Freitag, 19. Februar 2016

Wenn selbst Utopien nerven - Meckerpost #3

kotznerv. Mir fällt kein guter Satz für den Anfang ein. Vor allem nicht, während ich mich auf das unzufriedene Gefühl der ersten Wochentage einlasse. Das muss ich aber, weil ich über Sachen schreiben will, die mich genervt haben. Also, prinzipiell nerven die auch immer noch. Aber meine Grundstimmung ist jetzt besser. Dank früheren Aufstehens durch radikale Weck-Maßnahmen und effektiveren Arbeitens durch ... Disziplin! Äh, ja. Auch nur, weil gewisse Texte fertig werden mussten, bevor ich gestern mit der Schwester von S. ein Museum für moderne Kunst und anschließend ein veganes Restaurant mit viiiel Essen besuchte. Ich habe 7 Tage am Stück gearbeitet und heute endlich mal wieder frei - nur um meine Errungenschaften der letzten Tage durch Ausschlafen und Rumgammeln zunichte zu machen...

Aber kommen wir zu meiner kurzzeitig allumfassenden Unzufriedenheit und den Nervfaktoren. Wenn  mein Notizbuch bitte die richtige Seite aufgeschlagen lassen würde, danke. Zwar habe ich vor Kurzem erst einen Artikel über Schönheit und meine persönliche Vorliebe für Make-Up in meinem Gesicht veröffentlicht. Trotzdem nerven mich zur Zeit Körper- und Äußerlichkeiten. Mich nerven all diese zeitverschwenderischen Bedürfnisse. Schlafen nervt. Essen nervt. Trägheit nervt. Aufs Klo müssen nervt. Monatliche Frauenbeschwerden haben nervt. Denken nervt auch. Denn das Erdenken, Nachdenken, Umdenken, Durchdenken, Wegdenken und Zerdenken führt zu irrealistischen Vorstellungen, die das Machen behindern. Und Machen scheint die erstrebenswerte Größe zu sein. Und ich will ja machen. Aber während ich die ganze Zeit darüber nachdenke (und rede und schreibe), was ich machen will, mache ich, richtig, nichts. Außerdem denke ich in größenwahnsinnigen Utopien, was dazu führt, dass mich das Einfache, Erreichbare nicht mehr interessiert und ich wieder nichts mache. Eine Teufelsspirale. In dem Zusammenhang nervt mich übrigens auch mein Alter. Also, ich finde es gut, jung zu sein und noch einiges an Lebenszeit vor mir zu haben! Aber es nervt mich, dass ich, um etwas Sinnvolles zu tun, scheinbar erst mal ein "ernstzunehmendes Alter" erreichen soll. Diese Leute, die sagen "warte nur ab, in 10 Jahren sieht die Welt gaaanz anders aus", kennt ihr die? Aber was zur Hölle interessiert es mich, was in 10 Jahren ist? Ich lebe ja schließlich jetzt. Was machen diese ganzen irgendwann später mal erfolgreichen Menschen denn in der Zwischenzeit? "Sie arbeiten auf ihre Ziele hin." Mhm. "Es ist ganz normal, dass Du zuerst langweilige, doofe, sinnlose und vielleicht auch verwerfliche Dinge tust." Krk. Ich bin nicht normal.

