Freitag, 28. November 2014

Ankündigung & Weihnachtsgedöns

Nächste Woche ist Dezember und damit beginnt endgültig die Vorweihnachtszeit. Einige von uns blicken ihr sicher mit gemischten Gefühlen entgegen. Ich gehöre auf jeden Fall dazu. Trotzdem habe ich entschieden, dieses Jahr einen Adventskalender auf meinem Blog zu gestalten. Für alle, denen der ganze Weihnachtsglitzerschmuck jetzt schon auf die Nerven geht: Keine Sorge, hier wird es nicht glitzern. Viel mehr möchte ich euch jeden Tag mit einer kleinen positiven Botschaft überraschen, die euch den Wahnsinn vielleicht mit einem Lächeln überstehen lässt. :)
Ich plane, die Adventskalenderposts täglich um 16 Uhr zu veröffentlichen. Es können Posts zu bestimmten Themen, Gedichte, Empfehlungen, Rezepte, kleine Geschichten usw sein. Ein paar Sachen habe ich schon zusammen, aber noch keine 24 Stück! Wenn ihr also noch Ideen und Vorschläge für mich habt, wäre das total lieb von euch, mir die zu schreiben.
Ich weiß, dass einige von euch tolle Gedichte oder Minigeschichten schreiben. Vielleicht habt ihr ja was passendes auf Lager und würdet mir erlauben, sie (natürlich auch mit Name und ggf. Bloglink) zu veröffentlichen. Ich fände es irgendwie schön, wenn das so ein gemeinsames Projekt werden könnte. Schicken könnt ihr mir alles als Kommentar, über das Kontaktformular oder die Nachrichtenfunktion bei Facebook.
So, ihr Kreativen, ich hoffe, es ist okay für euch, dann jeden Tag von mir vollgespamt zu werden.^^

