Sonntag, 29. Mai 2016

Ein paar Worte, ein Tag von Sirène und 11 Fragen



Ich kann nicht glauben, dass schon wieder so viel Zeit vergangen ist. So viel schreiben wollen und so wenig geschrieben haben. Aber wenn dazwischen und hinter und vor mir immer so viele lange einsame frustrierende Büro-Tage und Nebenjob-Nächte liegen, liegt es mir zu fern, von den schönen Erlebnissen der Wochenenden zu berichten. Wenn ich über das Schlechte schreibe, ist es weg aus meinem Kopf und ich kann weitermachen. Aber das Gute darf nicht weg aus meiner formulierten Vorstellung, denn ich brauche es, dringend, zum Festhalten und Hoffen und Warten. Es sind nur noch zwei volle Wochen und eine halbe, die letzten Tage sind Urlaub, die neue Praktikantin kommt schon vor meinem offiziellen Ende. Wenn ich nicht wüsste, dass es danach weitergehen muss, dass vom Nebenjob das Geld nicht reicht, würde ich mich mehr freuen, zwei Wochen habe ich für den Praktikumsbericht, dann überleg ich mir was Neues, aber ich kann nicht mehr stupide Arbeit absitzen, ich will noch so viel lernen, lesen, wissen, bevor ich mich dem reinen Broterwerb unterwerfe, aber - wozu?

Ich hätte euch gerne erzählt, das Nina Hagen letzte Woche lila Haare hatte, dass ich mich in Zukunft eher trauen werde, Dinge, die ich gerne machen möchte, auch allein zu machen, wenn niemand sonst sich dafür interessiert, dass ich mit meinen Freundinnen im Freiluftkino war und dass ich trotz Strumpfhose mindestens drei fürchterliche Mückenstiche an den Beinen habe, außerdem, dass es komplett bescheuert ist, sich in der Öffentlichkeit mit unsicher gesenktem Blick zu fragen, ob man gerade ein Mode-Verbrechen begeht, wenn man die neon-türkisfarbene Strumpfhose mit Leopardenmuster zu Hause vor dem Spiegel doch total cool fand. Statt diese Skizze weiter auszuschmücken, möchte ich lieber die Fragen von Sirène beantworten (ihr kennt das Spiel):

Sirènes Fragen:

1. Was möchtest Du Deinen Lesern mit auf den Weg geben?

- Ihr müsst nicht erst zu dem und dem Menschen werden, um "gut" oder "richtig" zu sein. Ihr alle seid bereits stark, liebenswert und wunderbar. Glitzer möchte ich euch mitgeben, wo immer euer Weg euch hin führt. ♥

2. Welches ist Dein Lieblingsbuch/Deine Lieblingsbücher?

- Ich glaube, es gibt zu viele Bücher, die ich noch nicht gelesen habe, um mich für ein Lieblingsbuch zu entscheiden. Lilly Lindner ist wohl die einzige Autorin, von der ich alle Bücher besitze. Ansonsten lese ich gerne Autobiographien und Sachbücher und Gedichte. Das echte Leben hat so viel zu bieten, dass es für mich rangmäßig vor Fantasy steht.   

3. Welches tabuisierte Thema in unserer Gesellschaft sollte Deiner Meinung nach am dringendsten enttabuisiert werden?

- Es gibt so unendlich viele... Ich glaube nicht, dass ich in der Position dazu bin, eines davon zum dringendsten Thema zu küren. Für diese kleine Bloggerwelt hier ist es vielleicht das Tabu psychischer Erkrankungen/Probleme/Behinderungen. Auch das Thema Sexualität ist noch von Tabus besetzt. Für mich ist ebenfalls ein großes Thema, dass auch hoch gebildete Menschen mit guten Jobs und viel Geld gewalttätig sein, ihre Kinder misshandeln, menschenfeindliche Ansichten haben oder die AfD wählen können. Ich halte es für einen großen Fehler, im Zusammenhang mit diesen Themen immer nur von "dummen" Menschen aus bildungsfernen Schichten zu sprechen, genauso wie es meiner Meinung nach falsch ist, die Welt radikal in "gut" und "böse" einzuteilen. Das nur regional und auf meine spontanen Gedanken bezogen, die Liste könnte sicher unendlich weitergeführt werden. 

4. Was war das größte Risiko, das Du je eingegangen bist?

- am 17. Dezember 2010 ganz allein zum Jugendamt zu gehen, dort mein Anliegen vorzutragen, in eine Kinder- und Jugendschutzwohnung geschickt zu werden und den Rest meiner Minderjährigkeit in einer betreuten Wohngruppe zu verbringen. Ich hatte große Angst vor dieser Entscheidung, aber es war die richtige. 

