Sonntag, 31. Juli 2016

Dünnhäutig oder Dickfellig?

Vor kurzem hat mich Nana in einem Kommentar unter meinem Post Von Stigma und Psycho darum gebeten, mich noch etwas weiter mit dem Thema Dünnhäutigkeit auseinanderzusetzen. Sie schreibt: "Dünnhäutigkeit ist nun wirklich kein Makel" und das habe ich so auch nicht gesagt oder gemeint. Den negativen Bezug zwischen Dünnhäutigkeit und Mensch stellen andere, so meine Erfahrung, oft her. Ich selbst habe mich, wie ich feststelle, noch nie wirklich intensiv mit dem Begriff beschäftigt. Er gehört eben zur Alltagssprache als Gegenstück zum dicken Fell. Was ich nicht wusste, erklärt mir die Google-Suche. Gleich als erstes ist da die Rede von einem Dünnhäutigkeits-Syndrom. "Solche Menschen brauchen dringend Hilfe" heißt es weiter und dann folgt haufenweise esotherischer Kram. "Solche Menschen"-Formulierungen klingen in meinen Ohren immer irgendwie abwertend. Der Duden hat da eine deutlich nüchternere Erklärung: Dünnhäutigkeit bedeutet Überempfindlichkeit.

Nun kommt man von dort aus ganz schnell zu Hochsensibilität und Krankheit und Behandlung. Den Zusammenhang habe ich definitiv nicht herstellen wollen. Auf dieser Ebene finde ich zu dem Thema auch keinen Zugang. Ich möchte Dünnhäutigkeit nicht als Krankheit, Störung oder Problem ansehen. Im Sprachgebrauch meinen es ja auch die wenigsten Menschen so. Und darum geht es schließlich. Um das Wort Dünnhäutigkeit oder die Eigenschaft dünnhäutig, die sich auch schöner beschreiben lässt, zum Beispiel als sensibel oder empfindsam. Ich glaube nicht, dass ich dünnhäutig bin, aber eine Elefantenhaut habe ich nun auch nicht. Ich bin irgendwas dazwischen, und ja, das geht eigentlich immer und überall. Ich bin schon empfindsam, interessiere mich für Menschen und wie sie denken und fühlen, und ich bekomme gerne möglichst detailliert mit, was in meiner Umgebung passiert. Ich kann aber auch stur geradeaus laufen und gar nichts mitkriegen. Ich bin also vielleicht ein sensibler Mensch. Ich bin beispielsweise aber nicht schnell beleidigt und ich habe auch keine Angst vor öffentlichen Verkehrsmitteln oder Menschenmengen, es sei denn, ich habe mal einen schlechten Tag. Einigen Merkmalen der Dünnhäutigkeit entspreche ich also nicht, ich bin auch nicht esotherisch oder spirituell unterwegs, sondern trotz meiner Empfindsamkeit sehr rational.

Ich bin unheimlich stur, standhaft und meinungsfest. Ich gebe selten klein bei, wenn ich nicht überzeugt davon bin, dass ich unrecht habe. Und ich tue nicht (mehr) alles, um anderen zu gefallen. Das sind wohl die Merkmale meines dicken Fells. In Stress- und Notsituationen bin ich die Ruhe selbst und handele besonnen, während mich Kleinigkeiten nervös machen und in den Wahnsinn treiben. Ich bin temperamentvoll und zuweilen cholerisch, während mich manch Außenstehende als schüchtern und ängstlich erlebt. Bei mir spielt es eine große Rolle, welche Rolle ich gerade spiele. Und jeder Mensch schlüpft in verschiedene Rollen seines Alltags. Ich bin aufgeregt und ängstlich, wenn ich mich unterlegen fühle, zum Beispiel in Vorstellungsgesprächen oder wenn ich bei irgendwelchen Ämtern anrufen muss. Und bin selbstbewusst, wenn es um Dinge geht, von denen ich glaube, dass ich sie gut kann. In gleichberechtigten Kommunikationssituationen, wie im Austausch mit euch Bloggermenschen oder manchen Freundinnen, fühle ich mich am wohlsten. Da bin ich mal ausgeglichen, mal Feuer und Flamme für den Diskussionsgegenstand - jedenfalls fühle ich mich dabei am meisten als ich selbst.

