Mittwoch, 11. September 2013

Essstörung, auf Wiedersehen! ?

Ich habe gerade einen Anruf erhalten. Von der WG für Essgestörte, bei der ich mich vor einigen Wochen beworben habe. Es war eine Zusage. Ich kann dort einziehen, sobald die Finanzierung mit den Ämtern geklärt ist. Was ich jetzt denke?
Zuerst war ich froh, dass sie mich nehmen und nicht sagen, ich sei nicht krank genug. Das hatte ich nämlich befürchtet. Dann geriet ich etwas in Panik: Oh mein Gott, jetzt haben die mich wirklich genommen. Ist das jetzt gut oder schlecht? War das nicht eine Schnapsidee? Die Entscheidung habe ich allein getroffen. Aber ich weiß, dass ich nicht zu 100% dahinter stehe. Was habe ich mir da nur eingebrockt? Aber so wie jetzt kann es ja auch nicht weitergehen.
Dann spürte ich noch einen Hauch von Erleichterung darüber, dass ich vielleicht nicht für immer einsam und allein vor mich hin vegetieren muss.
Ich habe ja noch etwas Zeit, darüber nachzudenken, denn diese ganze Antragsgeschichte kann dauern.
Jetzt bin ich sogar ein wenig wacher, obwohl ich beschlossen habe, den heutigen Tag im Bett zu verbringen. Es bringt ja nichts, sich von einem Tag zum anderen zu schleppen, wenn man sich krank fühlt. Ich kuriere mich aus und starte ab morgen wieder durch.
Was für eine faule Ausrede dafür, dass ich mich doch wieder nur vor der nächsten Aufgabe drücken, alles wichtige vor mir her schieben und faulenzen will. Das kann ich am besten. Und nichts weiter.
Könnte ich mich schon wieder ...
Ich bin sowas von nicht lebensfähig. Warum steh ich nicht einfach auf und kümmere mich um meine Angelegenheiten? Warum kann ich das denn nicht? Das will mir nicht in den Kopf. Ich weiß selbst nicht, was so schlimm daran ist. Sind alles völlig normale Dinge! Ich verstehe es nicht, und niemand versteht es.
Jedenfalls habe ich mir, so irrsinnig das jetzt auch erscheinen mag, vorgenommen, heute wenigstens nichts zu essen. Wenigstens das zu schaffen. Wenn man krank ist, hat man keinen Appetit. Punkt.
Aber ich sehe es schon kommen, dass es bei mir anders aussieht. So wie in letzter Zeit kann es auf keinen Fall weitergehen. Und wenn ich einmal anfange zu essen ...
Das ist ein böser Teufelskreis. Eins ersetzt das andere. Irgendwas ist immer. Für immer. (?)

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