Sonntag, 20. März 2016

Kleiner Wahnsinn

Meine Stimmung ist irgendwas zwischen Aufregung, Angst, Ichwillnicht und Alleswirdgut. Es ist Sonntag. Morgen geht etwas Neues los und da ist es doch normal, komische Gefühlsanwandlungen zu haben. Oder? So war das auch zu Schul- und Unizeiten immer, wenn ich lange Ferien hatte. Nun ist sie also offiziell vorbei, die Home Office Zeit, in der so viel mehr hätte passieren sollen, als es ist. Aber ich bin ja auch größenwahnsinnig, also klar, dass ich mir viel zu viel vorgenommen habe...

Die letzten vielleicht zwei Wochen - oder sagen wir die ersten beiden Drittel des Monats März - waren...irgendwie...seltsam. Sehr schwankungsgeprägt. Sicher aufgrund ungewisser naher Zukunft. Doch amüsant, wie die Zeit Dich durcheinander wirbelt, wenn sie nicht auf den Punkt getaktet ist. Es erschütterte mich, wie schnell die Menschen alt werden und sterben. (Ja, ich habe mein Sims3-Spiel wieder herausgekramt). Die Gedanken, die ich mir darüber machte, zu wenig Zeit zu haben, führten zu Zeitverlust. Las ich Anfang Februar noch zwei Bücher in zwei Wochen, wurde ich mit der Zeit langsamer. Müder. Desorientierter. Jetzt bin ich von Grund auf verwirrt. Gar nicht nur negativ. Aber auch. Durcheinander.

Letzten Freitag schreibe ich über ein durch Ängste versautes Vorstellungsgespräch. Am darauffolgenden Abend und dem nächsten Tag zweifle ich an meinen sozialen Fähigkeiten. Montag heißt der Tag der Zusage für das Praktikum (immer noch: hää?!). Dienstag geht es meinen sozialen Fähigkeiten wieder besser und sie trinken mit Kiwi und D. "Kaffee am Meer". Mittwoch installiere ich meinen neuen Wordpress-Blog (jetzt ist er nicht mehr erreichbar -.-). Donnerstag fängt der Text-Chef an zu meckern und wegen der wieder weniger werdenden Wörter zu stressen. Freitag hat Barbie Geburtstag und ich treffe viele Kommilitonen wieder, ich merke, dass sie mir meine bisherigen Erfolge nie zugetraut hätte, wir sagen, wir sehen uns jetzt öfter, obwohl wir wissen, dass wir es sowieso nicht tun werden. Samstag ist Katertag und anstatt meinen Schlafrhythmus anzupassen, schaue ich bis 3 Uhr morgens eine Doku über Nina Hagen (meine Oma meinte vor kurzem zu mir, ich sähe so aus^^) und schreibe anschließend noch 21 Minuten Tagebuch (ohne das kleine Büchlein und den Schmetterlings-Kalender könnte ich meine Woche so jetzt nicht nachvollziehen). Und:

Heute ist Sonntag. Ich runzele die Stirn darüber, wie mir die Zeit entgleitet. Ich weiß, dass ich bald ins Bett muss, wenigstens versuchen, ein paar Stunden zu schlafen. Ich sitze mit frisch gewaschenen Haaren im Gesicht am Schreibtisch, mein Sonntags-Wortpensum hinter mir. Verschiedene Ängste gehen mir durch den Kopf. Ich erinnere mich mit Schrecken an meinen Albtraum von heute morgen. Der Stift, den ich mir beim Nachdenken in die Haare gedreht habe, fällt auf den Boden. "Let's get loud" tönt es mir in die Ohren. Was einem so alles über den Weg läuft, auf Spotify. Ich schneide meinem Spiegelbild Grimassen. Alles wie immer. Verrückt ist nicht das Gegenteil von Normal. Es ist genau so normal wie spießig sein. Und wer wär schon gern ein Spießer?

Kommentare:

  1. Verrückt bedeutet ja nur, dass etwas ver-rückt ist. Und dann kann man dahinter Staub wischen und entdecken, dass so ver-rückt alles auch ganz hübsch aussieht... :-)

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  2. Tagchen! Dieser Post war wieder super schön zu lesen, so von deiner Art her, zu schreiben. Ich mag das total :-) So . genug geschleimt. Wie gehts? Wie war dein erster (und zweiter?) Tag?
    Uh. Ich hab früher mit meiner Besten Freundin (jetzt mitbewohnerin) 6h am Stück Sims gespielt, so am Wochenende, und ja, alte Musik ist auch so mein Freund. Wobei nicht gerade DIE alte Musik :D
    Ich hab mir jetzt die letzten 2 Tage freigeschaufelt, weil ich am Sonntag nochmal so nen totalzusammenbruch hatte, aber die Zwei Tage waren jetzt ganz angenehm, ich konnte wieder ein bisschen in den geerdeteren Zustand zurückkehren und bin jetzt wieder fähig, weiterzumachen. Nur weiß ich noch nicht so richtig, wie. Mal schauen.
    Und ja. diese Retro-Style-Postkarten kenne ich auch. Ich hab mir die kitschige, die mit "Gib jedem Tag die Chance, der schönste deines Lebens zu werden." gekauft und neben mein Bett gehängt. :D Ich schäme mich nicht. So. ist das jetzt einfach :D Und für meine Mitbewohnerin habe ich "ist wie ne Tür. Musste durch" gekauft :D Ja, interessiert dich wahrscheinlich nur so semi.. naja.
    Meld dich mal, wenn du lust hast, wie die ersten Tage waren.
    Glitzer! Und danke für das Lob. Ich hoffe, das ich manchmal Menschen motiviere. Und "Lebe, als gäbe es kein gestern" gefällt mir gut.
    Das hattest du mal in einem Post erwähnt. Das fand ich damals schon wahnsinnig inspirierend!
    Machetjut!
    Die Neva

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  3. Naaaa? Wie läufts? Ich hoffe du fühlst dich wohl mir deiner neuen Beschäftigung :*
    Um ehrlich zu sein wurde in meinen alten Klassen auch nicht gekifft, oder ich habs halt nicht mitgekriegt, was sehr möglich ist, schließlich gehörte ich früher nicht zu den Cool Kids^^ Danke, ich freu mich auch echt, das ist super :)
    Oh, cool, Lilly Lindner, die finde ich auch super. Aber 10 Stunden Regionalbahn... uff -.-
    Ich hab fest vor, nächstes Jahr wieder zu gehen und werd (wenn ich immer noch blogge (wahrscheinlich schon)) bestimmt auch wieder rumfragen, wer so kommt :)
    Hab einen schönen Tag und yay, Glitzer, danke :D

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