"Ich bin ich" sagen zu können, finde ich wichtiger als die Beschaffenheit meiner Haut. An manchen Stellen ist sie dick und elefantig, zum Beispiel an meinem Sturkopf, und dünn ist sie da, wo die Tränendrüse sitzt. Wie man vom Dickfell zur Dünnhaut wird, oder umgekehrt, hat Nana noch gefragt. Ich glaube, das kann man so direkt nicht beeinflussen. Manche Erlebnisse lassen ein dickeres Fell wachsen, bei anderen pellt sich die Haut ab. Solange Du Dir selbst bewusst bist und mit Dir selbst umgehen kannst, ist alles in Ordnung und Du ganz besonders.

Und was sagt ihr? Seid ihr dünnhäutig, dickfellig, irgendwas dazwischen oder ganz was anderes? Wie steht ihr zu den Begriffen und ihrem Gebrauch in Sprache und Gesellschaft? 

 

Kommentare:

  1. Erst mal: Super Post :D You made my evening!

    Ich selbst dachte früher, dass ich zu sensibel..zu empfindsam und damit schwach sei. Einfach weil ich sensibel auf latente/hintergründige Dinge auch schnell reagiert habe aber nicht einordnen konnte auf was oder warum.Also dachte ich, dass ich dünnhäutig sei und stärker werden müsse. Irgendwann sagte mir mal jemand "Fee du bist nicht schwach oder zu sensibel, du stehst einfach viel näher im Kontakt mit dir selbst und bekommst mehr mit." Ich unter mich darin mehr auf mich zu achten, mich ein wenig (soweit das geht) in Situationen zu beobachten, was ich empfinde, was ich assoziiere, meine Körpersprache und das Verhalten und Auftreten meines Gegenübers. Dadurch lernte ich Situationen besser einzuschätzen. (Wobei ich jetzt auch keine Superkräfte besitze xD)
    Ich finde "Dünnhäutigkeit" als solches gar nicht schlimm. Ich finde es ist ein Punkt an dem ich mir begegnen kann. Die Pathologisierung des Begriffs und Delegierung zu einem Störungsbild halte ich nicht für konstruktiv.
    Ich denke auch, dass es so ist wie du geschrieben hast: man hat beides und das ist am Ende nur eins: menschlich :)

    LG Fee

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  2. Natüüüüürlich bekommst du einen Glitzerkeks, hast du dir verdient :D Danke, das geb ich gern zurück, ich schätze deinen input sehr.
    Hm, klingt echt nervig, dein Frühstücksproblem. Vielleicht /während/ dem Duschen essen^^ (tut mir leid, wenn du auf einen echten Rat gehofft hast...)
    Das mit dem Gemüseanteil fürs Gewissen kenne ich auch. und ein Schokoriegel geht in Kombination mit nem Apfel auch besser -.-

    So, nun zu deinem Post. Mit der Formulierung "Solche Menschen brauchen dringend Hilfe" hab ich auch so meine Probleme, aber eher weil ich mich frage, wer denn bitte definiert, ab wann Dünnhäutigkeit keine sinnvolle Charaktereigenschaft mehr ist (Empfindlichkeit, Sensibilität, Empathie ist per se ja nichts schlechtes?), sondern "wegtherapiert" werden muss. Andererseits muss ein dickes Fell ja auch nicht immer positiv sein.
    Ich kann mir aber gut vorstellen, dass viele Menschen unter Dünnhäutigkeit leiden. Persönlich gehts mir ähnlich wie dir, ich hab sowohl als auch, ich kann extrem dünnhäutig sein, wegen Kleinigkeiten heulen... was mich extrem aufregt, was ich nicht mag. Für viele Dinge hab ich mittlerweile aber auch ein dickes Fell. Eher allerdings bei Dingen, die nicht unmittelbar mich (und meine verletzlichsten Punkte) betreffen. Eigentlich bescheuert, dickes Fell an Ellenbogen und Knien, aber dort, wo es wichtige Organe schützen könnte - dünne Haut :/

