Samstag, 28. März 2015

Wochenrückblick - Laberpost

Ich weiß nicht, wie ich diesen Post beginnen soll, also schreibe ich einfach auf, dass ich es nicht weiß. In irgendeiner Geschichte hat irgendeine Deutschlehrerin das irgendeinem Schüler empfohlen, der nicht wusste, wie er seinen Aufsatz beginnen sollte.

Ich war diese Woche wahnsinnig beschäftigt. Mit drei To-Do-Listen plane ich meinen Umzug, das Uniprojekt und meine Jobs.
Beginnen wir mit dem Umzug: Ich habe fast alles Wichtige schon gepackt und weiß immer noch nicht, wann ich nun richtig umziehe. Z sicherte mir Mittwoch noch einmal zu, dass das mit dem Transportfahrzeug ganz bestimmt klappen wird. Donnerstag fragte sie mich per E-Mail nach Details. Nun bin ich wirklich gespannt, was daraus wird - und wann. Meine Nachmieterin hat ihren Kram schon in Nis Zimmer gestellt. Ich musste lachen, als ich sie ihre ebenfalls komplett weißen Ikea-Möbel herein tragen sah. Sie passt perfekt in diese WG. Übrigens habe ich nichts gegen weiße Ikea-Möbel. Sie eignen sich nur so gut als Metapher um die riesigen Unterschiede zwischen mir und meinen Bald-Ex-Mitbewohnerinnen darzustellen.
Heute habe ich meine Klamotten zusammen gepackt. Dabei habe ich nicht nur festgestellt, dass ich eine ganze Umzugskiste voller Schuhe besitze, obwohl ich höchstens zwei Paar davon regelmäßig anhabe. Ich habe auch einige Kleidungsstücke aus meiner dünnsten Zeit gefunden. Hosen in Größe XXS, die mich immer noch ab und an zu dem Gedanken verleiten, da wieder reinpassen zu wollen. Das Kleid, das ich auf den Fotos von mir mit meinem Tiefstgewicht trage.
Sommer 2012
Und einen Rock, der eigentlich schön ist, aber durch seine Enge immer nach oben rutscht und dann zu kurz ist. Die Sachen habe ich fotografiert und in eine Verschenke-Gruppe auf Facebook gepostet. Zwei Menschen konnte ich damit glücklich machen. Eine hat mir sogar eine Tafel Schokolade und einen Muffin aus so Schaumgummizeugs mitgebracht. Ein seltsames Gefühl. Und doch befreiend. Die blaue Hose, in der meine Beine bei der Suche nach Thinspos im Internet auftauchten, sie ist jetzt weg.
Was ich definitiv nicht vermissen werde, ist die Familie über uns. Gerade bohren sie da oben wieder irgendwas. Die Kinder toben und kreischen den ganzen Tag über meinem Kopf herum. Und fast jeden Morgen ist das Bett-Quietschen nur Nebengeräusch...

Das Uni-Projekt. Ja. Ich weiß nicht, ob ich doch damit zu viel von mir preisgebe. Vor meinen Kommilitonen. Ins Impressum gehören Name, Anschrift und Telefon, sagte jemand zu mir. Zum Glück bin ich nicht alleine mit der Ansicht, dass, egal worum es sich handelt, so persönliche Daten nicht ins www gehören. Aber wir kennen jetzt einen sicheren Haftungsausschluss und damit gibt es auch hier auf diesem Blog endlich ein Impressum. Dazu habe ich noch eine E-Mail-Adresse für euch erstellt: elfentrauma@web.de Wenn ihr mir also private Nachrichten zukommen lassen wollt, dann nutzt diese Adresse oder weiterhin auch gerne das Kontaktformular.
Beim Dreh des Konfetti-Trailers ging so ziemlich alles schief. Deshalb steht der größte Teil noch bevor. Zuerst einmal kam mein Buchstabenkonfetti nicht rechtzeitig an. Heute ist es endlich da. Dann war auch noch schlechtes Wetter. Und der Techniker war ewig lange unauffindbar, obwohl er wusste, dass wir eine Kamera von ihm brauchen. S. hatte dann nur noch wenig Zeit. Bevor ich überhaupt in der Uni ankam, musste ich noch wie wild Konfetti schnipseln. Dann habe ich S. vor einen schwarzen Vorhang gestellt, drinnen im Studio, und sie aus schwindelerregender Höhe auf der obersten Leitersprosse mit Konfetti beworfen. Ich glaube, das sieht ganz gut aus, wenn man es in Zeitlupe laufen lässt. Aber ich brauche den Konfettiregen draußen. Und in einem, naja, hübscheren Kleid. Ich weiß, dass S. sowas gefällt. Aber ich mag bodenlange und noch dazu gemusterte Kleider nicht besonders. Das muss einfarbig und dunkel sein, wenn das Konfetti schon so bunt und glitzerig ist. Denjenigen von euch, denen ich immer Glitzer und Konfetti zum Abschied wünsche, widme ich den Clip natürlich. Wahrscheinlich interessiert das hier nicht im geringsten. Also, kommen wir doch zum nächsten Punkt.

