Donnerstag, 7. Juli 2016

Was tut sie eigentlich? (Studium & Beruf)

Ihr habt in letzter Zeit eher kryptische Posts von mir gelesen (oder auch nicht). Ich habe wenig Klartext erzählt darüber, was ich so mache. Eher Tagebuchnotizen übertragen, wenn ich was besonderes erlebt habe, wie am letzten Wochenende. Aber vielleicht interessiert euch ja, was ich gerade so mache, was ich plane und was ich verwerfe. Mein Praktikum ist nunmehr seit drei Wochen und drei Tagen vorbei. Jetzt befinde ich mich wieder in einer ähnlichen Situation wie im Februar. Dass das schon fast wieder ein halbes Jahr her ist, gruselt mich ein bisschen. Ich widme mich wieder vermehrt meinem schlecht bezahlten Texter-Job, sehe mich aber parallel nach etwas besserem um. Die letzte Woche habe ich intesiv an einer Auf-den-letzten-Drücker-Bachelorarbeit "mitgewirkt". Das Korrigieren hat mir eigentlich Spaß gemacht, auch wenn es wahrscheinlich nicht so gut für meinen Blutdruck ist.^^ (Ich weiß, ich bin furchtbar, aber Kommakatastrophen tun mir wirklich weh.) Es gibt wohl Menschen, die sich für sowas auch bezahlen lassen. Diese Möglichkeit werde ich zumindest auch in Erwägung ziehen.

Ansonsten muss ich natürlich einen Praktikumsbericht schreiben. Nachdem ich die Formatierung angepasst und von S. erfahren habe, dass Deckblatt, Inhalts- und Quellenverzeichnis mitzählen, konnte ich feststellen, dass ich dann schon fast 10 Seiten habe. Von 15 und ich habe noch bis übernächsten Montag Zeit, das sollte zu schaffen sein. Ich weiß noch nicht recht, was ich danach machen soll. Das nächste halbe Jahr zu Hause zu sitzen und nur "Homeoffice" zu arbeiten, kommt eigentlich nicht in Frage. Mich macht das schon nach einem Monat verrückt, auch wenn ich meine Zeitpläne einhalte und Dinge schaffe. Da ich mein Studium um ein Semester verlängert habe, kann ich meine Bachelorarbeit erst im Oktober anmelden. Aber ich dachte mir, dass ich ja schonmal mein Thema konkretisieren und weiter recherchieren könnte, sodass ich vor und während des Schreibens immer noch einer anderen Tätigkeit nachgehen kann, denn mich drei Monate einzuschließen, ist keine Option, mit der ich glücklich wäre. Jetzt wieder ein neues Praktikum anzufangen und gleichzeitig einen Nebenjob auszuüben, überfordert mich ja allein schon, da noch die Bachelorarbeit zu integrieren wäre ein zum Scheitern verurteiltes Projekt. Aber Praktika sind in der Regel zu schlecht bezahlt, um nichts nebenher zu machen. Ein Zwischending, bzw. ein Nebenjob, der nicht nur etwas Geld bringt, sondern mich auch meinem Berufsziel näherbringt, wäre ja ideal. Bisher hab ich die Recherche jedes Mal schnell wieder aufgegeben, weil es sowas nicht wie Sand am Meer gibt und viele Studenten suchen, die sich noch in frühen Semestern befinden. Vielleicht sollte ich erstmal den Bericht fertig schreiben und mich dann darum kümmern. Ich will ja am liebsten immer alles gleichzeitig, aber das würde mich und wahrscheinlich die meisten anderen schlicht überfordern.

Natürlich mache ich mir auch Gedanken über die Zeit nach dem Studium. Mir steht ja nur noch ein Semester bevor, das ist nicht viel Zeit. Um nicht in blinde Panik zu geraten, habe ich letztens mal einen ganzen Tag lang im Internet herumgeforscht. Ich hatte ja schon öfter erwähnt, dass mein Studiengang sehr viele verschiedene Bereiche angekratzt hat und ich eigentlich noch nicht so richtig weiß, was ich nun damit anfangen soll. Aber ausgehend von meinem ursprünglichen Berufswunsch gibt es drei logische nächste Schritte: Direkt arbeiten, eine Journalistenschule besuchen oder ein Volontariat machen. Dafür, gleich nach dem Abschluss einen Job zu finden und zu arbeiten, fühle ich mich überhaupt noch nicht qualifiziert genug. Ich weiß nicht, ob das eine realistische Option ist. An Journalistenschulen gibt es in Berlin nur die von Springer, da will ich nicht hin und weg ziehen möchte ich eigentlich auch nicht. Auch insgesamt gibt es da in Deutschland nicht so viele, für die man eine Ausbildungsvergütung erhält und nicht noch selbst zahlen muss, und die haben harte Aufnahmeprüfungen, die ich wohl eher nicht schaffen würde. Bleibt noch das Volontariat. Eines zu bekommen, ist sicher auch nicht einfach, aber wohl möglich. Und das ist gerade meine favorisierte Lösung. Weiter oder erneut zu studieren, steht nicht auf der Liste. Zum einen, weil ich es mir nicht leisten kann, zum anderen glaube ich nicht, dass es mich in dem Feld wirklich weiterbringen würde. Ganz besonders wichtig ist es mir, so schnell wie nur irgend möglich nicht mehr finanziell abhängig von meinen Eltern zu sein. Das würde mir überall im Weg stehen. Ich muss also etwas finden, wovon ich leben kann, ohne mich dabei umbringen zu wollen, weil ich es hasse. Gar keine leichte Herausforderung.

