Mittwoch, 6. Januar 2016

Machen statt Meckern

Es ist schwer mit der Arbeit (dem Praktikum). Es fällt mir schwer hinzugehen. Die widersprüchlichen Ansagen meines Chefs setzen mich unter Druck. Im einen Moment heißt es, dass ich natürlich mal eine Stunde später kommen oder früher gehen kann, wenn ich an den Vortagen Überstunden gemacht habe und das kein Problem sei. Mache ich das dann (hauptsächlich auch wegen des Schnee-Chaos, das zu Unpünktlichkeit führt -> ich habe heute mehr als doppelt so lange für den Weg zur Arbeit gebraucht), bekomme ich am frühen Morgen noch vor regulärem Arbeitsbeginn zwei schlecht gelaunte Anrufe, von denen einer davon handelt, dass meine SMS nicht höflich genug sei. Ich denke minutenlang über die Formulierung jeder Nachricht nach, die kann gar nicht unhöflich sein. Egal. Ich wollte dem neuen Jahr noch eine Chance geben, aber ich sehe da keine Zukunft mehr ...

... Wie oft habt ihr jetzt das selbe Gemecker immer wieder lesen müssen? Richtig. Jammern ist einfach, Jammern ist bequem, Jammern hilft bei der Ignoranz der eigenen Möglichkeiten. Deshalb versuche ich, mich damit zurück zu halten, auch wenn es schwer fällt, wenn Du Dich am zweiten Arbeitstag des Jahres insgesamt 3 Stunden lang demotivieren und zweitweise anbrüllen lassen musst. Aber ich freue mich dann lieber auf den Feierabend, den ich damit verbringe, zu machen, statt zu meckern. Der extreme Wunsch, der inzwischen gedanklich beschlossene Sache ist, nach einer anderen, sinnvolleren Tätigkeit setzt echte Kräfte frei. Ich recherchiere nach Praktikumsplätzen, um mehrere Lesezeichen ist mein Browser reicher geworden. Zwei Bewerbungen sind bereits geschrieben und von S. Korrektur gelesen - im Gegensatz zu meiner Sommerbewerbung hatte sie absolut gar nichts auszusetzen und da sie schon ein paar Jahre länger Bewerbungen schreibt als ich, ist das sicherlich ein gutes Zeichen. Es ist aber auch einfacher, eine Bewerbung zu schreiben, wenn man etwas vorzuweisen hat. Veröffentlichte Arbeitsproben sind ja jetzt auch möglich. Mein jetziges Praktikum ist - auch wenn es manchmal anders klingen mag - auf keinen Fall etwas, das ich bereue. Im Gegenteil konnte ich viele Erfahrungen sammeln, zumindest in Sachen "Fake it till you make it" bin ich jetzt ein echter Profi.^^ Ich habe nach 6 Monaten einfach nur festgestellt, dass dies nicht ganz meiner Berufswunschrichtung entspricht, das Arbeitsklima sich rapide verschlechtert hat und ich eben noch verschiedene Dinge aufprobieren möchte, bevor ich mich auf etwas festnageln lasse.

Sicher wird es Menschen geben, die meine Einstellung nicht gutheißen, weil es mir schwer fällt, mich zu fügen, mich lenken zu lassen und mir meine Meinung zu klemmen. Das ist ja auch nichts Neues. Ich glaube aber nicht, dass es für "Menschen wie mich" keinen Platz gibt oder dass ich mit meinem Wesen im Leben nicht weiterkommen werde, so wie mein Chef gerne sagt und damit mein Selbstbewusstsein beschädigt. Ich würde mich jederzeit wieder einmischen, wenn direkt neben mir jemand mit Worten angegriffen und fertig gemacht wird. Wenn konservative wirtschaftliche Unternehmen so nicht funktionieren, sind sie eben nicht der richtige Ort für mich. Aber: Ich kann was! Ich besitze Fähigkeiten. Und mein schwer erarbeitetes, sich noch immer in der Wachstumsphase befindendes Selbstvertrauen kann mir keiner nehmen...

