht von Belang.) Aber von Opfer und Täter zu sprechen in der Familie klingt doch etwas nach Schwarzweißmalerei. Ich glaube Dir, dass Du Schlimmes erlebt hast. Ich hatte bloß das Gefühl, du wirst mit Deinen Erinnerungen nicht fertig und suchst irgendeinen - Abschluss. Ich bin der Meinung, dass Vergebung nicht so sehr davon abhängt, was einem angetan wurde, sondern von der eigenen Größe. Aber das muss natürlich von einem selbst kommen.
      Liebe Grüße,
      Nana

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    3. Es ist immer wieder erstaunlich, wie manche ernsthaft glauben, alle Eltern haben ihre Kinder lieb und haben immer im Sinne des Nachswuchses gehandelt.
      Im Leben gibt es Erfahrungen, die manche Menschen machen müssen, die sind unverzeihlich. Opfer und Täter in Familien gibt es selbstverständlich. Warum sollte man, aufgrund einer zufälligen genetischen Verwandschaft jemandem Gewalt, psychisch oder physisch verzeihen? Würdest du das auch schreiben, hätte die Gewalt ausserfamiliär stattgefunden?
      Und warum müssen Opfer immer verzeihen? Mit diesem Anspruch werden mE die Opfer ein weiteres Mal gedemütigt.
      Denk mal mehr nach, bevor du solche Dinge schreibst!

      Grüsse an dich, Lucia,
      Emilia

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  3. ich werde eine freundin von mir besuchen. und noch habe ich das geld und die zeit dazu, bevor mein studium beginnt. und irgendwie ist das auch eine kleine flucht vor der wohnungssuche hier.

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