___________________________


 Zurück zum Lebensernst. Da ich viel beschäftigt bin, geht es mir ganz gut. Verdrängung funktioniert größtenteils und ich bin seit Montag schnittfrei. Die Woche über hatte ich mit der Belegarbeit zu tun. Ich hab einiges an Aufgaben übernommen, weil die Jungs in meiner Gruppe so ziemlich rechtschreib- und grammatikresistent sind. Mit den beiden zusammen muss ich im Dezember noch eine Hausarbeit schreiben. Am Wochenende werde ich mich hauptsächlich mit dem Adventskalender beschäftigen und ich habe mir eine To-Do-List geschrieben. Damit hat es letztes Wochenende schon ganz gut geklappt.
Ja, da steht einiges mit Weihnachten drauf. Aber so langsam muss ich entscheiden, wie ich die Feiertage verbringen werde. Fest steht, dass ich meinen Eltern dieses Jahr auf gar keinen Fall noch einmal begegnen möchte. Weihnachten ist immer schwer. Und in den letzten Jahren, die ich mit meinen Großeltern gefeiert habe, sind sie jedes Mal unangemeldet aufgetaucht oder eingeladen worden. Ich ertrage das nicht nochmal, wie sie mir mit fiesem Grinsen direkt in die Augen starren, weil sie sich so mächtig fühlen. Weil sie und ich in einem Raum sind und klar ist, dass sie mit mir machen könnten, was sie wollen. Ich hatte jedes Mal einen kompletten Systemabsturz. Ich kann nicht beschreiben, wie angstgeladen diese Situation ist. Ich kann meinen Großeltern nicht vertrauen. Sie würden mir versprechen, dass sie diesmal nicht kommen, und sich wieder nicht daran halten. Ich will auch gar nicht in diese Stadt zurück. Da sind so viele Erinnerungen. An jeder Ecke trifft man irgendjemanden, den man aus dem früheren Leben kennt. Zum Glück erkennen die meisten mich nicht mehr, weil ich mich äußerlich so oft verändere. Aber ich will doch meine Schwester sehen und ihr ein Geschenk überreichen. Leider ist sie schwer einzuschätzen und ich weiß nicht, ob es ihr egal oder wichtig ist, mich zu treffen. Und auch meine Großeltern mag ich irgendwie, obwohl sie ständig mein Vertrauen missbrauchen und mich in keiner Weise so akzeptieren, wie ich bin. Ich würde meiner Oma gern Schneeherzen, ihre Lieblingsplätzchen, backen. Sie bäckt nicht mehr so gern aufwändig. Mit meinem Opa würde ich gern ein Glas Wein trinken, weil er doch sonst niemanden hat, der mal etwas mit ihm trinkt. Doch es ist so schwer, dort zu sein. Überall Erinnerungen, Fotos und Gerüche. Ständig Vorwürfe, Fragen, auf die ich lügen muss, enttäuschte Gesichter. Aber wie enttäuscht wären sie wohl, wenn ich gar nicht käme? Ich glaube, auf eine etwas umständliche Art lieben sie mich schon irgendwie. Vielleicht meinen sie es nur gut. In ihren Augen bin ich komplett falsch und vielleicht wollen sie bloß, dass ich ein anständiger Mensch werde.
Jedenfalls habe ich darüber nachgedacht, am 25. Dezember hinzufahren, sodass ich erst abends dort wäre und wir den zweiten Feiertag gemeinsam verbringen könnten. Dann könnten sie beruhigt mit meinen Eltern und meiner Schwester Heiligabend feiern und sich am ersten Feiertag traditionell zum Gänsebraten (den ich ja sowieso nicht esse) treffen. Bliebe nur noch die Frage, wie ich ihnen verklickern soll, dass ich nicht schon am 24. dabei wäre. Ich hatte sowieso vor, ehrenamtlich irgendwo zu helfen, aber ich weiß nicht, ob meine Großeltern das als Entschuldigung akzeptieren. Die Fahrt müsste ich jedenfalls jetzt buchen, erstens weil es sonst immer teurer wird und zweitens weil ich nur am Monatsanfang Geld auf dem Konto haben werde.
Aber ich weiß nicht. Ich will nicht. Ich kann nicht. Ich muss! Sie haben so viel für mich getan. Sie haben mich in Notlagen finanziell unterstützt. Sie überweisen mir immer noch jeden Monat zwanzig Euro Taschengeld. Sie haben mich 2010 zwei Monate bei sich wohnen lassen. Als ich klein war, hat mein Opa mich immer zur Musikschule und zum Theater und zum Chor und zum Zeichen- und Kommunionsunterricht gefahren. Nach der Schule war ich ganz oft bei ihnen zum Essen, weil meine Eltern ja nie da waren. Ich bin ihnen doch etwas schuldig, oder? Ich bin schuld daran, dass die Heile-Familie-Fassade zerbrochen ist. Ich bin schuld daran, dass sie sich mit meinen Eltern streiten müssen. Ich bin Schuld daran, dass sie sich Sorgen machen und deswegen krank werden. Das sagen sie mir jedenfalls ständig. Sie haben hohe Erwartungen an mich und sind enttäuscht von mir, weil ich sie nicht erfülle. Irgendwie muss ich doch beweisen, dass sie mir nicht egal sind.
Natürlich könnte ich einfach warten, bis es sowieso zu spät ist. Aber ich will lieber eine Entscheidung treffen, die ich danach nicht oder wenigstens nur teilweise bereue. Soll ich egoistisch sein und nur an mich denken? Soll ich selbstlos sein und mich fügen? Soll ich einen Mittelweg einschlagen, auf dem ich selbst bestimme, wie weit ich gehen möchte? Würden sie diesen Mittelweg, meine Grenzen akzeptieren oder sie wie üblich überschreiten? Weiß ich überhaupt, was ich will?
Ich weiß schon, dass ich diese Entscheidung nur allein treffen kann. Könnt ihr mir trotzdem eure Meinung dazu sagen?