Jeder Macher war zuvor ein Träumer (sofern sein "Machen" mit Herzblut und Leidenschaft geschieht). Ich bin eine Träumerin und das bedeutet nichts Schlechtes. Im Gegenteil: Träumer besitzen die Fähigkeit, sich eigene Welten zu erschaffen, in denen es egal ist, was die anderen sagen. So werden aus ihnen Macher, auch wenn ihnen das niemand zutraut. Wichtig ist bloß, dass Du es Dir selbst zutraust. Das bedeutet Selbstvertrauen. 

So. Nun glitzert und macht eure Träume wahr. ♥
(Das Leben ist zu kurz, um es mit Dingen zu verbringen, die uns widerstreben.)


Kommentare:

  1. Hallo Lucia,
    ich finde es garnicht "schwach", dass du dich jetzt nach einem anderen Praktikumsplatz umschauen möchtest. Im Gegenteil! Du weißt was du willst und was eben nicht und wer muss sich schon so behandeln lassen? Wir verbringen die meiste Zeit vom Tag auf der Arbeit und man sollte sich dort schon eher wohl fühlen. Ich habe auch den Job gewechselt, weil die neue Chefin die ich damals vor die Nase gesetzt bekommen habe der absolute Drachen war. Total demotivierend. Das zieht einfach nur runter und man hat auch keinen Spaß mehr an der Arbeit. Auch in der Firma in der ich jetzt bin gab es Schwierigkeiten, aber da es mir hier wirklich gut gefällt und mir so ein toller Job mit so vielen Möglichkeiten wohl nicht mehr so schnell angeboten wird, habe ich gekämpft bis es mir wieder besser ging. Manchmal ist es das wert, manchmal aber nicht. Und eine neue Richtung, ein neuer Blickwinkel ist nie verkehrt. Also - ganz viel Erfolg bei der Praktikumssuche :) Viele Grüße, Carina

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    1. Da hast Du recht, sich wohlzufühlen, dort, wo man jeden Tag 8-10 Stunden sitzt, ist schon wichtig. Was ich mich dann nur immer frage, ist, ob ich da nicht zu hohe Ansprüche habe - denn in meiner Branche fliegen einem die guten Arbeitsplätze ja nicht gerade zu. Aber ich denke mir auch: Jetzt bin ich ja noch Studentin und im Praktikum, so lange ich die Möglichkeit habe, mich auszuprobieren, will ich die auch möglichst vielfältig nutzen. Durch die hohen Anforderungen und Verantwortlichkeiten fühle ich manchmal, als wäre ich 10 Jahre älter - dann muss ich mich daran erinnern, dass ich ja doch noch ein bisschen Zeit habe für endgültige Entscheidungen.^^
      Liebe Grüße,
      Lucia

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    2. Aus meiner Erfahrung heraus kann ich sagen: ich hätte mich in deinem Alter nicht getraut. Da habe ich alles mit mir machen lassen & mir ging das ganz schön an die Substanz. Im Nachhinein betrachtet hätte ich viel eher handeln/Grenzen ziehen sollen & mich nicht so kaputt machen lassen. Heute bin ich 28 & bin jetzt erst so weit. Also ein großes Lob wenn du das bereits jetzt schon kannst, weißt was du willst & dich ausprobierst. Das hat nichts mit zu hohen Ansprüchen zu tun. Das ist deutlich besser als garkeine zu haben ;)

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    3. Danke :) Ich denke, es ist deshalb, weil es mir schon relativ viel abverlangt hat, mich meinen Eltern entgegen zu stellen und all das, was sie mir als feststehend und unumstößlich verkauft haben, anzuzweifeln, im Alter von 12-16 habe ich sozusagen schon lernen müssen, für mich selber Grenzen zu setzen, sonst würde ich wahrscheinlich jetzt noch bei denen sitzen und mich kaputt machen lassen... Also vielleicht liegt es einfach daran, dass ich schon ein paar Jahre länger ziemlich selbstständig bin, als die meisten anderen in meinem Alter. Deswegen wahrscheinlich auch manchmal das Gefühl, älter zu sein. :D