    Ich wünsch dir einen guten Wochenstart!
    Lg, Liv

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  3. Ich würde von mir mittlerweile auch sagen, dass ich beides bin. Früher habe ich mich jedoch, wie Fee, als zu sensibel und schwach angesehen. Aber in Situationen, wo man wirklich Kraft braucht und sich irgendwie fangen muss, die wirklich ernst sind, war ich das auch. Vielleicht aber auch um noch halbwegs funktionieren zu können. Meist kam der emotionale Ausbruch später. Komischerweise fallen mir Vorstellungsgespräche oder Vorträge halten unwahrscheinlich leicht. Das macht mir sogar Spaß. Bei Dingen die ich unbedingt lernen will und irgendwie Startschwierigkeiten habe (z.B. beim Snowboard lernen das erste Mal versuchen eine Kurve zu fahren und hinknallen oder wie jetzt beim Motorradführerschein dämlich im Stand umfallen.. und das schon zum 3. Mal, kurz vor der Prüfung), bringt mich dann arg ins Wanken. Da würde ich am liebsten alles hinwerfen, bekomme Panik, Angst und zweifel enorm an mir. Mein Kopf weiß dass manche Sachen einfach Übungssache sind, es nicht schlimm ist.. aber ich nehme mir komischerweise sowas direkt zu Herzen, kann tagelang nicht schlafen, essen und überlege was ich falsch mache und gehe dann natürlich noch verkrampfter an diese Dinge ran. Auch wenn ich andere Sachen schnell gut kann, aber es reicht eben eine Kleinigkeit und ich überlege es komplett sein zu lassen. Für andere ist das eine Lappalie, nicht wert darüber zu reden und jemand wie ich hat einfach nur Angst und Herzflattern. Ich quäl' mich dann meist trotzdem irgendwie durch, aber gut geht es mir dabei natürlich nicht.. da wäre ich gerne ein Dickhäuter.

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    1. Liebe Carina,
      bei Vorträgen oder früher bei Auftritten hatte ich wie Du keine Probleme. Bei mir ist das irgendwie so, dass es mir leichter fällt, je mehr Menschen da sind und je weniger gut ich sie kenne. Vor einer einzelnen Person komme ich viiel mehr ins Schwitzen, als wenn es 500 sind. Komisch irgendwie.
      Ich wünsche Dir viel Glück bei der Motorradprüfung. :)
      Liebe Grüße,
      Lucia

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  4. Liebe Lilly, erleichternder Weise ist es nur eine seeehr entfernte Bekannte - kein Verlust, der wehtun würde.

    Was die Orthographie angeht: ich ziehe zwar schon eine deutliche Verbindung zwischen Eloquenz (oder Mangel derselben) und Intelligenz oder auch Bildung, aber hier geht es um etwas anderes: Wenn ich bei whatssapp und Co schreibe, verwende ich auch oft nur kl Buchstaben und wenig Kommas - weil es bequemer ist ;-)), aber wenn jemand eine Art "öffentlichen Appell" postet, sollte er das imho in korrekter Form tun (können). Das hat was mit Anspruch an sich und Andere zu tun. Wenn diejenige dann noch was von Stolz aufs Vaterland und dessen Kultur faselt, aber die eigene Sprache nicht genug respektiert, um sie korrekt zu benutzen, dann finde ich das sehr, sehr lächerlich. Und, ja: dumm.

    Hab einen schönen Abend! Mit Glitzer!
    Anima

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    1. Liebe Lilly, was genau findest du schade und inwiefern ziehst du den Schluss, dass ich jemanden damit entweder unter- oder überschätze?

      Das verstehe ich nicht ganz.

      Wenn ich sage, ich finde ein Verhalten dumm oder bezweifle gar, dass person XY besonders intelligent/reflektiert ist, sagt das ja noch nichts darüber aus, ob ich annehme, dass er aufgrund seiner Gesinnung problematisch/heraufordernd/belastend oder sogar gefährlich sein kann?

      LG

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  5. Lillyfee? Habe ich dir schon Danke gesagt? Danke. Für das glitzernde Licht.

    Pass auf, ich teile jetzt etwas richtig Sinnvolles mit dir: Ich mag deinen Post. Jaaa. Ich weiß. Zu mehr ist der Pudding in meinem Kopf gerade nicht in der Lage. Aber wenn du Vanillepudding magst können wir gerne teilen. Haha oh Gott kann ich das hier so stehen lassen ohne einen Drogentest machen lassen zu müssen? xD Wie auch immer. Ich denke an dich, meine Glitzerlillyfee.

