Mittwoch, 9. Dezember 2015

Gesprächsfetzen

Ich starre durch die Windschutzscheibe in die Dunkelheit.
"Man muss auch mal abschalten.", sagt C.
"Kann ich nicht."
"Ich auch nicht."
"Toll. Du bist ja ne gute Ratgeberin.", lache ich.
"Ich weiß. ...Achtung." Sie wendet abrupt.

"Was hat er eigentlich vorhin zu Dir gesagt, wegen Pünktlichkeit und so?", fragt C.
"Nichts weiter. Hat nur gelacht und gemeint, er müsse mir das nunmal immer wieder sagen."
"Gelacht... Hat er Dir keine Konsequenzen angedroht?"
"Nicht direkt. Also er hat schon gesagt, dass es so nicht geht, aber was will er machen. Wieso, was hat er denn zu Dir gesagt?"
"Mir hat er Konsequenzen gesagt. Wenn ich in den nächsten 2 Wochen nochmal zu spät bin, setzt er mich nur noch als Nachmittags-Springer ein."
"Und was soll das bedeuten?"
"Dass ich nur noch ab und zu nachmittags vorbei komme und unterstütze."
Ich muss lachen.
"Da brauchst Du Dir keine Sorgen machen. Das ist ja keine realistische Konsequenz. Wenn Du nicht mehr jeden Tag da bist, geht das Unternehmen krachen.", sage ich kopfschüttelnd.
"Ich weiß.", sagt C. "Das hab ich ihm auch gesagt. Aber er meint, bei ihm würde das, was ich die ganze Woche mache, ne halbe Stunde dauern. Er tut immer so, als wäre meine Arbeit total lächerlich."
Ich schlage die Handfläche gegen meine Stirn.

"Ich werde mir sehr gut überlegen, ob ich nach dem Pflichtpraktikum hier weiter mache.", seufze ich.
"Echt? Du bist für ihn aber fester Bestandteil vom Kernteam. So schnell wird der Dich nicht gehen lassen."
"Was will er machen? Wenn ich weg bin, bin ich weg. Wir haben ja keinen Vertrag oder so. Aber es kommt natürlich drauf an, wie sich bis dahin alles entwickelt. Ich kann dann sowieso nicht mehr so viel arbeiten wie jetzt, wenn ich meine Bachelorarbeit schreiben will. Aber für fast nichts so viel für ihn zu machen und dabei noch so behandelt zu werden, darauf hab ich keine Lust. Das schaffe ich auch irgendwann nicht mehr."
"Tja, wenn er so weiter macht, steht er bald alleine da."

C. Sie ist eigentlich ein kreativer, künstlerischer Mensch. Produktdesignerin. Ihre Wohnung ist vollgestopft mit Bastelkram. Sieht aus, als wäre ein Farbkasten explodiert. Und mittendrin stolziert ihr dicker Kater umher. C. ist sensibel und gleichzeitig hat sie diese typische, raue Berliner Art als in Marzahn aufgewachsenes Mädchen. Excel-Tabellen sind ganz sicher nicht ihr Fall. Aber schlimmer ist, wie er, der Chef, mit ihr umspringt. Nicht dass er bei uns anderen noch besonders viele Sympathiepunkte hätte. Aber an C lässt er das ganze Ausmaß seiner cholerischen Anfälle aus. Völlig irrationale und unwahre Anschuldigungen wirft er ihr an den Kopf. Und er versucht, uns beide gegeneinander auszuspielen, auch indem er uns so unterschiedlich behandelt. Es mag klingen, als würde ich ins Büro kommen, wann ich wollte. Aber ich bin gar nicht so oft zu spät und wenn, dann höchstens zehn Minuten, weil ich den weitesten Weg mit den öffentlichen Verkehrsmitteln habe. Ist nicht zu entschuldigen, weiß ich, seh ich ein, ist jetzt auch egal. Manchmal würde ich ihm gerne sagen, dass jeder, der ein Gespräch mit ihm hatte, danach entweder fast heult oder ist extrem zickig oder ungewöhnlich ruhig ist oder sich auskotzt. Ich kann's nicht mehr hören. Es wär so schön, wenn das nicht wär...

... aber immer noch nicht sinnvoll. Ich weiß, jeder fängt irgendwo im Dreck an. Aber ich würde gern jetzt etwas Sinnvolles tun. So wie Kiwi oder Z oder oder...

Soll ich das wirklich veröffentlichen? Hm, bin ja risikobereit. Sagt mir nicht, ich soll doch was anderes machen. Damit setze ich mich auseinander, wenn ich Zeit hab. Ich meckere wie ich will und weiß wie gut ich's habe blablabla. Glitzer. ♥



Kommentare:

  1. Tja, Chefs. Gut, dass du Schokolade hast.
    Entspann dich etwas ♥ :-) Und Glitzer. LG

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  2. Es ist doch gut mal etwas Dampf abzulassen. Außerdem sasgst du es ja selbst, ihr habt keinen Vertrag, du schuldest ihm nichts und wenn dir danach ist etwa anderes zu machen ist das dein gutes Recht.

    Quäl' dich nicht unnötig und lass dich nicht runter machen. <3

    Heute schicke ich dir etwas Glitzer, denn ich glaube, du kannst etwas davon gebrauchen. :)

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  3. Excuse you? Aschenblödel??^^ Naja aber ich versteh was du meinst, irgendwann sind Dinge einfach ausgelutscht, der Film ist es bei mir zum glück noch nicht.
    Oh und ich hab übrigens erst bei der Auswertung gelesen, dass man dir auch Bücher hätte emfehlen können. Irgendwie hab ich nur "Film" gelesen, tja, selektive Wahrnehmung, ups. Wie auch immer, das beste Weihnachtsbuch ist "Hinter verzauberten Fenstern" von Cornelia Funke. Ist ein Kinderbuch (Kitty ist verrückt danach) und es geht um Julia, die von ihrer Mum einen blöden langweiligen Papp-Adventskalender geschenkt bekommen kriegt, weil sie doch jetzt schon so groß ist. Und ihr Bruder kriegt nen Schokokalender, voll unfair. Aber dann stellt sich raus, dass in dem Pappadventskalender Leute wohnen, lockenperückte Erfinder, Elfen, Heinzelmänner... und Julia kann die in der Kalenderwelt besuchen gehen. Und am Ende müssen sie Prinz Harry den Hässlichen retten...
    Es ist so ein tolles Buch, wir lesen es jeden Advent (und manchmal im Sommer oder im Frühling auch) aber es sind auch biografische Gründe, die das Buch für uns so toll und wichtig machen.
    Und dann hab ich grad "Das Fest" von John Grisham gelesen. Fands gut, weil es um ein Ehepaar geht, das sich vornimmt, Weihnachten zu ignorieren (was ich ja vom Grundgedanken her echt ne super Idee finde), allerdings war die Story ein bisschen vorhersehbar, aber naja, Feelgood-Literatur eben.

    Ich hoff das mit den Problemen auf der Arbeit sortiert sich bald ein bisschen... klingt echt nicht gut, ich hoffe du findest raus, was das Beste zu tun oder nicht tun wäre :*

    Sorry wenn dieser Kommentar komisch wirkt, es ist mitten in der Nacht^^

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