5. Wie geht es Dir heute? Wie war Dein Tag?

- Heute ist Sonntag, ich habe frei und lange geschlafen. Mir geht es ganz gut, auch wenn ich nicht so recht aus dem Knick komme. Ich muss noch putzen und Wäsche waschen und aufhängen und Muffins backen, weil ich morgen ein Jahr älter werde. Ich freue mich darauf, morgen endlich die Geburtstagspost zu öffnen, um die ich schon seit fast einer Wocher herum schleiche. Ansonsten hoffe ich, dass der Rest des Tages nicht so schnell vorbei geht und Montag wird. Noch drei Montage...

6. An wen hast Du als letztes einen handgeschriebenen Brief geschickt und wann?

- So richtig verschickt habe ich zuletzt meine Weihnachtspost, an Liv, Kathi, Autmn, Charlotte, Kiwi und noch ein paar Nicht-Bloggermenschen. 

7. Womit verbringst Du zur Zeit am meisten Zeit?

- Du meinst, außer mit arbeiten? ;-) Ich versuche, viel zu lesen, mich weiterzubilden, über die Zukunft nachzudenken, aber oft schaffe ich dann doch nur ein paar YouTube-Videos oder einen Film vor dem Schlafengehen.  

8. Wer oder was inspiriert Dich?

- Moment, diese Frage habe ich doch im letzten Tag schonmal gehabt! Damals war meine Antwort, dass sich das, was mich inspiriert, ständig ändert und situationsbedingt ist. Das würde ich immer noch so unterschreiben. Zur Zeit ist es die Kunst, sind es die Handlungen verschiedener Menschen, die mich inspirieren. Es ist die Schaffenskraft, die ich bewundere und die in jedem Menschen schlummert...

9. Wohin führt Dich Deine nächste Reise?

- Wenn Du Urlaubsreisen meinst: Ich war seit fünf Jahren nicht mehr im Urlaub und habe bisher auch nichts geplant. Aber das Meer ist ja nicht weit und vielleicht fahre ich im Sommer mal hin.

10. Welches Lied hörst Du zur Zeit am Liebsten?

- Ich bin da ziemlich sprunghaft und höre ganz Unterschiedliches. Zum Teil könnte es ziemlich peinlich sein.^^

11. Was war Deine schwerste und wichtigste Entscheidung?

- siehe Frage 4. 

Meine Fragen:

1. Wovor hast Du Angst?
2. Woran glaubst Du? (Muss nichts mit Religion zu tun haben, kann aber gerne!)
3. Was hältst Du für absolut überflüssig?
4. Welche Zeile aus einem Songtext bedeutet Dir viel und warum?
5. An welchen real existierenden Ort ziehst Du Dich gern zurück?
6. Welcher Herausforderung wirst Du Dich als nächstes stellen?
7. Welches wichtige Datum hast Du auswendig im Kopf und was bedeutet es Dir?
8. Mit welchem Menschen, der schon tot ist, würdest Du Dich gerne mal unterhalten?
9. Was verstehst Du unter Anpassungfähigkeit und besitzt Du sie?
10. Reime einen Vierzeiler!
11. Welche Frage stellt man Dir am häufigsten?

Ich tagge heute mal ein bisschen anders: 

Wer von euch allen gerne möchte, schnappt sich meine Fragen, beanwortet sie auf dem eigenen Blog oder hier unter diesem Post in den Kommentaren. Ihr könnt euch auch gerne nur eine oder ein paar der Fragen raussuchen und beantworten. Ich freue mich auf eure Teilnahme! :)


Kommentare:

  1. Blitz, Donner, Regen und Sonne haben Dir sicher schon zum Geburtstag gratuliert, und ich möchte mich anschließen. Ein irre schönes Glitzerjahr wünscht Dir Li.
    Ach ja, ein paar von Deinen Fragen möchte ich noch beantworten:
    Zu 1. Einen bedauerlichen Fehler nicht mehr gutmachen zu können.
    Zu 3. Urteile
    Zu 5. In mich selbst (oder ist das nicht real?)
    Zu 6. Ein Buch zu Ende schreiben.
    Zu 7. Sage ich nicht.
    Zu 8. Es gibt genug Lebende, mit denen ich gern reden würde.
    Zu 9. Schwierig: Anpassungsfähigkeit führt leicht zu Selbstaufgabe. Ohne kann man in der Gesellschaft aber nicht leben. Eine Gratwanderung.
    Zu 11. Eigentlich keine.