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  6. Und inwiefern spiele ich damit irgendjemandem in irgendwelche Hände?

    Nehmen wir Impfgegner: vieles, wenn nicht das Meiste ihrer "Argumentationen" ist wissenschaftlich nicht haltbar, absurd, vollkommen irrsinnig, unreflektiert, stur, ausgedacht etc. Und ich halte einige dieser Personen auch für ziemlich einfältig. Dennoch sehe ich, dass sie eine gewisse Gefährdung darstellen, absolut.

    LG

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  7. Danke für deine erklärungen. Ich denke jedoch, dass du da tatsächlich mit deiner persönlichen Brille auf meinen Beitrag geschaut hast. Denn zunächst wirst du dort gar nichts von "dumm" lesen, ich stelle lediglich zwei Fragen. Die frage in Bezug auf Sprache würde ich auch bei anderen Textinhalten stellen, weil ich es nicht mag und nicht gut stehen lassen kann, wenn jemand sie verhunzt. und ich gebe zu, es fällt mir dann auch schwer, vorbehaltlos jemandem gegenüber zu treten, der Grammatik usw einfach nicht im Griff hat, wobei man da, wie gesagt, den Schauplatz mit betrachten muss, also SMs, Mail, private Mail etc. Das hat für mich zunächst nichts mit dem Inhalt des Textes zu tun.

    Ich habe ja auch nirgends geschrieben, dass ich Personen, die so etwas posten, als dumm, ungebildet und ignorant abstemple und dann denke, damit sei ja alles gesagt. Wie weiter oben: Ich denke, du interpretierst aufgrund deiner Erfahrungen und Begegnungen da ganz viel hinein, was ich so weder gesagt, noch gedacht oder geschrieben habe.
    So habe ich beispielsweise keinerlei Informationen dazu veröffentlicht, ob ich mich mit möglichen Hintergründen der Textverfasserin oder generell der Thematik befasse, versuche zu verstehen oder nicht. Auch unterscheide ich bei der Beschreibung "dumm" zwischen dem Inhalt, also der versuchten Aussage, und des Verfassers. Es gibt kluge Menschen, die sehr dumme Sachen sagen und tun.
    Vielleicht liest du dir einfach alles nochmal durch (hermeneutischer Zirkel) und merkst, wo du über meinen Text hinaus interpretiert und gedacht hast.

    Natürlich bin ich auch nicht vorurteilsfrei, absolut nicht, und wie gesagt, wenn es um Sprache geht....

    In diesem obigen Zshang fand ich nur absurd, Kulturgut zu beschwören und im Kleinen die eigene Sprache zu verhackstückeln.
    Sprache IST Kulturgut, weit mehr als irgendwelche Nationalflaggen (imho)

    LG

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  8. Liebe Lilly, ja ich habe "dumm" geschrieben - bezogen auf das Verhalten. Dein Einwand lautete ja:

    "diese Schiene von wegen "Die sind halt einfach dumm wie Stroh und können nichtmal schreiben" finde ich ganz falsch."

    Und ich schrieb:
    "Wenn ich sage, ich finde ein Verhalten dumm oder bezweifle gar, dass person XY besonders intelligent/reflektiert ist,"

    Ich habe also das Verhalten in erster Linie gemeint und selbst wenn ich darüber hinausgehend über die Intelligenz einer Person nachgrüble, so besteht für mich ein Unterschied, ob ich es mit einem "dumm wie Bohnenstroh" (ausdiemaus) dabei bewenden lasse oder ob ich die Fähigkeit zur (Selbst)reflektion in Zusammenhang mit Intelligenz stelle und darin eine mögliche Ursache des Hetzgemeckers sehe. Menschen, die einiges an Schwierigkeiten und Herausforderungen im eigenen Leben zu bewältigen haben, die eine Art GrundUNzufriedenheit umtreibt, sind schnell dabei, sich übervorteilt zu fühlen. Wenn es ihnen dann aufgrund von Niegelerntem UND keiner großen Denkfähigkeit nicht möglich ist zu abstrahieren, die eigene Problemlage von etwa finaziellen Zuwendungen an Dritte, die mit ihnen gar nicht zu tun haben, zu trennen - dann entstehen möglicher Weise rechtsnationale Haltungen. Weil dort eine simple schwarzweisse Schuldzuweisung stattfindet, etwas, das auch intellektuell beschränkte Menschen verstehen. Etwas zu verstehen gibt wiederum positives Selbstgefühl - da steht dann zb die tagesaktuelle politische Lage entgegen gesetzt, die eben NICHT 123 zu verstehen ist. Etwas nicht zu verstehen macht unzufrieden und schafft ein Klima des Misstrauens und Argwohns, in welchem wiederum Ängste wachsen können.
    Das alles sind mögliche Erklärungsweisen, warum einfach gestricktere Menschen möglicherweise zu simplen Positionen neigen. Ein defizitärer Allgemeinbildungshintergrund was Geschichte - nationale wie internationale - betrifft, macht es noch einfacherer, zu behaupten: "Andere Länder machen aber auch ....haben früher auch...."