Witzigerweise musste ich diese Woche einen Text zum Thema Umzugstipps schreiben. Auf diesem Gebiet bin ich mittlerweile wohl Expertin. Von den anderen beiden Texten weiß ich nur noch, dass ich sie in der Nacht geschrieben habe und am nächsten Tag früh aufstehen musste.
Für den Telefonjob hatte ich Donnerstag eine Vorbesprechung und Freitag einen Probetag. Irgendwie war meine Angst nicht ganz so groß. Dank des sehr genauen Gesprächsleitfadens wusste ich sehr genau, was ich sagen musste. Außerdem redete ich folgendermaßen auf mich ein: Dort drüben ist die Tür. Du kannst jederzeit aufstehen und gehen. Du hast doch keinen Vertrag. Wenn es nicht mehr geht, rennst du einfach weg. Klar wirkt das seltsam, aber die Leute kennen dich doch nicht. Sie sehen dich zum ersten Mal und werden dich schnell wieder vergessen. Und S. weiß sowieso, dass du nicht alle Tassen im Schrank hast. Du telefonierst jetzt einfach. Und wenn ein Monster aus dem Hörer kommt, legst du auf und verschwindest ganz schnell." Mit diesen irren Gedanken in meinem Kopf gingen die fünf Stunden irgendwie um. Mittwoch darf ich wieder antanzen. Eine feste regelmäßige Mitarbeit kann der Chef mir allerdings noch nicht anbieten, weil das Produkt, was er verkauft, noch in der Testphase ist. Er sagt, eventuell im Mai. Dann habe ich ja noch Zeit.

Ich habe noch eine wirklich unglaubliche Neuigkeit für euch: Mein Antrag für den Studienkredit wurde ENDLICH angenommen. Ganz ohne das bisher bekannte Hin und Her diverser weiterer Unterlagen. Ich kann meine Studiengebühren wieder bezahlen. Mit den beiden Jobs nach und nach auch die, mit denen ich im Rückstand bin. Ich muss mein Konto nicht mehr überziehen. Ich kann meine Raten von der Schwarzfahrerei weiter abzahlen. Und ich kann mir endlich wieder die kleinen Dinge leisten, die ich zum Leben brauche: Essen, Haarfarbe, Bücher, Café-Besuche... Ja, darüber freue ich mich sehr.

Und ja, es scheint, als ginge es mir gut. Auch mir erscheint es manchmal so.
"Ich freue mich so für dich, dass du die neue Wohnung hast. Ich hab so das Gefühl, jetzt wird alles gut.", sagte Z in ihrer überschwänglich positiven Art, für die ich sie bewundere.
"Ja... wäre schön, wenn das alle meine Probleme lösen würde...", erwiderte ich lachend.

Kommentare:

  1. Haha. Bescheuert bist du bestimmt nicht gewesen. Ich konnte deine Angst wohl verstehen. Mach dich nicht fertig :-) Ich wünsche dir auch nen schönen Sonntag noch :-) Hoffe, du kommst auch noch etwas zur Ruhe zwischendurch, hast ja ne Menge zeugs zu erledigen. gefühlte Umarmung!

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  2. Liebe Lilly,
    es ist so schön zu lesen, dass es bei dir aufwärts geht. Du hast das echt verdient und ich freue mich wahnsinnig für dich.

    Deinen neuen Blog habe ich in den letzten Tagen ein bisschen mitverfolgt, schreibe dir aber lieber hier, damit du die nötige Distanz zwischen den beiden Blogs behalten kannst.
    Ich habe auch einen wordpress Blog, aus beruflichen Gründen. Ich lebe in der Schweiz und habe mich damals von der Rechtsabteilung meiner Musikhochschule beraten lassen. Es ist so, dass hier der echte Name und die Anschrift im Impressum genannt werden muss, wenn der Blog Einkommen generiert. Da würde ich mich schon sehr genau informieren, nicht dass du irgendwann Probleme bekommst...
    Ich folge einigen Schreibblogs bei wordpress und musste dabei an dich denken. Möglicherweise wäre das doch ein Einkommensmodell für dich. Schau mal nach bei schreibsuchti.de Er bietet seinen Kunden an, Texte für sie zu verfassen und sie bezahlen ihn dafür. Er ist sein eigener Chef, kann die Aufträge annehmen, die er möchte und lebt von dem, was er liebt. Ich muss immer an dich denken, wenn ich solche Blogs lese.
    Ansonsten bin ich schon gespannt, wie du den anderen Blog weiterführst und freue mich auf mehr Text:)

    Liebe Grüsse
    Emilia

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    1. Ja, er hilft Leuten, Blogs zu kreieren. Er schreibt aber auch für andere Leute Texte, wenn ich das richtig verstehe...
      Ich dachte nur, das könnte was sein für dich:)

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  3. Oooooh, ich drücke dir so die Daumen dass bei deinem Umzug alles klappt. :)
    Das mit den weißen Möbeln finde ich lustig, das hätte auch mir passieren können... Ich bin wohl der letzte Mensch der sich ein weißes Regal hinstellen würde... :D
    Ansonsten liest sich dein Post ja recht positiv, ich hoffe dass du davon möglichst viel Kraft beibehalten kannst. Und ich wünsche dir dass du ganz bald die Zeit und Muße dazu findest einen richtig guten Kaffee trinken zu gehen. Das kannst du dir nach all den Geldsorgen wirklich gönnen.
    Ganz lieben Gruß, Iwik

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    1. Ui. Umzugsmuffins.ich liebe Muffins. Hast du es also alles hinter dich gebracht? Ist es gut gelaufen? Iwik

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  4. WOw, auf dem Bild bist du ja wirklich sehr dünn O.o

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  5. ja. im gedächtnis wird der abend auf jeden fal bleiben.
    das klingt doch ganz danach, dass du gerade relativ viel glück in deinem lebn erfährst.. zumindest einmal scheint positives zu überwiegen.

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