Sonntag, 8. September 2013

Angekommen.

Angekommen bin ich jedenfalls wieder zu Hause letzte Nacht.
Meine Befürchtungen waren wohl etwas übertrieben. Aber letztendlich hat die normale Seite gesiegt. Ich kann es noch. Reden, lachen, feiern... Oberflächliche Bekanntschaften, genauso hab ich mir das vorgestellt, sollte ich noch mehr haben. Sie müssen nicht so tief gehen, dass ich zu viel von mir preisgeben muss. So muss ich mich nicht mit der Sorge auseinandersetzen, abgelehnt zu werden. Und ohne diese Sorge kann ich auch ganz ungezwungen sein. Wenn man sich nicht versteht, dann ist das eben so, man kennt sich schließlich nicht so gut und wird sich nicht großartig fehlen.
Und sie geben einem die Möglichkeit, in lauten, bunten Clubs an der Bar zu sitzen und zu träumen. Sich dabei zu beobachten, wie man lachend die Köpfe zusammensteckt und die Lichtstrahlen bewundert, die auf einen zurasen.
Sich von der Musik mitreißen lassen in einen Strudel der Begeisterung!
Die Augen schließen und im Geiste auf einer riesigen Bühne stehen mit Tausenden von Zuschauern.
Das Adrenalin spüren, wenn man über alle Ängste hinweg anfängt zu singen und die Musik jede Bewegung lenkt. Die überschwängliche Freude darüber, dort oben zu stehen und genau das zu tun, wozu man Lust hat, ohne darüber nachdenken zu müssen.
Nur ein Traum. Ein unglaublich großer, schöner Traum.
Die Realität... Auch hier pulsiert das Leben. Den Bartisch entlang. Hier scherzt der Barkeeper mit seinem Gast, dort spendiert jemand Fremden einen Drink, da hinten wechselt ein Trinkgeld den Besitzer.
Eine Momentaufnahme des Lebens. Menschen, die ihren Alltag loslassen. Für einen Augenblick lassen sie alles fallen. Ein Augenblick, der nur in Filmen in Zeitlupe abläuft. In der Realität vergeht er viel zu schnell.
Empfindet man danach ein Gefühl der Zufriedenheit? Wenn man wieder in das Grau der Welt zurückkehrt?
Vielleicht für kurze Zeit. Macht es dann überhaupt Sinn, viel Geld und Schminke zu investieren, um einige Stunden in diese bunte Welt einzutauchen?
Ich denke, es ist wichtig zu wissen, dass es eine bunte Welt gibt, auch wenn sie noch so unecht erscheinen mag. Wie würden wir unsere graue Welt sonst aushalten, ohne das WISSEN, dass es noch ein paar weitere Farben gibt? Und indem wir dafür bezahlen, in die bunte Welt einzutauchen, vergewissern wir uns, dass sie noch da ist. In der Hoffnung, dass etwas von ihrer Farbe irgendwann in die graue Welt hinüber fließen wird.


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