Von den Äußerlichkeiten ausgehend erreichen wir den nächsten Nervpunkt. Onlineshopping. Ich wollte Klamotten haben, ohne mich dem Stress des offline durch die Läden tingeln auszusetzen. Eigentlich die bequemste Alternative. Was mich daran nervt ist, dass die Klamotten auf den Fotos da natürlich nicht einfach so rumhängen wie im Laden, sondern schönheitsideale Models sie - mehr oder weniger - ausfüllen. Das bringt mich regelmäßig mit den Größen durcheinander. Trägt das Model XS, bestelle ich eine Größe größer und hoffe, dass ich darin nicht presswurstig aussehe, und passt es doch wieder nicht, weil ich auch nicht so groß bin. Dabei kenne ich meine Größen ja eigentlich, aber diese Fotos führen mich trotzdem in die Irre. Es lässt sich auch schwer einschätzen, wie das jeweilige Kleidungsstück an mir aussehen wird, weil meine Körperform einfach ganz anders ist, als die der Models. Das fiel mir besonders auf, als ich im Shop ein Kleidungsstück sah, dass ich schon besitze, und ich mir dachte, na das sieht bei mir aber ganz anders aus, wie ein richtiger Pullover eben, und sie könnte den als Kleid anziehen. Früher war das viel einfacher. Da habe ich einfach immer die kleinstmögliche Größe genommen und musste dann sehen, wie ich da rein passe - also abnehmen. Das sind genau die Größen, die bei den Teilen, die mir gefallen, immer ausverkauft sind. Ich ärgere mich darüber, dass die Modelfotos unterbewusst die Frage aufkommen lassen, ob es nicht schöner wäre, genauso auszusehen wie die, nur damit die Klamotten an mir auch so aussehen, wie auf den Bildern, und ich eben keine böse Überraschung erleben  müsste. Sinnvoll wäre doch, wenn ich einfach alles nach meiner Größe filtern könnte und dann auch die Kleidung von Menschen, die meine Größe tragen, präsentiert bekäme. Aber wer würde dann noch Diätprodukte kaufen, wenn alle mit sich zufrieden wären? Undenkbar.

Vielleicht resultiert Unzufriedenheit aus den Gegebenheiten, die sich nicht oder nicht direkt beeinflussen lassen.

(Textbeginn von heute. Möchte das, nachdem ein paar Stunden vergangen sind, jetzt einfach mal so stehen lassen. Damit ich mich jetzt nicht nochmal in die Unzufriedenheit reinfühlen muss. Glitzert schön ins Wochenende, ihr lieben Menschen. ♥ )

Kommentare:

  1. Man darf auch mal meckern und zunzufrieden sein können. Das ist okay und manchmal auch ganz gut.
    Alles Liebe und hab ein schönes Wochenende! ♥

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  2. Tjaa. Hallo Lilly ;)
    Ich kenne das, wenn einfach alles nervt. Und ich finde auch irgendwie, 2 freie Tage hinter einander weg wären irgendwie besser als 2 unzusammenhängende, wie ich es oft habe. So richtig entspannen kann ich da nicht, nur ausschlafen, und dann habe ich (wenn ich mich um 11 aus dem Bett schäle) das Gefühl, dass der ganze Tag schon weg-geschlafen ist. Ganz furchtbar. Ich bin am besten mit mir zufrieden, wenn ich etwas schaffe. Egal, ob auf der Arbeit oder irgend einen to-do-Listen-Punkt. Wenn ich früh aufstehe, diszipliniert bin und jaaa... Ne, also, genau das, wovon die meisten abraten, wenn man frei hat, keine Ahnung, ob du weißt, was ich meine. Hat wieder was mit der work- life-balance zu tun würd ich mal sagen.
    Und woran liegt es, wenn einen alles nervt. Daran, dass man zu viel rumgegammelt hat oder daran, dass man zu grund-gestresst ist? An der Grundstimmung? oder einfach Schicksal? Ich weiß es nicht.
    Tja.
    Ich habe auch nicht die geringste Ahnung, was ich dir damit sagen möchte. haha. Das alles nicht so einfach ist. Aber naja. Weiste ja. und will man ja auch nicht hören, denn vielleicht, ja, vielleicht kann ja alles einfacher sein? Aber wie? blabla.
    Ich gehe auch sehr, sehr gerne mit Freunden essen. So halte ich Freundschaften am Leben, die etwas eingerostet sind. Ich habe halt noch eine sehr gute Freundin, und sie zieht jetzt bei mir ein, und wir sehen uns auch seit 7 Jahren ungefähr 1 mal in der Woche, aber mit anderen Leuten habe ich wenig kontakt, und das gleiche ich dann mit Essen-gehen wieder aus :D
    Und da erfährt man so spannende Dinge aus anderer Menschen leben. Das inspiriert mich auch oft. Und ja, deine 3h kann ich toppen. Ich war letztens 5 h mit einem Mädel aus der Schulzeit in einem Café :D

    Ich wünsche dir eine schöne Restwoche :-) Ich muss am Wochenende Arbeiten, und nächste Woche ist dann wieder Schule und bla. Ja, ich pass auf mich auf, du auch auf dich bitte! Und ich mag das Schreiben mit dir irgendwie :D Glitzer für dich!
    LG

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