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  2. Liebe Lucia Lilly,
    zunächst erstmal: Es ist gut, dass Du Dich zu Deinem Eigensinn bekennst. Dass Du Dich nicht nicht unterkriegen lässt. Dass Du mit allen Mitteln versuchst, Deine Ideale zu verwirklichen. Aber da ist schon der Widerhaken. Du zitierst: ... "dass ich mit meinem Wesen im Leben nicht weiterkommen werde". Ich verfolge Deinen Blog - wenn auch sporadisch - schon eine ganze Weile und weiß daher, dass Du schon öfter beklagt hast, mit Deinem Wesen nicht gerade auf Gegenliebe zu stoßen. Vielleicht ist da was dran, vielleicht bist Du einfach manchmal zu schroff. Große Menschen sind oft schwierig, aber ein bissschen Einfühlung kann wirklich nicht schaden. Denn der Durchschnittsmensch wird Dich genau beobachten und nur die Eigenschaften an Dir sehen und leider auch verfolgen, die Dich als nicht konform auszeichnen. Der Konkurrenzkampf ist erbarmungslos! Ich wünsche Dir, dass Du es trotzdem schaffst und auch sonst ein Jahr voller Zuversicht und Momente der Freude und des Glücks,
    Li

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    1. Das komische daran ist ja, dass es im Real Life genau umgekehrt ist: Nicht Schroffheit ist dort das Problem, sondern vielmehr die Tatsache, dass ich mich zu emotional verhalte und mich zu viel darum kümmere, was die anderen fühlen und denken. Das ist es eher, was den Konkurrenzkampf so schwierig macht, dass ich nicht auf Konkurrenz aus bin, genau davon aber lebt das ganze ja. Und wenn ich schroff reagieren will und wütend bin, fang ich immer an zu heulen.^^ Hier steht mir ja niemand gegenüber, da entlädt sich der Druck dann ganz unbeschränkt... Danke für Deinen Input! Es ist interessant, zu sehen, wie unterschiedlich sozusagen diese beiden Leben - im Interneht und im Real Life - tatsächlich sind.
      Dir auch alles Liebe für 2016!
      Lucia

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  3. Ich find deine Einstellung super und versuche hiermit, mir eine Scheibe abzuschneiden ;)

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  4. Hi,
    ich lese schon länger mit und ich finde gut, dass du so viel über deine Arbeit schreibst. Ich habe mich auch gerade für vergütete Praktika im weiten Bereich "irgendwas mit Medien" beworben, darf ich fragen, was du bei deinen Praktika so verdienst?

    Liebe Grüße,
    Lena

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    1. Hallo Lena,
      danke :) Also, die ersten drei/vier Monate habe ich gar nichts bekommen, danach eine Beteiligung pro Verkauf - also nix feststehendes und nicht sonderlich viel :D Ohne meinen Nebenjob würde es nicht gehen. Wenn Du länger als 3 Monate Praktikum machst und es kein Pflichtpraktikum ist, ist eine Vergütung eigentlich ab Beginn des Praktikums verpflichtend, aber wer hält sich schon dran... Ich würde immer abwägen: Ist es Dein erstes richtiges Praktikum (so wars bei mir) oder findest Du das Projekt so richtig toll und denkst, es bringt Dich extrem weiter, dann würde ich es auch ohne oder mit sehr geringer Bezahlung machen. Aber wenn das Unternehmen ganze Arbeitsplätze mit Praktikanten besetzt und ausbeuterisch ist (wie bei mir^^), dann würde ich es mir überlegen. Jetzt bewerbe ich mich auch auf vergütete Praktika, hauptsächlich, weil ich mich halt finanzieren muss. Ich denke also, dass es immer drauf ankommt. Wo ich mich jetzt bewerbe, ist meistens so von 300-500 € Vergütung die Rede, das fände ich schon voll gut. Aber ich bin jetzt auch nicht der megaerfahrene Praktikums-Profi :D
      Welche Richtung ist es bei Dir denn genau? (Wir können uns auch gerne per Mail/FB mal ausführlicher darüber unterhalten)
      Alles Liebe,
      Lucia

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