Danke und bleibt stark! ♥♥♥

Kommentare:

  1. Du darfst dir auf keinen Fall die Schuld für all das Geschehene geben! Ich weiß, das ist schwer, aber im Endeffekt bringt es dir nichts. Du bist sicherlich nicht an allem ganz alleine Schuld. Und irgendwie finde ich Schuld auch ein ganz falsches Wort. Wahrscheinlich haben beide Seiten etwas dazu beigetragen und Fehler gemacht, weil es jetzt so ist, wie es ist. Aber gibt dir bitte nicht alleine die Schuld dafür!
    Ich finde es schwierig, zu entscheiden, wo man Weihnachten verbringen will. Ich weiß es auch noch nicht. Die Tage vor Weihnachten fahre ich mit meiner Schwerster nach Köln, weil über Weihnachten schon alles ausgebbucht war. Und über die Feiertage bin ich zu Hause. Ich bin zwar in meiner eigenen Wohnung, aber meine Eltern würden mir den Vogel zeigen, wenn ich sage, ich bleibe lieber alleine in meiner Wohnung, als hoch zu ihnen zu gehen. Also muss ich wohl gezwungener Maßen die Feiertage bei ihnen verbringen. Es sei denn, mir würde noch etwas einfallen, was ich während dieser Tage machen könnte. Aber ohne genauen Plan und ohne Geld wird das wohl schwierig. Und zu Freunden kann ich wohl kaum, entweder die feiern selbst bei der Familie oder wohnen zu weit weg.
    Jedenfalls solltest du für dich entscheiden, ob du dir das antun willst, mit deiner Familie diese Tage zu verbringen. Denn es bringt dir nichts, wenn du zu ihnen gehst, weil du sonst ein schlechtes Gewissen hat, dir es aber dort nicht gefällt und es dir nicht gut geht dabei. Ist immer eine schwierige Entscheidung...

    Übrigens, die Idee mit dem Advendskalender finde ich super! :) Ich werde mal schauen, ob ich ein Gedicht oder irgendwas ausgraben kann und dir zur Verfügung stelle. :)

    Fühl dich lieb gedrückt!! ♥

    AntwortenLöschen
  2. black butterfly hat recht, es ist nicht alles deine Schuld!
    Und du bist niemand für immer dank verpflichtet , nur weil sie dir mal geholfen haben.
    Meiner Meinung sollten sie dir gerne geholfen haben und nicht erwarten, dass du das irgendwie begleichst.
    Du bist auf dich selbst achten.
    Du stehst an erster Stelle, was du fühlst, wie es dir dabei geht...
    Klar, ist es schwer wenn man niemanden verletzten will, aber da musst du egoistisch sein.
    ich werde dieses Weihnachten auch nicht zu meinem Erzeuger gehen, selbst wenn meine Geschwister vorbeigehen wollen würden.
    es tut mir nicht gut, ich möchte nicht, also lasse ich es sein.
    Egal ob meine Schwester das blöd findet, oder mein Bruder der Meinung ist, ich müsste weil Familie blöablablabla.
    Wir sind doch schon kaputt genug, warum sollten wir uns weiter kaputt machen?

    AntwortenLöschen
  3. Hallo du,

    das ist wirklich schwierig und irgendwie fühle ich mich an meine eigene Situation erinnert, auch wenn meine Eltern vermutlich nicht ganz so grausam waren wie deine demzufolge, was du hier schreibst. Aber ich ringe auch noch heftig mit mir, ob ich mir wirklich Weihnachten bei meinen Eltern zumuten will oder auch mal nur an mich denke und nicht hinfahre- weil es mir damit eigentlich besser gehen würde.
    Auf jeden Fall solltet du auf keinen Fall dir alleine die Schuld geben! Du kannst doch nichts dafür, wie deine Eltern dich behandelten. Ich finde es nur zu verständlich, dass du sie nicht sehen magst und ich kann mir mehr als gut vorstellen, welchen inneren Konflikt du gerade austragen musst.

    Auch wenn es leichter gesagt als getan ist (und ich mich selber kaum dran halte), so finde ich doch, du solltest sehen, dass es dir gut geht. Und wenn es dir besser damit geht, nur den einen Feiertag bei deinen Großeltern zu verbringen und deine Eltern gar nicht zu sehen, dann zieh es so durch. Dafür musst du wirklich kein schlechtes Gewissen haben oder dich schuldig fühlen.
    Lina hat Recht: wir sind kaputt genug, warum sich weiter kaputt machen?

    Ich hoffe, du kannst die für dich richtige Entscheidung bald fällen und kommst was das angeht dann innerlich zur Ruhe.

