Freitag, 25. Dezember 2015

Weihnachten wie vor 5 Jahren oder so ähnlich

Also, den 24. Dezember hätte ich überlebt. Und ich erzähle euch natürlich gerne, wie es war, falls es euch interessiert. :) Es geht also los, mit einer etwas seltsamen, aber auch nicht ganz schlechten Weihnachtsgeschichte:

Nach der Arbeit hatte ich meinen Termin bei Z und nach unserem Gespräch, in dem ich in etwa über die Dinge sprach, die ich vorgestern im passwortgeschützten Teil des Postes erwähnt hatte, tauschten wir unsere kleinen Weihnachtsgeschenkchen aus. Zu Hause erwartete mich noch ein Briefchen, über das ich fast stolperte, weil es vor meiner Zimmertür lag, von der lieben Aryadne. Erstmal kochte ich mir eine große Tasse Tee und dann packte ich die beiden Päckchen aus. Von Z bekam ich Tee, Schokolade und einen lieben Brief. Von Aryadne Tee, Schokolade, Weihnachts-Bad und eine liebe Karte. Danke, liebe Aryadne, an dieser Stelle nochmal, ich hab mich so sehr gefreut! ♥ Schokoladentechnisch bin ich jedenfalls gut versorgt und ich fand es schön, dass alle so auf das Vegane geachtet haben, obwohl das sicher nicht ganz einfach ist.^^

Ich musste ein bisschen heulen ob der liebevollen Worte, weil ich, wie mein Chef kopfnickend bestätigen würde, ein viel zu emotionaler Mensch bin. Deshalb bin ich noch etwa eine Stunde lang in meinem Zimmer geblieben. Weil ja Weihnachten ist, hatte ich mich schick angezogen, vorher noch Rock und Bluse gebügelt, eine Hochsteckfrisur gemacht und die obligatorische Schminke mit dem Lipgloss von S. ergänzt. Ich saß auf dem Boden und gab im gegenüberstehenden Spiegel ein "Dramatisch-Kitschiger-Weihnachtsfilm-Bild" ab. Meine Mitbewohner hatte ich beim Tee kochen kurz in der Küche angetroffen, als sie gerade Bescherung machten, M mit einer Weihnachtsmütze auf dem Kopf, und ich hatte kurz gegrüßt und mich schnell wieder aus dem Staub gemacht. Mein bekloppter Kopf machte es mir schwer, ihnen die Kleinigkeiten zu überreichen, die schon in Geschenkpapier gewickelt auf dem Schreibtisch lagen. Aber ich konnte sie doch nicht einfach doch nicht schenken? Also machte ich mich mit meiner Rosa-mit-weißen-Punkten-Tasse und einem Tee von Aryadne bewaffnet plus den Geschenkchen auf den Weg in die Küche und fühlte mich ein bisschen so, wie es manchen Leuten vor einer Prüfung geht...

Die beiden spielten gerade Scrabble und hatten die ersten drei Wörter gelegt. Mutig störte ich das Spiel und hielt ihnen die Geschenke vor die Nase. M bekam eine Rosenseife, B so eine krasse handgeschöpfte Schokolade. Gut, wenn man sich bei der Arbeit am Lager bedienen kann.^^  Wie jeder, der nicht so bekloppt ist wie ich, erwartet hätte, freuten sie sich und entschuldigten sich sogar noch dafür, dass sie nichts hatten und mir auch von ihrem Süßigkeitenteller nichts anbieten konnten. o.O War doch nur ne materielle Kleinigkeit, mein Gott. Dann fragten sie mich, ob ich mitspielen wolle. Ich redete ein bisschen Blödsinn und dann setzte ich mich auf den Stuhl, den M hereinrollte. "Okay, Kopf. Du hältst jetzt die Klappe und lässt mich in Ruhe!", redete ich gedanklich mit mir selbst. Um es kurz zu machen: Nach der Runde luden sie mich zu Klößen mit Rotkohl ein - und dem Duft der toten Ente.^^ Danach dann noch eine Runde Scrabble und am Ende allgemeiner Frust, weil ich als Scrabble-Profi haushoch gewann.

