Dienstag, 24. Februar 2015

Begebenheiten einer Woche

Das Leben, es geht weiter.
Immer und immer.
Gnadenlos.
Zu Ende.

Viel kann innerhalb einer Woche geschehen. Oder nichts.
Letzten Dienstag stolperte ich aufgeregt in das kleine Büro meines vielleicht zukünftigen Chefs. Er war freundlich, duzte mich, lächelte, fand es gut, dass ich schon Telefon-Erfahrung habe und wird mir im Laufe der Woche Bescheid geben. Und ich habe Angst vor seinem Anruf, denn hauptsächlich habe ich Telefonphobie-Erfahrungen.
Freitag Mittag weckte mich mein Handy mit ungeduldigem Summen. Disney fragte, ob ich am Abend auch komme. Wir waren eingeladen, mit zwei GZSZ-Schauspielern in der VIP-Lounge eines Berliner Nachtclubs zu sitzen. Es gab sehr viel kostenlosen Alkohol, eine Autogrammkarte für meine Schwester und peinliche Fotos im Internet.
Samstag früh stand noch ein Dreh für die Uni an und Disney und Barbie und U. und Sav und mir ging es fürchterlich. Dafür war es die letzte große Aufgabe unseres vierwöchigen Projektes, einen kleinen kamerabegleiteten Flashmob zu veranstalten.
Montag Morgen erklärte ich mich dazu bereit, das Flashmob-Video zu schneiden. Ich hatte ein schlechtes Gewissen, weil ich die letzte Woche nicht da war. Außerdem schneide ich gern. Bevor ich damit anfangen konnte, musste ich ins Büro des Studienleiters, der mich zum Gespräch gebeten hatte. Meine Angst war riesig, denn es konnte sich nur um die unbezahlten Studiengebühren handeln. So war es auch. Ich schilderte meine Lage und die Reaktion war lässig. Er brüllte mich nicht an, er war nicht sauer, er setzte mich nicht unter Druck. Ich sollte eine E-Mail an die für Studiengebühren zuständige Person schreiben und den Schriftverkehr mit dem Kreditinstitut anhängen. "Die wollen nur sehen, dass du was unternimmst. Wir hatten auch schon welche, die das Geld einfach versoffen haben vom Kredit, also mach du dir mal keine Sorgen.", hat er noch gesagt.
Heute habe ich den ganzen Tag geschnitten (den Film!). Ich habe den Schriftverkehr zusammengesucht und die E-Mail geschrieben. Ich habe festgestellt, dass ich im März wieder keine Kohle haben werde. Eins nach dem Anderen. Immer Schritt für Schritt. Wenn ich im März mit Arbeiten anfangen kann und im April den Kredit bekomme, sind meine Geldsorgen dann vorerst Geschichte. Dann muss ich bis spätestens Mai eine Wohnung gefunden haben. Und wenn das wirklich alles gelingen sollte, ist die Welt, die gegenwärtige zumindest, wieder in Ordnung. Dann werde ich 21 Jahre alt. So richtig erwachsen. Und muss mein Leben langsam auf die Reihe kriegen. Muss langsam wissen, was ich will...



1 Kommentar:

  1. Wow, da warst du ja echt fleißig. Bist du denn fertig mit dem Schneiden? Und zufrieden damit?
    ich bin gespannt was dein vlt.-Chef sagt. Wann will der sich denn melden? Wäre ja super wenn du einen Job hättest mit dem es dir finanziell etwas besser geht. Aber ebenfalls schön zu lesen dass dir die Studiengebührtypen nicht zu sehr auf die Pelle rücken.
    Ich wünsche dir noch einen schönen Tag, alles Liebe Iwik

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