Sonntag, 8. September 2013

Abendsmelancholie

Abends werde ich immer so...
Nachdenklich.
Traurig.
Sentimental.
Was auch immer. Ich könnte heulen und weiß so oft gar nicht, wieso. Jetzt gerade habe ich schon wieder Tränen in den Augen. Da ist so eine innere Ruhe. Doch sobald ich diese Ruhe wahrnehme, fange ich schon wieder an zu denken.
Ich will so vor mich hin lächeln. Und dann spüre ich so einen unendlichen Schmerz in mir. Und dann muss ich weinen...
Was das für ein Schmerz ist? Das kann ich gar nicht beschreiben. Natürlich kein körperlicher, ist ja logisch. Aber was dann? Wie kann denn etwas anderes weh tun? Etwas, das gar nicht da ist...
Vor ein paar Jahren habe ich mal etwas über Sehnsucht geschrieben. Und mich gefragt, ob man sich nach etwas sehnen kann, das man nie hatte. So ungefähr fühlt sich das jetzt auch an.
Klingt doof oder? Man kann das einfach nicht in Worte fassen. Ein weißes Seidentuch, das durch das Nichts schwebt.
Zugegeben. Es gibt schlimmere Abende. Viel schlimmere. Was ist schon dabei, ein bisschen rumzuheulen.
Ich möchte an dieser Stelle mal etwas aus meinen Aufzeichnungen zitieren.
08. August 2013:
"Ich hasse die Abende. Die Dämmerung, die Stille, die Dunkelheit, die Einsamkeit, die Angst vor der Nacht und dem folgenden Tag, die Albträume, die plötzlich lauteren Geräusche, den Heißhunger, die Frage, wieviel Abführmittel ich heute nehmen werde, die übertriebenen Vorstellungen, die Hitze, die Gedanken, die Müdigkeit, die im Dunkeln unsichtbaren Gestalten."
Oder hier ist noch etwas. Spätestens jetzt werdet ihr mich für völlig verrückt halten!
04. August 2013:
"Ich weiß nicht. Ich kann nicht mehr. Nichts geht mehr. Pure Verzweiflung. Versager! Versager! Versager! Ich wünschte ich hätte Glas, das ich zerschlagen könnte, sodass unzählige kleine Splitter in meinen Händen steckten. Wut nach Schmerz. Mein Kopf wird immer größer, ein ganzes Universum...
Ich möchte ohnmächtig werden und in weiche Watte fallen. Ich ertrage die Stille nicht. Ebenso wenig wie jedes Geräusch. Mir macht beides Angst. Alles. Ich hab das Gefühl, es nicht mehr auszuhalten, es muss aufhören, aber keiner weiß wie. Ich falle sonst in tausend Scherben zusammen. Ich spucke sämtliches Blut und Eingeweide aus und ertrinke in einem roten Meer. Ich falle in Zeitlupe in ein bodenloses Loch...
Lange Gedankenwürmer versuchen rasend schnell, sich durch mein Hirn hinaus zu graben. Irgendwann gibt es eine laut knallende Explosion, aber niemand wird je herausfinden, was da explodiert ist: eine kaputte Seele. Ich werde nicht mehr aufstehen, weil ich einfach nicht mehr kann, einfach nur dasitzen bis ich verrotte. Niemandem wird etwas auffallen. Zersetzt, Zerfetzt...
Ich reiße mich auseinander, nachdem ich mich so lange zusammengerissen habe. Was hat das alles für einen Sinn? Sinn? Sinn?"
Ich entschuldige mich für die etwas makabere Ausdrucksweise. Das war zugegeben jetzt ein etwas extremes Beispiel.
So gesehen, geht es mir heute doch ziemlich gut. Ich wünsche eine gute Nacht und angenehme Träume. :)

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