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  2. Liebe Lilly.
    Danke für deine Worte. Hier bei mir versinkt die Welt grad in Regen. Das gefällt mir irgendwie. Ich hab den schriftlichen Teil der Prüfung jetzt gemacht, und mein Gefühl sagt mir, dass ich zufrieden sein kann, ich konnte nicht alle fragen, aber wahrscheinlich doch genug, um durchzukommen. Abwarten.
    Meine Familie mag es zwar, dass mir mein Job gefällt, dennoch höre ich oft:" von dem Gehalt kann man doch nicht leben! Geschweige denn, für die Altersvorsorge sparen!"
    Aber ich will nicht hundert Jobs machen, die mir nicht gefallen, oder mich in die Rolle der Karrierefrau Zwängen, weil ich das beängstigend finde. Ich möchte lieber rausfinden, wie ich an die wirklich wichtigen Dinge im Leben komme, statt immer nur ans Geld zu denken. Ich denke daran, dass ich mich geliebt fühlen will, und auch lieben kann, braucht man dazu Geld? Zumindest nicht primär. Keine Ahnung. Ich merke einfach, wie viel ich tue, um geliebt zu werden, und manchmal merkt man dann, dass das einen selbst kaputt macht. Also da muss man sich selbst erst mal lieben. Naja, ich denke, du verstehst das sicher. Hm. Ich hab auch zwei Menschen hier durch Blogger " kennen gelernt" weshalb ich Blogger nicht ganz aufgeben kann. Das schreiben gibt mir nicht mehr so viel, weil das auch nur die Suche nach Liebe war, aber von dir und Luisa, da fühle ich mir ch oft so gut aufgefangen. Als würden wir uns irgendwie kennen und wichtig sein. Und ich habe Angst, dass man sich irgendwann aus den Augen verliert. Naja. Ich weiß auch nicht so richtig, warum ich jetzt so viel geschrieben habe, ich wünsche dir einen schönen Tag! :) machst gut und meld dich bald wieder, fühl dich umarmt und beglitzert. Bis denne

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  3. Liebe Lilly,
    vielen vielen Dank für deinen wundervollen Kommentar.
    Es ist wirklich so schön an der Bloggerwelt, dass alle so respektvoll miteinander umgehen und man immer wieder willkommen ist, egal wie lange man weg war. Ich denke Feindseligkeit entsteht meist durch ein Unverständnis für die Taten und Gedanken anderer Menschen. Vielleicht findet man hier auf Blogger so wenig davon, weil die Texte es erlauben, die anderen Menschen zu verstehen. :)

    Das mit dem Konzert klingt wunderschön. Ich finde es faszinierend, dass du dich den Zwängen des 'Üblichen' entreißt und einfach für dich die Dinge tust, die dir gut tun, egal ob mit oder ohne Begleitung. Das klingt wie eine tolle Erfahrung, die einem zeigt, dass man selbst vollkommen ausreichend ist.

    Ich bin dir unfassbar dankbar, dass du verstehst, wie es mir mit der "falschen Seite" geht. Es hat mir so gut getan, deinen Kommentar zu lesen und zu sehen dass es hier Menschen gibt, die an ähnlichen Problemen unserer Gesellschaft zu knabbern haben, wie ich. Auch Berichterstattung ist für mich ein großes Thema. Zwar nicht wegen meinem Studium, aber wenn man sich mal eine Weile alternativ informiert, sieht man wie viel durch die Massenmedien verdreht dargestellt wird und wie sehr das die Menschen manipuliert. Die Medien schaffen ihr eigenes Volk.. Es geht überall um Geld. Darum was sich gut verkauft und auch darum, was von der Regierung als gut anerkannt wird. Es ist inzwischen so schwer, die Wahrheit zu erfahren, wenn man nicht ganz gezielt nach ihr sucht. Und selbst dann ist es manchmal noch schwer..
    Auch die Berichterstattung über medizinische Themen ist oft angsteinflößend. Es werden die Fakten heraus gesucht, die das gewünschte Bild entstehen lassen und die anderen werden unter den Tisch gekehrt. Es läuft so, so vieles falsch. Und die Patienten sind es, die dafür bezahlen müssen. Mit Lebensqualität und -zeit. Ich weiß nicht, wie ich später in diesem System bestehen soll. Es wird ein Kampf werden. Und ich hoffe, dass ich es schaffe, irgendwann Menschen wirklich helfen zu dürfen. Und die Verachtung und Anfeindung die das mit sich bringt auszuhalten.

    Der Satz von der Frau klingt wunderschön. Ich hoffe wir schaffen es auch diese Welt zu verändern. Es ist dringend nötig..

    Nochmal vielen vielen Dank für deine Worte. Sie haben mir sehr geholfen.
    Ich hab dich lieb :)
    Deine Lia

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  4. Lilly... habe ich dein letztes Kommentar beantwortet?

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  5. Oh warte was wann hattest du Geburtstag? :o Ich habe es verpasst?! :(

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