Ähm ... ja. Einerseits das furchtbare Gefühl des Störenfrieds, das mich nie ganz loslassen wollte. Andererseits eine gute Ablenkung. Oder so. Ein bisschen war es so wie vor 5 Jahren, als ich gerade mal seit einer Woche in der Inobhutnahmestelle hockte und alles fremd und komisch war... So unaufgeregt und ohne diesen Druck: Hübsch machen, lächeln, heile Familie spielen, bloß nichts falsches schenken, die hässlichen Kinder-Kritzeleien schmeißt die Oma weg, lieber was Hochwertiges dichten und Geige spielen... Aber Weihnachten ist sowieso ein seltsamer Brauch. Wie krass es Menschen manipuliert, sich auf diesen einen Tag zu fixieren, und das schon ein halbes Jahr im Voraus - dabei ist es, wenn man nicht gerade in die Kirche geht, doch völlig irrsinnig, alle "Schönen Erlebnisse mit den Lieben" auf einen Tag zu konzentrieren. Jetzt, nachdem ich einmal selbst im Weihnachtsgeschäft Marketing gemacht habe, erscheint mir das alles noch viel irrsinniger. Die ganze Masse konsumgeiler Verrückter hatte ich mit unserer Social-Media-Community am Hals.^^

Jetzt höre ich kitschige Weihnachtsmusik (die erinnert nicht an früher, denn sowas zu hören war sowas wie Todsünde) und warte darauf, dass der Tag vorbei geht. Ich muss noch das letzte Gewinnerpäckchen packen, vielleicht backe ich nochmal Zimtsterne, aber das mache ich eher morgen, damit die Aktivitäten gut verteilt sind. Frei zu haben ist total komisch. Normalerweise würde ich die Zeit, in der ich nicht im Büro bin, mit meinem Texter-Job verbringen. Heute Nacht habe ich von nachweihnachtlich reduzierten Süßigkeiten im Supermarkt geträumt. Was soll mir das denn sagen? ...

Ich hoffe, dass ihr jetzt auch gemütlich irgendwo rumsitzt oder spazieren geht und euch irgendetwas Gutes tut. Und falls in euch gerade totale Leere herrscht und ihr euch gar nicht gut fühlt: Ich denke ganz fest an euch. ♥ Da ich eh nichts zu tun habe, dürft ihr mich bei Bedarf auch gerne zutexten. Falls ihr niemanden zum Zuhören findet oder Ablenkung braucht oder so. Ich öffne das Fenster und puste Glitzer in den Wind, der ihn hoffentlich bis zu euch trägt. Also lüftet mal kurz durch, damit der Glitzer auch rein kann. ;-)

Danke für alle lieben (Weihnachts-)Worte von euch. ♥ Pling***

Super creepy Foto von vor der neuen Haarfarbe, das keineswegs auf mein reales Aussehen schließen lässt. Furchtbar!!1!!11!


Kommentare:

  1. Schatz ... als ich dein Kommentar laß, da musste ich lachen und heulen.
    Du bekommst später noch eine richtige Antwort, aber ich musste dir sagen, wie viel mir deine Worte bedeutet haben.

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  2. Hey dud :-) Ich wollte dir noch mal einen guten Rutsch wünschen, nicht das das was bringt, irgendwie glaube ich aber an den ganzen Jahres-Wechsel-Quatsch und mache mir auch jedes Jahr vorsätze und so :-) Bald werde ich noch kleinere Ziele hinzufügen. Mal schauen :-) Machs auf jeden Fall gut, ich werde arbeiten an Silvester, da bei meinen Kollegen zu sein ist ja auch gar nicht so verkehrt. Und du?
    LG, Neva

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