    Ich drück dich♥

    AntwortenLöschen
  4. Hey Süße <3
    Doch ich glaube schon, dass ich eine schlechte Tochter bin. Ich bin schlecht und wütend.
    Deine Mitbewohnerin kommt auf dem Blog hier ja auch nicht so super rüber ... ich reagiere mich im Sport ab ;)

    Ja stimmt :D
    Oh falls es sich mal ergibt ... besuchen wir uns? ^^ <3
    Ist ja blöd :/ Ich glaube ich hungere lieber und leide Schmerzen als mein Tanzen herzugeben .... hm.
    Ich kann das gut verstehen ... hast du das Geld für die Briefmarke zusammen bekommen?
    Sowas liebe ich ja. Sich beteiligen müssen ob man will oder nicht. Weil das Geld ja an Bäumen wächst ._.

    Nein, da ich ja kein Taschengeld bekomme ist es ziemlich egal, wo im Monat ich mich befinde. Meine Mutter um Geld zu frage ist immer doof ...

    Das mit dem Kalender finde ich super, sowas hatte ich mir auch schon überlegt *-*
    Spontan fällt mir nichts ein ... aber vielleicht kommt mir noch ne Idee für dich.

    Meine Meinung:
    Du musst niemandem irgendwas beweisen. Du musst dich niemanden gegenüber rechtfertigen.
    Ich habe sowas jahrelang gemacht. Meinen eigenen Großeltern gegenüber. Meinem Vater. Meiner Mutter, manchmal heute noch. Und es ärgert mich jedesmal.
    Es heißt Familie, nicht Gericht. Wieso benehmen wir uns dann wie vor dem Richter stehend?

    Entscheide danach, ob du diese Menschen sehen willst und ob dir das ein durch und durch gutes Gefühl gibt. Lass dir keine Schuldgefühle einreden oder ein schlechtes Gewissen.

    Weißt du, wir sind keine Egoisten weil wir an unsere Gesundheit denken. Traurig, wenn das andere nicht nachvollziehen können.


    Aw wie süß *__*
    Ich finde, das zählt genauso sehr wie das Unendlichkeitszeichen <3

    Alles Liebe
    Lovely

    AntwortenLöschen
  5. Danke, den werde ich sicherlich haben :)
    Dein Plan mit dem vorherigen Anruf kling eigentlich ganz gut. So würde ich es an deiner Stelle, denke ich, auch machen. Und gern geschehen :) wenn es irgendwie hilfreich ist, mach ich das immer gern!Und ich versteh dich ziemlich gut was die Eltern-Sache angeht, glaube ich.

    Ich weiß leider auch noch nicht, wie ich es letztlich regle. Vermutlich fahr ich kurz vor Heiligabend hin und verschwinde am 25. wieder...wobei du recht hast: auf die Länge kommt es dabei gar nicht so an, eher auf das überhaupt hinmüssen:/
    ich finde es schade, denn ich fand Weihnachten früher immer so schön, aber der Spaß ist mir inzwischen gründlich vergangen...

    Naja...

    Ich wünsch dir jedenfalls ein schönes Wochenende! <3
    alles Liebe,
    Kathi

    AntwortenLöschen
  6. Ganz kurz und knapp:
    Du bist niemandem irgendwas schuldig.
    Ganz einfach :*

    AntwortenLöschen
  7. Bitte ändere deine schriftfarbe, das flimmert so! Dunkel auf hell = besser!!!

    AntwortenLöschen
  8. Es gibt keine Schuldigkeit, wenn es um Zuneigung geht - die Familie ist da keine Ausnahme.

    Entweder, jemand tut dir gerne etwas Gutes - dann braucht es keine Gegenleistung. Oder jemand tut dir etwas gutes, weil er sich dazu gezwungen sieht oder eine Gegenleistung erwartet - dann verdient er keine Gegenleistung.

    AntwortenLöschen

Wenn du auf meinem Blog kommentierst, werden die von dir eingegebenen Formulardaten (und unter Umständen auch weitere personenbezogene Daten, wie z. B. deine IP-Adresse) an Google-Server übermittelt. Mehr Infos dazu findest du in meiner Datenschutzerklärung (https://www.elfentrauma.de/p/datenschutzerklarung.html) und in der Datenschutzerklärung von Google (https://policies.google.com/privacy).