Freitag, 19. Juni 2015

Klappe: Die Allerletzte

Ich sitze auf dem Boden meines Zimmers. Mit dem Rücken zur Tür. Ein anderer Post ist schon fast fertig. Von gestern. Aus der Mitte der vergehenden Woche. Aber mir ist gerade nicht danach. Vielleicht kommt er morgen. Eine Art Rückblende. Oder so.
Ich trage immer noch die neuen Leggins und das T-Shirt mit der Aufschrift "Rock It And Own It". Ja, wir haben es gerockt, das letzte große, allerletzte Projekt der Uni. Heute war der letzte Tag. Das allein lässt mich eigentlich nicht sentimental werden. Der Sitzkreis am Ende, bei dem jeder noch ein paar Worte sagen durfte, die Tränen von Barbie, die festen Umarmungen, vielleicht. Ich hätte anschließend gerne mit einer Freundin eine Zigarette geraucht und die letzten Strahlen der untergehenden Sonne genossen. Aber die einzige, die mir eingefallen ist, war Sunny. Und mit ihr könnte ich ganz sicher keine dramafreie Zigarette rauchen.
Eigentlich rauche ich gar nicht. Und wenn, dann aus dramaturgischen Gründen. Stattdessen bin ich mit dem Techniker zusammen S-Bahn gefahren. Zwei eher wortkarge, still beobachtende Freaks versuchen sich im Smalltalk. Und wieder einmal musste ich zugeben, dass ich noch nie auf einem Festival gewesen bin und keinen Plan vom Leben habe. Die beiden Fakten, die seltsamerweise häufigst Entsetzen auf sich ziehen. Er sagt, dass Dramaturgie ihn nicht so interessiert und er sich eher für Physik und Fakten begeistert. Immerhin spielt er Cello und ist musikalisch, sodass wir zumindest ein Gesprächsthema fanden.
Dann bin ich in die U-Bahn umgestiegen. Auf einem kleinen Umweg bin ich hier gelandet. Auf dem Boden. Der Tatsachen. Morgen ist Samstag und dann Sonntag, und am Montag, da ist nichts. Vier Monate lang. Ohne Plan. Nur mit ein bisschen Arbeit. Und der Aufgabe, doch noch eine Aufgabe zu finden. Melancholie schleicht durch die Leere in meinem Kopf. Müde. Vielleicht bin ich einfach nur müde von diesem viel zu langen Tag. Vor zwölf Stunden fing der Zehn-Stunden-Studio-Tag an. Und jetzt ist er vorbei. Einfach durch den Raum geglitten. Und jetzt stehe ich auf und gehe ins Bett und schlafe, vielleicht, bald. Gute Nacht, ihr Glitzer-Universums-Menschen.

Kommentare:

  1. Hey :-) Lass dich nicht runterziehen von der freien Zeit. Gönne dir ein bisschen Zeit zum ausruhen :-) Ich wünsche dir ein schönes Wochenende :*

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  2. hey du:)
    Ich war zwei wochen lang nicht online. Was würde ich für dein Gefühl geben. Ruhe, kein Stress. Der Druck bricht über mir zusammen und noch ein paar horrorwochen stehn mir bevor. Ich will an deiner stelle stehn. Genieß deine frei Zeit :) Ich wünsch dir ein schönes Wochenende :*

    Aurelie:**

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  3. Erhol dich erstmal gut. :) Vielleicht ist die Melancholie auch nur ein Zeichen der Erschöpfung.

    Du findest sicherlich eine sinnvolle Beschäftigung für die nächsten Wochen. :)

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  4. Meine Gedanken senden dir stetig Kraft. Naiv hoffe ich darauf, dass dir dieses Wochenende willkommende Erholung brachte. Bitte passe auf dich auf und weiß, dass ich an dich glaube, dir immer nur das Beste wünsche.
    Du bist ein großartiger Mensch.

    Liebe Grüße
    Emaschi

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