    Es sind die Unzufriedenen, die nach links und rechts schielen und es ist wichtig, dies zu erkennen und ihnen das Gefühl zu vermitteln: Ihr werdet gesehen, nur weil andere Menschen in ihrer Not geholfen wird, bekommt ihr nicht weniger vom Kuchen.
    Allerdings ist das eine enorme Herausforderung bei Menschen, die zu dumm sind - und hier ist das Wort wieder - zu erkennen, dass ein Flüchtling mit Smartphone kein Sozialschmarotzerbetrüger ist. Wer für Argumente nicht offen ist UND nicht die geistigen Kapazitäten hat, dem ist es schwer, komplizierte Zusammenhänge zu erklären.

    Das alles bedeutet übrigens nicht, dass ich die rechtsnationale Hetze nur bei der Unterschicht oder dummen Menschen vertreten sehe. Dummheit ist weiss Gott kein Privileg des Prekariats und auch gebildete Menschen sind nicht davon gefeit. Hier ging es jedoch für mich um zweierlei:

    - eine misshandelte Sprache
    - ein inhaltlich dummer Text.

    Dumm deshalb, weil die Argumentation schlicht unwirksam und falsch ist. Es ist eine gefühlte Realität, die als Fakt hingestellt wird und "untermauert" wird mit Lügen (sowas wie die Nazis gabs in vielen Ländern - Holocoustleugnerei ist ein Strafdelikt, nur am Rande). Ob die Verfasserin dumm (wie Bohnenstroh) ist, kann ich nicht sagen, dazu kenne ich sie nicht. Der Text ist und bleibt es für mich jedoch.

    Und ja - ich denke Kommentare sind für Feedback da und ich danke dir für diese offene und faire Diskussion :-))

    Komm gut durch die Woche, deine Anima

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  9. Liebe Lilly,
    das Thema scheint ja viele anzusprechen! (Aber warum ist der Dialog mit „sie“ nur einseitig zu lesen?)
    Dein Post ist sehr gut geschrieben. So ähnlich sehe ich das auch mit den Häuten und Fellen. Wobei mir die Dünnhäuter lieber sind, weil sie offener und sensibler reagieren und sich meistens auch gut in andere einfühlen können. Wie die Elefanten, deren Haut übrigens trotz ihrer Stärke so empfindlich ist, das selbst eine Fliege nicht unbemerkt bleibt. Untereinander sind sie mitfühlend und trösten gestresste Artgenossen.
    Aber ich habe auch die Kehrseite der Dünnhäutigkeit kennengelernt. Eine Bekannte von mir hat so feine Antennen, dass ihr keine Veränderung der Stimmung entgeht. Aber sie bezieht alles auf sich persönlich, steigert sich leicht in eine Phantasiewelt, in der alle gegen sie sind und reagiert dann zuweilen so aggressiv, dass ihre eingebildeten Feinde zu wirklichen werden. Ich habe lange gebraucht, zu erkennen, dass diese Angriffslustigkeit hilfloser Ausdruck einer überreizten Empfindsamkeit ist. In diesem Fall wäre also etwas mehr Dickfelligkeit durchaus angebracht.
    Die moderne Esoterik ist vielleicht auch ein (leider oft auf sehr dümmliche Weise progagierter) Versuch, den überhand nehmenden Egoismus aufzubrechen. Das Wort bedeutete ursprünglich „Innerlichkeit“. Ich sehe es so: Man muss allein sein können. Mit sich selbst auszukommen ist eine gute Voraussetzung für den Umgang mit anderen. Schon die alten Griechen haben sich dazu ihre Gedanken gemacht, also: lesen.
    Vom Dickfeller zum Dünnhäuter wird, wer einen Schicksalsschlag erlitten hat. Auch wenn es für den Verlust eines Menschen keinen Trost gibt: Der Betroffene wird durch seine Erfahrung sensibler gegenüber den Sorgen anderer und kann ihnen somit beistehen.
    Aber um zum Ausgangspunkt zurückzukehren: von den Tieren kann man in puncto Sozialverhalten einiges lernen!
    Liebe Grüße,
    Nana

