Mittwoch, 29. Oktober 2014

Kannst du mich sehen?

Jeden Tag dasselbe.
Aufstehen. Widerwillig.
Was soll der Tag mir bringen?
Löse mich aus der Dunkelheit
Meiner dunklen schwarzen Träume.
Im Spiegel seh ich leichenblasse kalte Haut.
Heißes Wasser wärmt mich kaum.
Frühstück nicht vergessen.
Augen schwarz angemalt.
Nägel schwarz lackiert.
Körper in schwarze Stoffe gehüllt.
Die bunten Blätter da draußen verschwimmen.
Raus in die kalte kalte Welt.
Lieber hätt ich den Spiegel zerbrochen
Und mit Blut auf die Scherben gespuckt.
Mit dem Frühstück den Küchenboden dekoriert
Und mir die schwarze Farbe übers ganze Gesicht geschmiert.
Doch weil ich nicht schreien darf,
Lasse ich mich anschreien.
Ich taumele in den Nachmittag
Und sehe die Sonne untergehen.
Stürze mich mit dem Kopf voran in Einsamkeit,
Weil ich unter Menschen nicht Ich sein darf.
Würde mich so gern aus meiner Haut reißen,
Damit es endlich aufhört!!
Damit es endlich aufhört, wehzutun.
Ich lege mich ins Bett.
In die kalte schwarze Dunkelheit.
Alle Türen zugeknallt.
Alle meine Schritte längst verhallt.

Und weil am Ende immer eine Frage offen bleibt:

Kommentare:

  1. Hey Süsse,
    Ich habe lang nichts mehr von mir hören lassen,hast wahrscheinlich mitbekommen, dass bei mir einiges schief läuft.
    Dieser Post hier,beinhaltet so viel verlorenheit.
    Es tut weh.
    Ich weiß noch wie sehr du dich auf Berlin gefreut hast,ich freute mich mit dir.
    Das alles so schwierig verlaufen würde hätte ich niemals gedacht :(
    Ich erkenne mich in deinen Zeilen wieder und hoffe ebenfalls, dass du stark bleibst.

    Fühl dich umarmt!
    P.s. es sind nur noch 9 Jahre :D :)

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  2. Der Text ist so toll geschrieben.. <3
    Und es ist so traurig, ihn zu lesen... Fühl dich festgehalten, du schaffst das.

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  3. Danke, ich bin auch stolz darauf, wie professionell das wirkt, obwohl es eigentlich nur grobe Notizen sind.
    Wow, mit Worten kannst du wirklich umgehen. Ich finde es faszinierend, wenn Leute dieses Gefühl, das du beschreibst so perfekt einfangen. Manchmal denkt man, es gibt keine Worte für das was man fühlt. Aber manche Menschen haben sie.
    Ich wünsch dir ganz viel Wärme aber nur so, dass du dich nicht verbrennst!
    Liebe Grüße, Liv

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  4. Hey,

    keine Sorge macht gar nix :) und ich finde deine Gedanken dazu auch richtig gut! Ich glaube auch dass es so ist, dass man irgendwie "nützlich"/produktiv sein muss, damit man in der Gesellschaft einen Wert hat...sonst zählst du nix oder fast nix. Du musst was leisten, musst gut sein, egal wie es dir geht, Hauptsache es kommt am Ende des Tages bei all deinen Mühen was raus, was wertsteigernd ist...da ist es doch kein Wunder, dass viele Menschen unter dem Druck zusammenbrechen.
    An der Uni fängts ja schon an damit...du musst gute Noten haben, du musst alle Scheine am besten im ersten Anlauf bestehen, du musst die Regelstudienzeit schaffen du musst musst musst...sonst nimmt dich am Ende keiner. So heißt es ja immer. Am besten nebenbei noch arbeiten, wegen der Berufserfahrung. Und so weiter. Da wundert es doch keinen, dass Menschen, die diese Anforderungen nicht so ohne weiteres schaffen, so heftig an sich selber zweifeln...

    Oder ein anderes, aber auch krasses Beispiel...mein Schwiegerpapi arbeitet duchgehend seit bald 46 Jahren, war nie krank...und wollte nun ein mal im Leben mal ein paar Wochen Kur beantragen, weil er völlig am Ende ist...erhalten hat er einen Antrag auf "Maßnahmen zur Erhaltung der Arbeitskraft" *uurgs* der am Ende dann auch abgelehnt wurde...
    Ähm das heißt ja aber so viel wie, dass es nur wichtig ist, dass man bloß weiter produktiv bleibt, alles andere zählt da nicht?
    Irgendwas läuft da in unserer Gesellschaft schief...

    Und du hast vermutlich Recht: wenn das anders wäre, wenn dieser Gedanke von wegen jeder muss einen größtmöglichen Nutzen fürs System haben nicht mehr wäre, dann könnten mehr Menschen zufrieden sein und es gäbe weniger Erschöpfung und Überforderung...

    Aaah hmm okay, ne klar. Mit wenig Einkommen ist eh immer Mist...aber gibt es in Berlin nicht vllt auch sowas wie Sozialwohnungen? Die man mit wenig Einkommen bekommen kann? Mein Freund und ich wohnen als Studentin und Azubi zB in einer...
    Aber okay, kann auch verstehen, dass du erst mal die Nase voll hast vom Umziehen und froh bist, was gefunden zu haben!
    Mit der Anonymität glaube ich gern...bei so vielen Menschen und so viel Bewegung ists ja auch schwer, wirklich viele Menschen dauerhaft um sich zu behalten und sei es nur als Nachbarn.
    Ich war ja letzte Weihnachtsferien in Tokyo und da wurde mir das noch mal so richtig klar. Gigantische Häuserblocks und Massen von Menschen...Okay, die Stadt hat auch 17 Mio. Einwohner und Berlin...so 3 Mio.? Aber trotzdem kann ich es mir gut vorstellen, wie Leben in Berlin sein muss. Und das man schwer Beziehungen vertiefen kann.

    340 Euro für 10 qm? Das ist so heftig...Gießen (da studier ich) ist ja schon teuer, aber das toppt es ja noch mal...das nenne ich echt Abzocke an denen, die es sich eigentlich nicht leisten können, aber drauf angewiesen sind was zu finden:/

    Sorry jz hab ich dir hier auch so n Roman geschrieben :D

    Ich wünsch dir jedenfalls alles alles Liebe <3
    Kathi

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  5. Danke für deinen Kommentar. In letzter Zeit sind mir nach und nach die lyrischen Worte verloren gegangen, jedoch du schaffst es der Kargheit wieder etwas mehr Sinn ein zu hauchen. Man selbst sieht es leider selten, hm? Du bist wichtig. Du darfst so sein wie du bist, denn du bist ein wundervoller Mensch. In deinem letzten Kommentar schriebst du es selbst und ich möchte es dir auch nah ans Herz legen: "Scheiß auf die, die das nicht verstehen. Die haben keine Ahnung und wissen einfach nicht, wie das ist."

    Liebe Grüße
    Emaschi

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