Wie es mir privat und persönlich geht (auch wenn das für mich zusammenhängt), verschiebe ich hiermit auf den nächsten Post. Das wird sonst hier zu viel und zu chaotisch. Wie ist das bei euch, wenn ihr auch gerade in dieser Phase steckt oder sie schon hinter euch habt? Bekommt ihr Panik beim Gedanken an die Zukunft? Habt ihr einen genauen Plan? Oder ist es bei euch vielleicht ganz anders? Ich freue mich über Austausch, auch mal zu diesem Thema. :) ♥


Kommentare:

  1. Ich bin jetzt gerade im ersten Master- Semester im gleichen Studiengang in dem ich auch den Bachelor gemacht habe. Unter anderem auch deswegen, weil ich noch gar keine Idee hatte was und wo ich arbeiten möchte und mich auch noch überhaupt nicht bereit dazu gefühlt habe. Zudem heißt es ja überall, dass man mit einem Master bessere Jobchancen später hat. Mir verschafft er vor allem Luft, mich zu orientieren und konkretere Pläne fürs Berufsleben zu schmieden.
    Ich finde das verdammt schwer...Und eigentlich allen, die ich kenne, geht es genauso. Dass da große Unsicherheit ist wie es nach dem Studium weitergehen soll.

    Ich wünsche dir dass du deinen Weg finden wirst! Dass du etwas finden wirst, mit dem du gut leben kannst, mit dem du zufrieden sein wirst ♡
    Ach ja und ein Post darüber, wie es dir privat momentan so geht, interessiert mich natürlich auch sehr!

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  2. Hallo du :)
    Ich finde deine Geschichte ziemlich bewegend und ich habe großen Respekt vor dir, wie du das alles gemeistert bekommen hast.
    Wie ich auf deinen Blog gekommen bin?
    Eine Freundin hat sich auf Mia eingelassen und auch wenn ich weiß, dass ich ihr von außen nur schwer helfen kann, wollte ich mich mal im Internet informieren.
    Auch wenn ich vorher schon mal aus Interesse (bin selbst diesbezüglich zum Glück gesund)pro ana/mia seiten gegooglet habe, tun mir die Betroffenen immer wieder ziemlich leid und nun noch mehr, wo ich eine persönlich kenne.
    Ich habe übrigens auch gerade beschlossen, mein Bachelorstuidum noch um ein Jahr zu verlängern. Zwar nicht in Journalistik, auch wenn ich das tatsächlich mal vorhatte, aber ich fühle mich auch noch nicht wirklich bereit, einen Abschluss nächstes Jahr zu machen. Man Arbeitet an die 40 Jahre, da sollte man eigentlich die paar Jahre Studium so gut wie es geht auskosten, auch wenn es mit allerlei (finanziellen) Hürden verbunden ist.
    Ich wünsche dir weiterhin alles Gute!

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    1. Liebe Sarah,
      danke für Deinen Kommentar. :) Es ist toll, dass Du Dich um Deine Freundin sorgst und ich hoffe, meine und andere Posts konnten Dir ein bisschen weiterhelfen. Es ist nicht einfach, als Außenstehende an eine essgestörte Person heranzukommen. Aber ganz wichtig ist glaube ich, dass man die Betroffene nicht nur über ihre Essstörung definiert (auch wenn sie es möglicherweise selbst tut), sondern sie genau wie vorher als vollständigen, vollwertigen und wertvollen Menschen sieht. Denn häufig fühlt man sich alleingelassen und ungeliebt, auch wenn Freunde und Familie sich um einen bemühen, aber das bekommt man zu dem Zeitpunkt nicht so mit, Ana und Mia sind die einzigen Freundinnen usw. Lass sie nicht spüren, dass sie Dir "leid tut". Behandele so wie jede andere auch, nicht wie eine Kranke. Das fühlt sich nicht gut an. Aber achte auch auf Dich selbst! Manchmal braucht man auch einfach Distanz. Es hilft weder ihr noch Dir, wenn Du auch noch an ihrer Essstörung mit leidest. Ich und sicher auch andere sind erst durch Freundinnen in die Essstörung hineingeraten, denen sie eigentlich nur helfen bzw. die sie verstehen wollten. Pass also gut auf Dich auf! Und wenn Du/ihr auf der Suche nach Anlaufstellen seid, teile ich auch gerne meine Erfahrungen -> elfentrauma@web.de

      Alles Liebe!
      Lucia

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