Dienstag, 9. Dezember 2014

9. Türchen: Schneeengelchen

Mein fleißiges Weihnachtsengelchen Lucy hat mir noch einmal etwas zukommen lassen, diesmal ist es eine kleine süße Geschichte über den Umgang mit der Einsamkeit. Danke dafür! ♥

Der einsame Schneeengel

Es war einmal ein kleiner Schneeengel, der von Schnee umgeben auf weitem Feld lag. Ach, ich fühle mich so einsam hier im Schnee, wie gerne würde ich fliegen können, die Welt von oben betrachten und dem kleinen Jungen, der mich erschaffen hat, danken, er sah so traurig aus. Das Engelchen versuchte immer und immer wieder seine Flügel zu bewegen, sich aufzurichten, doch es klappte nicht. Eine ganze Weile dauerte es. Es wurde schon dunkel, als das Engelchen erschöpft aufgeben wollte. Doch plötzlich bewegte sich ein Flügel. Das Engelchen erschrak. Dann fing auch der andere Flügel an, sich zu bewegen. Zunächst auch ganz langsam, doch dann wurden die Bewegungen schneller und heftiger und auf einmal erhob sich das Engelchen. Jetzt spürte das Engelchen auch, dass es von alleine seine Flügel bewegen konnte. Juhuu, ich kann fliegen! Das Engelchen überschlug sich vor Freude, machte Freudentänze in der Luft. Aber wie finde ich nun bloß den kleinen Jungen, dem ich so gerne danken möchte? Es flog los. Ganz leicht fühlte sich das Engelchen und tanzte zwischen den fallenden Schneeflocken davon und aus irgendeinem Grund wusste es, wo es hin musste. Vor einem Fenster stoppte es und klopfte mit einem Flügel an die Scheibe. Kurze Zeit später öffnete ein trauriger kleiner Junge das Fenster. Wer, wer bist du? Er wischte sich eine Träne von der Wange. Hallo, ich bin der kleine Schneeengel, den du heute Mittag beim Spazieren gehen gemacht hast. Der Junge staunte. Echt? Und dich gibt es jetzt wirklich? Ja, und ich möchte dir dafür danken! Ach kleiner Schneeengel, ich fühle mich immer so einsam, möchtest du nicht bei mir bleiben? Der Engel lächelte. Nein, das kann ich leider nicht. Schon wieder standen dem kleinen Jungen Tränen in den Augen. Wenn du traurig bist, nimm es in die Hand und denk an mich. Dann bin ich ganz nah bei dir, das verspreche ich! Der Junge wusste nicht, was das Engelchen damit meinte, doch ehe er fragen konnte, war es verschwunden. Hatte er geträumt? Kleine Tränen kullerten dem kleinen Jungen übers Gesicht. Er wollte das Fenster schließen und sich in seinem Bett verkriechen. Doch als er seine Hand öffnete, lag da ein kleiner Engel aus Glas. Er drückte den Engel behutsam an sich und dachte an das kleine Schneeengelchen. Plötzlich wurde ihm ganz warm ums Herz und er musste lächeln. Auch dem kleinen Engelchen, das sich in einem Baum versteckt hat, wurde ganz warm ums Herz und es wusste, dass es dem kleinen Jungen von nun an besser ginge. Mit einem Lächeln im Gesicht flog es davon.

(Lucy, 08.12.2014)

1 Kommentar:

  1. Aw die Geschichte ist toll. Allein die Idee, dass diese Schneeengel lebendig werden, das ist toll.

    Okay gut. Bin froh, dass ich sowas nie durchstehen musste, so Sorgerechts und Gerichtsdingens. Wie sieht es eigentlich aus, deine Schwester hatte gesagt, deine Eltern hätten vor, an Weihnachten doch bei den Großeltern aufzuschlagen (? Hab ich das richtig in Erinnerung?) Ich hoffe nicht. Das wäre unfair.

    Danke für deine Worte. Wirklich besser ist es nicht, aber naja... weiteratmen und so.

    Liebe Grüße, Liv

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