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    1. Liebe Nana,
      dass der Dialog mit Anima nur einseitig zu lesen ist, liegt daran, dass wir Blogger immer auf dem Blog/unter dem Post des anderen kommentieren und uns so gegenseitig antworten. Denn wenn man die Kommentare nicht abonniert, bekommt man sonst keine Benachrichtigung und irgendwie hat es sich so etabliert, auch wenn ich es auch ein bisschen blöd finde, für Außenstehende. Aber es ging in unserer Diskussion gar nicht um meinen Post hier, sondern um ihren. Du kannst ja mal auf ihrem Blog vorbeischauen, wenn es Dich interessiert. ;)

      Danke :) Freut mich, dass ich Deiner Anregung nachkommen konnte. Mit Elefanten hatte ich jetzt noch nicht so viel Kontakt xD aber ich kenne es z.B. von den Katzen, die wir/meine Großeltern früher hatten. Die spüren auch, wenn es einem nicht gut geht und werden dann kuschlig. Das vermisse ich manchmal sehr, irgendwann hole ich mal wieder so ein kleines Wesen zu mir. :)

      Danke für Deinen Input zur Esoterik, ich habe mich damit nie beschäftigt, weil ich dazu eben wirklich keinen Zugang finde.
      So eine Freundin hatte ich ebenfalls mal... Wir haben mittlerweile keinen Kontakt mehr, aber sie hat sich zudem noch echt schlimm benommen und sich für ganz besonders wichtig gehalten. Da meinte sie z.B. trotz strengstem Rauchverbot immer wieder in meiner WG rauchen zu müssen, und ich hatte dann den Ärger mit den Mitbewohnern, da hörte es bei mir dann irgendwann auf. Keinen Respekt vor anderen Menschen und deren Eigentum zu haben, entschuldigt auch keine Dünnhäutigkeit, finde ich.

      Du scheinst Dich ja sehr mit diesen Themen zu beschäftigen, wie kommt es zu Deinem Interesse daran? Beruflich oder einfach so? Das würde mich jetzt interessieren :)

      Liebe Grüße,
      Lucia

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    2. Liebe Lucia,
      eigentlich hatte ich mich noch gar nicht bewusst mit diesen Themen auseinandergesetzt. Dein Post  hat mich dazu gebracht, über Dinge nachzudenken, die mich zwar betreffen, zu denen ich mich aber noch nie geäußert habe. Ich kenne mich auch in der Bloggerwelt nicht so aus, wohl, weil ich schon etwas länger auf der Welt bin und noch ein Leben ohne Internet kennengelernt habe. Ich finde, das Bloggen ist eine gute Möglichkeit, Gedanken auszutauschen, ohne dass die Person dabei eine Rolle spielt. Oder dass sie gerade eine Rolle spielt! Wenn man das wörtlich nimmt. Alle möglichen Rollen kann man sich ja auf diese Weise zulegen, das finde ich spannend. Wahr ist jedenfalls, dass ich Menschen, Bücher und Tiere liebe. Tiere auch, weil ihre Fähigkeiten so extrem unterschätzt werden. Aber wer einmal mit Katzen gelebt hat, weiß das ja. Ich möchte meine auch nicht mehr missen. Über Elefanten habe ich mal einen Film gesehen, die kenne ich nicht persönlich. Der auf Deinem Foto blickt so nachdenklich aus seinem faltigen Gesicht – wie ein ganz alter Mensch. Das Leben ist voller Wunder –
      findet
      Nana

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